Spanische Polizei zerschlägt Schlepperring

Gemäss Behörden hat die kriminelle Bande 500 afrikanische Flüchtlinge nach Frankreich, Deutschland und in die Schweiz gebracht – und sich die vermeintlichen Dienste nicht zu gering bezahlen lassen.

Die spanische Polizei hat einem Schleusernetzwerk das Handwerk gelegt, das afrikanische Flüchtlinge mit System nach Frankreich, Deutschland und in die Schweiz gebracht hat.

Wie die Polizei am Samstag mitteilte, wurden sechs Mitglieder der Bande in Madrid festgenommen. Angaben zu ihrer Nationalität machte die Polizei nicht.

Spanische Polizei (Symbol) Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Der Coup gegen die Menschenschmuggler eröffnet Einsichten in das Schlepperwesen (Symbolbild). Keystone

Örtliche NGOs kamen für Versorgung auf

Insgesamt soll das kriminelle Netzwerk Menschen aus Staaten südlich der Sahara auf Booten über die Meerenge von Gibraltar oder auf die Kanarischen Inseln gebracht haben. Die Flüchtlinge und Migranten hätten die Überfahrt mit je 3000 Euro bezahlen müssen.

Nachdem die Ankömmlinge von örtlichen Hilfsorganisationen versorgt worden seien, hätten diese erneut Kontakt mit dem Schleusernetzwerk aufgenommen. Der Schlepperrring habe die Flüchtlinge und Migranten dann in Madrid gesammelt, erklärte die Polizei.

Mit regulären Bussen verfrachtet

Je nach Zielort seien die Menschen aus Afrika in der spanischen Hauptstadt in Gruppen von 30 bis 40 Menschen aufgeteilt und in gemieteten Bussen regulärer Unternehmen über die Grenze nach Frankreich gebracht worden. Für die Fahrt hätten die Busfirmen den Flüchtlingen einen Aufschlag von 30 Prozent berechnet.

Teilweise hätten die Menschen die Grenze nach Frankreich auch zu Fuss überqueren müssen, gab die Polizei bekannt. In Frankreich hätten dann andere Mitglieder des Netzwerks die Leitung übernommen und die Flüchtlinge zu ihren Zielorten gebracht.

Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) trafen in den ersten sechs Monaten des Jahres 4606 Menschen auf dem See- oder Landweg in Spanien ein.