Zum Inhalt springen

International «Strategische Hochzeit» zwischen Sanders und Clinton

Bernie Sanders hat offiziell seine Unterstützung für die wahrscheinliche demokratische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton erklärt. Der Schritt ist ein wichtiges Signal an die Demokratische Partei. Doch es brauchte einiges, bis Sanders «Ja» sagen konnte.

Legende: Video «Sanders und Clinton vereint» abspielen. Laufzeit 1:58 Minuten.
Aus Tagesschau vom 12.07.2016.

US-Senator Bernie Sanders hat Hillary Clinton offiziell seine Unterstützung zugesagt. «Ich werde alles in meiner Macht stehende tun, um sicherzustellen, dass sie die nächste Präsidentin der USA wird», sagte Sanders bei einem Auftritt mit Clinton in Portsmouth. Der Auftritt fand unter dem Motto «stronger together» («gemeinsam stärker») statt.

Hillary und Bernie – das ist ganz sicher keine Hochzeit aus Liebe.
Autor: Peter DüggeliSRF-Korrespondent

Clinton bedankte sich bei Sanders für die Unterstützung. «Ich komme nicht umher zu sagen, wie viel mehr Spass diese Wahl machen wird, nun da wir auf derselben Seite stehen», sagte sie. «Zusammen sind wir stärker.»

Legende: Video «Einschätzungen von SRF-Korrespondent Peter Düggeli» abspielen. Laufzeit 2:14 Minuten.
Aus Tagesschau vom 12.07.2016.

SRF-Korrespondent Peter Düggeli aber sagt: «Hillary und Bernie – das ist ganz sicher keine Hochzeit aus Liebe. Es ist bestenfalls eine strategisch arrangierte Hochzeit, um Donald Trump zu stoppen.» Es habe in den letzten Wochen auch so einiges für Sanders gebraucht, um Ja sagen zu können. Er habe im letzten Monat hart gekämpft und die Partei nach Links gebracht. «Sanders hat Clinton entscheidende Forderungen und Konzessionen abgerungen, zum Beispiel im Bereich des Mindestlohnes», erklärt Düggeli.

Viele Sanders-Anhänger folgen Clinton

Zwar fürchteten viele Sanders-Anhänger, dass die Forderungen, die Sanders durchgesetzt hat, unter Clinton doch verwässern würden. Dennoch geben heute 85 Prozent der Sanders-Anhänger an, dass sie Clinton ihre Stimme geben würden. Dass das aber auch wirklich so sein werde, dafür braucht Clinton nun Sanders Glaubwürdigkeit, und dass er seine Wähler mobilisiere, sagt Düggeli.

Der 74-Jährige hatte der früheren Aussenministerin Clinton in den Vorwahlen einen zähen Kampf geliefert und für seine linken Positionen sehr viel Zustimmung erhalten. Lange weigerte er sich, aufzugeben und Clinton zu unterstützen.

Kür am Parteitag

Getragen von vielen Millionen Anhängern übte er weiter inhaltlichen Druck aus. Clinton und die Partei machten ihm schliesslich viele Zugeständnisse im Wahlprogramm. So sind sie jetzt dafür, dass die Bundesstaaten auch gesetzliche Krankenversicherungen anbieten dürfen.

Clinton soll auf dem in zwei Wochen beginnenden Parteitag in Philadelphia, der sogenannten Convention, offiziell zur Präsidentschaftskandidatin gekürt werden.

Sie bedankte sich bei Sanders für die Unterstützung. «Ich komme nicht umher zu sagen, wie viel mehr Spass diese Wahl machen wird, nun da wir auf derselben Seite stehen», sagte sie. «Zusammen sind wir stärker.»

Tweet von Clinton

9 Kommentare

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Dies ist eines der besten Beispiele welche Anforderungen heut an Politiker gestellt werden. Sie müssen im Notfall auch genau das Gegenteil ihrer bekannten "Meinung" vertreten können.Das heisst im Sinne des Wortes: Sie müssen perfekt lügen können. Dies sollte jedem klar machen, dass wir nicht Politiker in unsere politischen Ämter wählen sollten, sondern ehrliche "Kämpfer" die man durch ihre positiven Einsätze in Gemeinden +Kantonen kennt, die nicht nur nicken und ja sagen, oder Geld verteilen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Christa Wüstner (Saleve2)
    Ich empfand den Auftritt als ein Trauerspiel erster Klasse .es geht ja nur darum, dass richtige Aushängeschild, welches die Befehle aus dem Hintergrund ausführt zu finden. Zusammen sind wir stärker, sicher, bis zur Wahl Frau Clinton, dann wird sie ihren Weg gehen und Sanders bleibt im Regen stehen. Bereits über 80 Prozent seiner Anhänger, wollen Clinton Wählen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von paul waber (sandokan)
    Weder Clinton noch Trump haben das Format für das US-Präsidium. Beides skurrile und nicht authentische Figuren....
    Ablehnen den Kommentar ablehnen