Stimmungstest für Sozialisten in Frankreich

In Frankreich hat die zweite Runde der Kommunalwahlen begonnen. Die Abstimmungen in fast 6500 Städten und Gemeinden könnten auch für mögliche Veränderungen in der Regierung von Präsident François Hollande entscheidend sein.

Anne Hidalgo, die Kandidatin der Sozialistischen Partei (PS) Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: In Paris treten zwei Frauen gegeneinander an. Hier wählt Anne Hidalgo die Kandidatin der Sozialistischen Partei (PS). Keystone

Der Staatschef hat bereits im Vorfeld der Wahlen Konsequenzen angekündigt, ohne Details zu nennen. Erwartet wird eine Kabinettsumbildung. Denn die Sozialisten müssen im zweiten Teil der Wahlrunde erneut mit herben Verlusten rechnen. Die Konservativen hoffen hingegen nach Einbrüchen vor sechs Jahren auf ein deutliches Plus. Die rechtsextreme Front National setzt wieder auf einige spektakuläre Erfolge.

Franzosen nicht in Wahllaune

2:34 min, aus Tagesschau vom 28.3.2014

Vor einer Woche war in fast 37'000 Kommunen gewählt worden. Dabei landeten die Listen der Linksparteien landesweit mit 38,2 Prozent abgeschlagen hinter den rechten Parteien, die 46,4 Prozent erzielten. Die Front National, die nur in ausgewählten Gemeinden antrat, kam landesweit auf 4,7 Prozent.

Nun steht die Entscheidung in Städten und Gemeinden an, in denen keine Liste eine absolute Mehrheit erreichen konnte. Etwa 44,8 Millionen Menschen sind wahlberechtigt. Zum dritten Mal dürfen auch in Frankreich lebende EU-Bürger für die Kommunalparlamente votieren, aktuell sind es rund 281'000.

Bis zum Mittag gingen nach Informationen des Innenministeriums knapp 20 Prozent der Wähler zur Abstimmung. Damit liegt die Beteiligung noch unter der von vor einer Woche, als zu diesem Zeitpunkt 23,2 Prozent gewählt hatten.