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International Staatskrise im Südsudan verschärft sich

Im Südsudan herrscht Kriegszustand: Während die Kämpfe in der Hauptstadt Juba weiter tobten, flüchteten mehrere tausend Schutzsuchende auf das dortige Gelände der UNO-Friedensmission. UNO-Vertreter sprechen von hunderten Toten.

Bei den jüngsten Kämpfen im Südsudan sind offenbar Hunderte Menschen getötet worden. Zwischen 400 und 500 Leichen wurden in die Spitäler der Hauptstadt Juba eingeliefert.

Dies teilte Hervé Ladsous, Leiter der UNO-Friedenseinsätze mit. Rund 800 Menschen seien verletzt worden.

Umstrittener Kiir

Die Gefechte zwischen rivalisierenden Fraktionen der südsudanesischen Armee waren am Sonntag ausgebrochen. Präsident Salva Kiir sprach von einem vereitelten Putsch. Die Regierung habe die Sicherheitslage «vollständig unter Kontrolle».

Einige Beobachter zweifeln jedoch am Wahrheitsgehalt der Putsch-Erklärung von Kiir, der sich möglicherweise bloss seines Rivalen Riek Maschar zu entledigen versuche. Wer hat recht? «Das wird erst die Zukunft zeigen, wenn es eine Untersuchung gibt», sagt Markus Häfliger, NZZ-Afrikakorrespondent, gegenüber SRF.

Bisher wisse man noch nicht einmal, wo sich der Rivale Maschar befinde. Das einzige was klar ist: Die Rivalen wollen Kiir seit längerem den Platz an der Regierungsspitze streitig machen. «Aus diesem Grund sind Maschar und weitere aus dem engeren Machtzirkel entfernt worden», betont Häfliger.

Wirtschaftliche Interessen

Der Südsudan, der im Jahr 2011 durch die Abspaltung vom Sudan seine Unabhängigkeit erlangte, gilt als instabil und unterentwickelt. Allerdings verfügt das verarmte Land über grosse Ölreserven.

«Die Wirtschaft und die Politik sind in einem Staat wie Südsudan extrem verwoben», sagt Häfliger. Es spielten daher jeweils auch wirtschaftliche Interessen eine Rolle.

Und welche Rolle spielt der Sudan? «Sudan ist der grosse unsichtbare Elefant im Raum», so Häfliger. Doch an den jetzigen Unruhen habe der Norden nur geringen Einfluss.

US-Bürger verlassen Sudan

Die USA haben damit Begonnen ihre Bürger und zahlreiche Botschaftsangehörige aus dem Südsudan zu schaffen. Laut dem US-Aussenministerium wurde damit begonnen, Flüge vom Flughafen der Hauptstadt Dschuba zu organisieren, um die US-Staatsangehörigen ausser Landes zu schaffen. Nur das für Botschaftsgeschäfte unabkömmliche Personal soll bleiben.

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