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International Streit um Cyber-Attacke eskaliert

Der Hackerangriff auf Sony zieht weiter Kreise. Nachdem bereits der Start des Films «The Interview» abgesagt wurde, meldet sich jetzt der vermeintliche Drahtzieher zu Wort. Nordkorea will angeblich nichts mit der Spionage zu tun haben und kündigt seinerseits atomare Konsequenzen an.

Legende: Video Sony-Hack: Nordkorea beschuldigt USA der Verleumdung abspielen. Laufzeit 03:36 Minuten.
Aus Tagesschau vom 20.12.2014.

Die nordkoreanische Regierung hat die USA in der Hackeraffäre um die Nordkorea-Satire «The Interview» zu gemeinsamen Ermittlungen aufgefordert. Washington «erhebt unbegründete Anschuldigungen und verleumdet uns», teilte das Aussenministerium mit.

«Wir können beweisen, dass dieser Vorfall nichts mit uns zu tun hat.» Sollte sich die US-Regierung einer Zusammenarbeit verweigern, hätte dies «ernste Konsequenzen», zitierte die staatliche Nachrichtenagentur das Aussenministerium.

Der Filmkonzern Sony hatte den Kinostart der Nordkorea-Satire «The Interview» nach einem Hackerangriff und ominösen Terrordrohungen abgesagt. Washington macht die Regierung in Pjöngjang dafür verantwortlich.

US-Präsident Barack Obama drohte Nordkorea am Freitag mit Konsequenzen. Sony will nun prüfen, den Film auf anderem Wege zu veröffentlichen. Der Konzern erwägt, ihn kostenlos im Internetportal YouTube zu zeigen.

Atomare Anstrengungen sollen verdoppelt werden

Nordkorea kündigte zudem den massiven Ausbau seiner Atomstreitkräfte an. «Da nun die feindliche US-Politik offenkundig ist, in unsere Republik unter dem Deckmantel der Menschenrechte einzufallen, ist die Vorstellung einer atomwaffenfreien Koreanischen Halbinsel nicht länger haltbar», erklärte ein Sprecher des Aussenministerium.

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Legende: Nordkoreas Diktator Kim Jong-un inmitten seiner Armee. Das Militär muss immer wieder als Drohkulisse herhalten. Keystone

Die Bemühungen, die Nuklearstreitkräfte zu stärken, würden in jeder Hinsicht verdoppelt. Mitgliedsstaaten der UNO hatten den Sicherheitsrat aufgefordert, Nordkorea wegen Menschenrechtsverbrechen vor dem Internationalen Strafgerichtshof (ICC) anzuklagen.

Grundlage ist ein UNO-Bericht, nach dem in dem isolierten Land systematisch gefoltert wird, politische Morde üblich sind, Hungersnöte herrschen und ein System von Gefangenen-Lagern ähnlich den Konzentrationslagern der Nazis unterhalten wird. Eine Klageerhebung des Sicherheitsrates ist jedoch unwahrscheinlich, da mit dem Veto Chinas gerechnet wird.

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15 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Weiler, St. Gallen
    Man muss sich schon fragen, wie es dazu kommen konnte, dass man die Anschuldigungen des nordkoreanischen Diktators ernsthaft in Erwägung ziehen muss. Da dachte man schon, viel tiefer als unter Bush kann Amerika nicht mehr fallen. Aber es geht problemlos, wie die Ereignisse in der Ära Obama zeigen.
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  • Kommentar von M. Roe, Gwatt
    Wenn die ja sagen, dass sie nichts damit zu tun hätten, sollen die Amis den Film jetzt starten. Der wird ganz bestimmt sensationelle Verkaufszahlen aufweisen. Ich finde es sehr gut, was Obama gesagt hat. Ich wünschte mir einen Bundesrat der auch so konsequent auf Drohungen reagieren würde. Unsere Regierung, ja sogar das ganze Land würde bereits auf den Knien rutschen nach einer solchen Drohung.
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  • Kommentar von Sandra Sutter, Erlenbach
    Wette 300 Franken, dass die Amis das Inszeniert haben.
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    1. Antwort von E. Waeden, Kt. Zürich
      Vielleicht, aber nur vielleicht, man weiss es ja nicht, hält wieder einmal ein kleiner Mann Amerika in Atem. Und ganz nach Hollywood-Art, wird jetzt an einer neuen Komödie gedreht. In der Hauptrolle von dieser aber jetzt Obama ist. Wobei er mit seinem Schauspiel noch keinen Oskar gewinnen kann. Seine vielen Schauspieler-Freunde müssen noch ein wenig mit ihm üben. Wäre die Provokation gegenüber diesem kleinen Mann nicht brandgefährlich, könnte man sogar darüber ein wenig lachen.
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