Zum Inhalt springen

US-Wahlen Sowohl die Verliererin als auch der Gewählte zweifeln Ergebnis an

Das Clinton-Lager unterstützt die Neuauszählung in drei Bundesstaaten. In anderen vermutet hingegen Trump Betrug.

Donald Trump und Clinton reden während eines TV-Duells
Legende: Laut Experten sind die Chancen äusserst gering, dass die Neuauszählung Clinton nachträglich die Präsidenschaft beschert. Keystone
  • Das Clinton-Lager unterstützt die Neuauszählung in Wisconsin, Pennsylvania und Michigan.
  • Experten halten aber für unwahrscheinlich, dass das Resultat kippt.
  • In einem Tweet zweifelt nun auch der gewählte Präsident, Donald Trump, das Wahlergebnis an.

Das Wahlkampfteam der unterlegenen US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton begrüsst den Vorstoss der Grünen-Kandidatin Jill Stein, die Stimmen in Wisconsin, Pennsylvania und Michigan neu auszuzählen. In all diesen Staaten war das Wahlergebnis äusserst knapp ausgefallen. Mark Erik Elias, der Rechtsberater der Clinton-Kampagne, erklärte zudem, man wolle sich aktiv am Prozedere der Neuauszählung beteiligen.

Experten halten die Chance, dass Neuauszählungen Clinton nachträglich die Präsidentschaft bescheren, aber für äusserst gering. Ihr Wahlkampflager hatte deshalb auch nicht die Initiative dazu ergriffen. Jill Steins Antrag zur Neuauszählung in Wisconsin wurde gutgeheissen. Sie plant nun entsprechende Petitionen in den anderen beiden Bundesstaaten.

Auch Trump spricht von Unstimmigkeiten bei der Wahl

Der gewählte Donald Trump zweifelte in einem Tweet das Wahlergebnis von Anfang November ebenfalls an und spricht von «illegal abgegebenen Stimmen».
«Zusätzlich zur Mehrheit der Wahlmänner hätte ich auch die Mehrheit der Stimmen erhalten, wenn man die Millionen abzieht, die illegal gewählt haben», schrieb Trump per Twitter.

«Millionen illegale Stimmen»

Denn landesweit hat Clinton mindestens zwei Millionen mehr Stimmen bekommen als Trump. Die Auszählung in bevölkerungsreichen Staaten wie Kalifornien hält zudem immer noch an, und Fachleute gehen davon aus, dass der Vorsprung Hillary Clintons letztlich bei 2,5 Millionen Stimmen liegen dürfte. Über den Einzug ins Weisse Haus entscheidet allerdings das Gremium der Wahlmänner, und hier konnte Trump die Mehrheit für sich gewinnen.

Legende: Video Nachzählen in Wisconsin abspielen. Laufzeit 1:58 Minuten.
Aus Tagesschau vom 26.11.2016.

Trump: Neuauszählung «lächerlich»

Den Antrag Steins zur Neuauszählung allerdings bezeichnete er als Schwindel. Sie fülle damit nur ihre eigenen Taschen. Den Grossteil der Spenden, welche die Grünen-Politikerin für ihre Vorstösse gesammelt hat, werde sie niemals für diese «lächerliche Neuauszählung» ausgeben, so Trump. Er forderte, dass die Ergebnisse der Wahl respektiert werden. Insgesamt haben die Grünen 5,8 Millionen Dollar eingesammelt.

Die Neuauszählung in Wisconsin muss bis zum 13. Dezember abgeschlossen sein. Will Stein auch entsprechende Anträge in den beiden anderen Staaten einreichen, muss sie das der «Washington Post» zufolge in Pennsylvania spätestens am Montag tun, in Michigan am Mittwoch. Dann laufen die Fristen ab.

Auffälligkeiten bei Wahlautomaten

Computer-Experten hatten darauf hingewiesen, dass die in Wisconsin benutzten Wahlautomaten anfällig für Hackerangriffe seien und deswegen in anderen Bundesstaaten, etwa Kalifornien, nicht benutzt werden dürfen. Clinton hatte in Stimmbezirken, in denen Wahlmaschinen benutzt wurden, deutlich schlechter abgeschnitten als in Wahllokalen, wo auf handgeschriebene Stimmzettel gesetzt worden war.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

43 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.