- Mindestens 13 Personen seien ums Leben gekommen, sagt die japanische Ministerpräsidentin Sanae Takaichi.
- Viele weitere Personen seien verletzt oder würden noch vermisst.
- Derweil suchten Einsatzkräfte weiter nach Vermissten in einem Einkaufszentrum, in dem es infolge des Bebens zu einer Explosion kam.
«Es gibt Menschen, die noch auf ihre Rettung warten, und es ist ein Wettlauf gegen die Zeit», sagte die japanische Ministerpräsidentin Sanae Takaichi ein Tag nach dem Beben. «Wir werden alles daran setzen, so viele Menschen wie möglich zu finden und zu retten.»
Das japanische Militär unterstütze die Rettungskräfte bei den Such- und Rettungsmassnahmen in dem schwer beschädigten Einkaufszentrum und lieferte Wasser, Lebensmittel und andere lebensnotwendige Güter in die am stärksten betroffenen Gebiete, schrieb Taikichi auf X.
Wie es zur Explosion beim Einkaufszentrum in der Stadt Kashima kam, sei bisher ungeklärt, meldet die Nachrichtenagentur Kyodo. Die Mitarbeiterinnen und Kunden seien nach dem Erdbeben der Stärke 6.8 evakuiert worden.
Die Feuerwehr- und Katastrophenschutzbehörde teilte mit, dass wichtige öffentliche Einrichtungen oder Infrastruktur nicht beschädigt worden seien. Die Atomaufsichtsbehörde gab an, dass in drei nahegelegenen Kernkraftwerken keine Auffälligkeiten festgestellt worden seien.
Kurz nach der ersten Erschütterung kam es auf Kyushu zu starken Nachbeben. Eine vorübergehende Warnung vor einem einen Meter hohen Tsunami wurde wieder aufgehoben.
Warnung vor weiteren Beben
Insgesamt wurden durch das Beben vom Dienstagnachmittag (Ortszeit) mindestens 50 Menschen verletzt. Das Bebenzentrum lag in der Region Kumamoto in einer Tiefe von zehn Kilometern. Auch andere Gebiete wurden erschüttert. Auf Autobahnen in Kyushu – vorwiegend in der Präfektur Kumamoto – seien mehrere Streckenabschnitte gesperrt worden, berichtete der Sender NHK weiter. Zudem war der Betrieb von Hochgeschwindigkeits- und Lokalzügen unterbrochen.
Bis in den späten Abend kam es zu mehreren Nachbeben. Die nationale Wetterbehörde warnte auch für die kommenden Tage vor möglichen weiteren starken Erschütterungen in der Region.
Keine Schäden in Atomanlagen
Bisher gebe es keine Unregelmässigkeiten an Atomkraftwerken durch die starke Erschütterung, berichteten japanische Medien unter Berufung auf die Betreiber.
Kumamoto war bereits vor zehn Jahren von einem Erdbeben der Stärke 7.3 heimgesucht worden. Dutzende Menschen waren damals ums Leben gekommen. Zehntausende mussten zeitweise in Notunterkünften untergebracht werden.
Extreme Sommerhitze
Das Beben am Dienstag ereignete sich zu einer Zeit extrem schwüler Sommerhitze. Das Umweltministerium in Tokio rief dazu auf, bei Evakuierungen kühle Orte aufzusuchen, ausreichend Flüssigkeit und Salz zu sich zu nehmen und sich vor einem möglichen Hitzeschlag zu schützen.