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Ein Jahr nach Olympia Soldaten stürmen Favelas in Rio de Janeiro

Zwei Kinder vor einem Soldaten
Legende: In den Favelas lebt ein grosser Teil der Bevölkerung von Rio unter äusserst prekären Bedingungen. Reuters
  • Seit die Wirtschaft in Brasilien kriselt, steigt die Kriminalität in Rio de Janeiro.
  • Präsident Temer liess Tausende Sicherheitskräfte in der Stadt postieren.
  • Diese haben nun eine Grossaktion gegen kriminelle Banden durchgeführt.

Rund 5000 Polizisten und Soldaten sind am Samstag in mehreren Armenvierteln von Rio de Janeiro gegen bewaffnete Banden vorgegangen. Dabei wurden laut einem Sprecher der Sicherheitsbehörde Rios mindestens zwei Menschen getötet.

Die mit 40 Haftbefehlen ausgestatteten Einsatzkräfte umstellten demnach vier Favelas. Währenddessen kreisten Helikopter in der Luft und Schüsse waren zu hören, wie über soziale Medien bekannt wurde. Jeder, der die Favelas betreten oder verlassen wollte, wurde intensiv durchsucht und befragt. Bei dem Grosseinsatz wurden offiziellen Angaben zufolge mindestens 18 Menschen festgenommen. Zudem wurden Fahrzeuge, Waffen und Drogen konfisziert.

Dekret erlaubt Einsatz der Armee

Vor einem Jahr fanden die Olympischen Spiele in Rio statt. Seither ist die Stadt nahezu bankrott und es werden mehr Gewalttaten und Diebstähle verzeichnet.

Brasiliens Präsident Michel Temer erliess letzte Woche ein Dekret, das dem Bundesstaat den Einsatz der Armee im Kampf gegen das organisierte Verbrechen erlaubt. Daraufhin gingen 10'000 Sicherheitskräfte, davon 8500 Soldaten, in Rio in Stellung. Der Einsatz vom Samstag war Teil dieser Mobilisierung.

Der brasilianische Verteidigungsminister sagte in einem Fernsehinterview, dass es weitere Aktionen geben werde, bis das organisierte Verbrechen gestoppt sei.

Hohe Mordrate

Im ersten Quartal 2017 verzeichnete Rio mit 3457 Morden die höchste Mordrate seit 2009. Rivalisierende Drogenbanden kämpfen gewaltsam um die Kontrolle über die Favelas. Dabei kommt es immer wieder zu tödlichen Schiessereien.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Josephk Ernstk (Joseph ernst)
    Herr Müller, selbstverständlich gibt es einen Zusammenhang. Nennen Sie mir bitte eine dieser gigantischen, unverantwortlichen Sportanlässe die sich als nachhaltig erwiesen haben. Wer trägt schlussendlich diese riesigen finanziellen Lasten ? Grössenwahnsinn ! Vernünftige "einfache" Spiele scheinen heute nicht mehr möglich zu sein !
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  • Kommentar von M. Müller (Manuel Müller)
    Ach, solche Orte gibt es einen Haufen auf der Welt. Einfach mal nach Amerika schauen. Aber wie sagt man dort so schön? Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Passt genau.
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  • Kommentar von Beni Fuchs (Beni Fuchs)
    'Vor einem Jahr fanden die Olympischen Spiele in Rio statt. Seither ist die Stadt nahezu bankrott und es werden mehr Gewalttaten und Diebstähle verzeichnet.' So viel zum Sinn solcher Grossanlässe. Aber wir fiebern und jubeln bereits wieder den nächsten Ausgaben entgegen, in anderen unterentwickelten Sorgenregionen... Hauptsache der $ rollt, und wir haben unsre Unterhaltung. All die Milliarden Zuschauer, die vor dem TV sitzen, sind mitverantwortlich... darum nächstes Mal: Gerät aus!
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