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International Suche nach Schuldigen am Flugzeug-Absturz

Nach dem Flugzeugabsturz in der Ostukraine ist Vieles noch unklar. Einiges deutet darauf hin, dass prorussische Separatisten hinter der Tat stecken könnten. Ob der Abschuss geplant oder doch ein grosser Irrtum ist, blieb vorerst aber ungeklärt.

Legende: Video Prorussische Separatisten stehen unter Verdacht abspielen. Laufzeit 3:52 Minuten.
Aus 10vor10 vom 18.07.2014.

Nach dem Absturz des malaysischen Passagierflugzeugs mit 298 Toten in der umkämpften Ostukraine ist die Suche nach den Schuldigen an der Tragödie in vollem Gange. US-Geheimdienste zeigten sich am Freitag überzeugt, dass eine Boden-Luft-Rakete aus dem von prorussischen Separatisten besetzten Gebiet die Maschine getroffen hat.

Legende: Video MH17-Absturz: Die Opfer und immer neue Rätsel abspielen. Laufzeit 3:53 Minuten.
Aus Tagesschau Nacht vom 19.07.2014.

Erste Indizien deuten auf prorussische Separatisten hin

US-Präsident Barack Obama hütete sich noch davor, die Verantwortung ausdrücklich den prorussischen Separatisten zuzuweisen. «Wir müssen sicherstellen, dass wir uns an die Fakten halten», sagte er am Freitag vor den Medien. Für eine endgültige Einschätzung seien noch «weitere Informationen» nötig.

Allerdings deuteten erste Indizien darauf hin, dass das Flugzeug von einer Boden-Luft-Rakete getroffen worden sei, die aus von den Separatisten kontrolliertem Gebiet in der Ostukraine abgefeuert worden sei.

Auch Ukrainer suchen Schuld bei den Rebellen

«Wir wissen auch, dass das nicht das erste Mal ist, dass ein Flugzeug in der Ostukraine abgeschossen wurde», sagte der Präsident. Ausserdem sei bekannt, dass die Separatisten einen «steten Strom von Unterstützung» aus Russland erhielten. «Das beinhaltet Waffen und Ausbildung», erklärte Obama. «Und das beinhaltet Flugabwehrwaffen.»

Auch die ukrainische Regierung sieht die Verantwortlichen für den Flugzeugabsturz in Moskau, während die prorussischen Separatisten Kiew die Schuld geben. Der russische Präsident Wladimir Putin verlangt eine «umfassende und objektive Untersuchung».

Internationale Beobachter wurden an Untersuchungen gehindert

Am Freitagnachmittag trafen OSZE-Fachleute an der Absturzstelle ein. Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) hatte zuvor nach Angaben ihres derzeitigen Vorsitzenden Didier Burkhalter mit den prorussischen Separatisten über einen humanitären «Korridor» zum Unglücksort verhandelt.

Karte der Ukraine.
Legende: Die Unglücksstelle liegt im Osten der Ukraine in der Nähe des Dorfes Grabowo. SRF

Ausserdem gehe es für die OSZE-Experten darum, Zugriff auf einen der Flugschreiber der Boeing 777 Maschine der Malaysia Airlines zu bekommen. Dieser befinde sich derzeit in den Händen der Separatisten.

Die Separatisten verwehrten den Beobachtern allerdings den vollständigen Zugang zur Absturzstelle des Passagierflugzeugs. «Die Beobachter hatten nicht die Art von Zugang, den sie erwartet hatten. Sie hatten nicht die nötige Bewegungsfreiheit, um ihre Aufgabe zu erledigen», sagte der Schweizer Botschafter bei der OSZE, Thomas Greminger.

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33 Kommentare

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  • Kommentar von A.Käser, Zürich
    Wieso BRAUCHT es Schuldige und"vermeintliche"Wahrheit?Um das Böse zu erkennen?Gibt es bei all den Lügen noch Wahrheit?Schuldig sind wohl alle.Allen voran jene,die nicht VERZEIHEN können.Die Toten sind tot(jene von MH370 und jene von MH17 und viele,viele andere).Ihnen geht es auf keine Art und Weise schlechter als zuvor,als sie sich noch in der Raum-Zeit-Dimension befanden.Diejenigen welche sich noch in ihr befinden haben die Möglichkeit,das"Loslassen"zu üben.Der Weg hin zum Prinzip der Liebe.
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  • Kommentar von W. Helfer, Zürich
    Soll mir mal jemand erklären, warum die Regierungsgegner ein Flugzeug in 10 km Höhe, mit Kurs aus auf RU, kurz vor der Grenze für ein Transportflugzeug der ukr. Armee halten sollte. Auch haben die Kiewer Machthaber (gem. euronews) angeblich Beweise dafür, dass das BUK-System von RU zu den Rebellen kam. Wenn das wirklich so wäre, hätten die Kiewer-??? den intern. Luftraum sofort sperren müssen. Haben sie aber nicht, also trägt die Kiewer-??? die volle Verantwortung.
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    1. Antwort von Albert Planta, Chur
      Hand aufs Herz: was versprächen sich denn die Ukrainer von einem Flugzeugabschuss? Die prorussischen Separatisten prahlten kurz nach dem Abschuss bis man sah, dass es sich nicht um eine ukrainische Antonow handelte. Die prorussischen Separatisten werden vom Kreml logistisch und mit Kriegsgerät unterstützt. Wer die verneint ist blauäugig.
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    2. Antwort von W. Helfer, Zürich
      A.P. Sie haben meine Frage nicht beantwortet. Dass die Regierungsgegner angebl. geprahlt haben ist reine Behauptung. Schätze mal, dass aus einem früheren Abschuss etwas zusammengebastelt wurde. Fakt ist, dass die ukr. Armee über solche Waffen verfügt.Warum die Kiewer-?.? Haben es evtl. für ein ru Spionageflugz. od die Maschine von Putin gehalten. Auch bittet Kiew jetzt noch mehr Unterstützung von den USA/NATO betr. Waffen. Wären Gründe genug, wird aber nicht hinterfragt.
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  • Kommentar von Gabor Balazs, Ittigen
    Die Berichterstattung im Schweizer Fernsehen ist mir dann doch zu einseitig. Warum wurde eigentlich gestern im 10vor10 und in der Tagesschau nicht auch EU-Politiker gefragt, wie sie die Sache anschauen? Ganz einfach, die EU hat gar keine Aussenpolitik die ihren Namen auch verdient. Vor allem habe ich mich schon gewundert, dass das Fernsehen von "unbestätigten Quellen" spricht. Wenn das so ist, warum erwähnt man es dann überhaupt? Entschuldigung: Aber das war wahrlich keine Meisterleistung.
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    1. Antwort von S. Meier, Adliswil
      Wenn es gegen Russland geht, dann kann getrost auch auf unbestätigte Quellen zurückgegriffen werden. Es bleibt ja dann trotzdem in den Köpfen hängen, egal ob bestätigt oder nicht.
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