Stellt ein Schneesturm die Weichen im US-Wahlkampf?

Am Montag bestimmen im US-Bundesstaat Iowa wenige hunderttausend Menschen, wen sie für ihre Partei in den Präsidentschaftswahlkampf schicken wollen. Die Signalwirkung der ersten Vorwahl ist gross. Mitentscheiden könnte ein zu erwartender Schneesturm.

Traktor in Iowa. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Im Agrarstaat stimmen erwartungsgemäss nur rund 350'000 Menschen ab. Die Signalwirkung ist jedoch enorm. Reuters

Mit der ersten Vorwahl im US-Bundesstaat Iowa beginnt die heisse Phase im Kampf um die US-Präsidentschaftskandidatur. Donald Trump gegen den Rest der Republikaner, Hillary Clinton gegen Bernie Sanders bei den Demokraten. Wer gewinnt, ist der erste Sieger des Wahljahres, Rückenwind ist ihm gewiss. Das Votum weniger hunderttausend Menschen hat traditionell eine grosse Signalwirkung.

Das Wahlsystem in Iowa will es, dass die Kandidaten an die Front müssen. «Retail Politics» nennen das die Insider, politischer Einzelhandel. Das gilt selbst am Montag noch, wenn in fast 1700 kleinen Parteiversammlungen nochmals eingehend diskutiert und ab 19 Uhr Ortszeit gewählt wird.

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Die Caucuses

Bei den Vorwahlen in Iowa wird in Caucuses gewählt – fast 1700 kleinen Parteiversammlungen, in denen vorher nochmals eingehend diskutiert wird. Manchmal versuchen die Kandidaten, direkt in diesen Versammlungen ein letztes Mal ihre Botschaft loszuwerden.

Manchmal versuchen die Kandidaten, direkt in diesen Versammlungen ein letztes Mal ihre Parteianhänger von sich zu überzeugen.

Schneesturm: Bleiben viele Wähler zu Hause, schadet das Trump

Besonders die Kandidaten, die als Alternative zur politischen Elite gesehen werden, haben dort die Möglichkeit, noch Wähler zu überzeugen. Deshalb könnte morgen auch das Wetter einen entscheidenden Faktor spielen: Meteorologen sagen Iowa einen gewaltigen Schneesturm voraus.

Sollten deshalb viele Wähler zu Hause bleiben, dürfte das laut Wahlforschern bei den Republikanern insbesondere Donald Trump schaden. Bei den Demokraten ist Hillary Clintons Herausforderer Bernie Sanders auf eine hohe Wahlbeteiligung angewiesen. «Wenn viele Leute wählen gehen, gewinnen wir», sagte Sanders am Samstag.

Umfragen in Iowa: Knapper Ausgang

Eine aktuelle Umfrage der Lokalzeitung «Des Moines Register» sieht bei den Republikanern in Iowa derzeit Trump mit 28 Prozent knapp vor Ted Cruz mit 23 Prozent. Bei den Demokraten führt Hillary Clinton mit 45 Prozent nur drei Prozentpunkte vor Bernie Sanders.

Damit haben in Iowa zwei Kandidaten Chancen, die noch vor wenigen Monaten gegen die Favoriten Clinton und Jeb Bush als chancenlos gegolten hatten: Donald Trump und Bernie Sanders.

Landesweit liegen Hillary Clinton bei den Demokraten und Donald Trump bei den Republikanern vorne.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Präsidentschaftskandidaten profitieren von Gefühlen

    Aus Tagesschau vom 31.1.2016

    Im US-Wahlkampf unterscheiden sich die Top-Kandidaten Clinton, Sanders, Trump und Cruz zwar in den politischen Ansichten. Aber alle nützen sie berechnend die Wut und Frustration der Wähler aus.

  • Hillary Clinton unter Druck

    Aus Tagesschau vom 30.1.2016

    Die E-Mail-Affäre nimmt eine neue Wendung. Auf Clintons privatem Server befand sich auch «streng geheimes» Material. Schwierig der Zeitpunkt, so kurz vor den ersten Vorwahlen.

  • Ted Cruz und Donald Trump buhlen um die Gläubigen

    Aus 10vor10 vom 29.1.2016

    Auch im US-Bundesstaat Iowa liefern sich die Republikaner Trump und Cruz ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Ausschlaggebend sind die konservativen Evangelikalen. Dass Trump mit seinem lasterhaften Lebenswandel hier auf Anklang stösst, überrascht.