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International «Stärkster Taifun, der je auf Land getroffen ist»

Das amerikanische Taifun-Warnzentrum spricht bereits von einem «Super-Taifun», der derzeit über die Philippinen fegt. «Haiyan» erreicht eine Geschwindigkeit von über 300 Stundenkilometern. Bislang sind drei Menschen ums Leben gekommen.

Der Super-Taifun «Haiyan» (zu deutsch: «Sturmvogel») hat die zentralen Inseln der Philippinen mit voller Wucht getroffen. Mindestens drei Personen sind dabei ums Leben gekommen. «Das letzte Mal, als die Philippinen mit so einem ähnlich intensiven Wirbelsturm konfrontiert waren, war in den frühen 90er Jahren», sagt Ivo Sieber. Er ist der Schweizer Botschafter in Manila.

Fast 700'000 Menschen mussten flüchten, wie die Behörde für Katastrophenschutz mitteilte. 22 Provinzen seien betroffen, darunter auch die Ferieninsel Bohol. Sieber sagt dazu: «Die Behörden waren gut vorbereitet. Sie haben die Bevölkerung seit Tagen informiert.»

Laut dem Wetterdienst erreichte der Wirbelsturm eine Geschwindigkeit von 275 Kilometern pro Stunde.

Gemäss des amerikanischen Taifun-Warnzentrums hat er somit die Grenze zur gefährlichsten Kategorie überschritten. Es handele sich daher um einen «Super-Taifun».

Stärkster jemals gemessener Sturm

Deutsche Meteorologen sprechen vom einem der heftigsten Taifunen, die je gemessen wurden. «Die Böen können über 360 Kilometer pro Stunde erreichen. Damit ist dieser Taifun der stärkste, der jemals auf Land getroffen ist», hiess es beim Deutschen Wetterdienst.

Bis zu fünf Meter hohe Wellen schlugen auf die Küsten der Inseln Leyte und Samar. Schulen blieben geschlossen, hunderte Flüge wurden gestrichen, und zwölf Flughäfen stellten den Betrieb ein. In der Ostküste fielen Strom und Telefone aus. «Es ist nicht einfach, sich über die tatsächliche Situation zu informieren. Wir haben die staatlichen Informationsquellen, es gibt eine Krisen-Koordinationszelle der Regierung. Wir als Schweizer Botschaft versuchen auch, mit den Schweizer Kolonien in Kontakt zu bleiben.» Das gelinge nur punktuell.

Soweit der Schweizer Botschafter dies beurteilen kann, sind die betroffenen Schweizer in guter Verfassung, jedenfalls die, die erreicht werden können. «Aber es ist noch viel zu früh, um ein umfassendes Bild zu erhalten.»

Legende: Video Taifun zwingt Tausende zur Flucht abspielen. Laufzeit 0:49 Minuten.
Vom 08.11.2013.

Schlimmer als Taifun im letzten Jahr

Präsident Benigno Aquino hatte die Menschen in den besonders gefährdeten Regionen am Donnerstag aufgefordert, Küstenorte, Flussufer und Berghänge zu verlassen und sichere Gebiete aufzusuchen.

«Haiyan» soll stärker sein als «Bopha» im Dezember 2012. Damals starben auf den Philippinen nach Angaben aus dem Weltkatastrophenbericht 1901 Menschen.

Die Glückskette sammelt für die Taifun-Opfer auf den Philippinen. Spenden können Sie auf das Konto 10-15000-6 mit dem Vermerk
«Überschwemmungen Asien» oder online.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von G. Keller, Bacong, Philippinen
    Wir, in der Umgebung von Dumaguete, hatten mehr Glück als letztes Jahr. Es gab nur starken Regen viel Wind und hohe Wellen. Die viel gelobte Info der Behörden bestand zu einem Grossteil auf widersprüchlichen, panikmachenden Informationen. Schon eine Woche vorher wurde die Bevölkerung hysterisch gemacht. Viele Schulen schickten die Kinder bei Sonnenschein wieder nach Hause. Ich denke, dass man es besser und vor allem mit konkreten Ratschlägen hätte machen können. Vielleicht das nächste Mal!
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  • Kommentar von Gunnar Leinemann, Teuffenthal
    Ich habe mal ein – zugegeben etwas eigenartiges – Buch gelesen, da stand drin, dass eine "Korrektur" der Verhältnisse auf diesem Planeten stattfinden müsste, falls der Mensch sich weiterhin als so uneinsichtig in Bezug auf den Schutz der Lebensgrundlagen erweisen würde, wie bisher. Den Beginn dieser Korrektur würden Stürme mit bisher unbekannter Gewalt – bis 500 Stundenkilometer – darstellen. Hoffentlich irrt sich der Autor.
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  • Kommentar von Alex Bauert, Bern
    Wow - sogenannte «Entwicklungsländer» wie die Philippinen rüsten auf in Sachen Umgang mit Unwetter. Super. Derartige Verwaltungsstrukturen können sich durchaus auch auf andere Bereiche des Staates auswirken. Ich drücke den Daumen - für die Unwetter und die Verwaltungsreformen!
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