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International Südsudan: Blutige Gefechte am Unabhängigkeitstag

Fünf Jahre nach der Unabhängigkeitserklärung kommt der Südsudan nicht zur Ruhe. Es herrscht ein Machtkampf. Bei jüngsten Gefechten zwischen Rebellen und Militär gab es mindestens 115 Tote. Laut UNHCR droht zudem eine Hungersnot.

Legende: Video «Aufflammende Gewalt im Südsudan» abspielen. Laufzeit 1:46 Minuten.
Aus Tagesschau vom 09.07.2016.

Der fünfte Jahrestag der Unabhängigkeit Südsudans ist von blutigen Auseinandersetzungen in der Hauptstadt Juba überschattet worden. Bei Kämpfen zwischen rivalisierenden Gruppen sind dem Militär zufolge mindestens 115 Soldaten getötet worden. Die Zahl der Toten könne noch steigen, sagte ein Armeesprecher.

Die Auseinandersetzungen begannen am Präsidentenpalast, als dort Präsident Salva Kiir und der frühere Rebellenführer Riek Machar, der inzwischen Vize-Präsident ist, am Freitagabend zu einer gemeinsamen Medienkonferenz zusammenkamen.

Etwa eine halbe Stunde lang waren Schüsse und Artilleriefeuer zu hören. «Was da draussen passiert, können wir Ihnen nicht erklären», sagte Kiir. Machars Sprecher James Gatdek Dak erklärte, Kiir und Machar hätten «zur Ruhe aufgerufen – hoffentlich ist bald Ruhe!»

Bewaffnete Nuer-Soldaten stehen dicht nebeneinander Upper Nile.
Legende: Der Konflikt zwischen Präsident Kiir und Vize-Präsident Machar eskalierte Ende 2013. Im Bild: Machar-treue Rebellen. Reuters

Einheitsregierung trotz blutiger Rivalität

Der Machtkampf zwischen Kiir und Machar eskalierte im Dezember 2013. Seitdem wurden bei Kämpfen zwischen Regierungstruppen und den von Machar geführten Rebellen zehntausende Menschen getötet. Fast drei Millionen Menschen wurden in die Flucht getrieben, fünf Millionen sind auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen.

Seit April stehen die einstigen Rivalen nach dem Abschluss eines Friedensabkommens gemeinsam an der Spitze des Staates. Die blutigen Auseinandersetzungen zwischen beiden Seiten vom Freitag waren die ersten, die sich seit August 2015 in der Hauptstadt Juba ereigneten.

Vor fünf Jahren feierte die jüngste Nation der Welt nach einem 20-jährigen Bürgerkrieg ihre Unabhängigkeit. Für Samstag waren ursprünglich Feierlichkeiten zum Jubiläum geplant gewesen. Aus finanziellen Gründen wurden sie jedoch grösstenteils abgesagt.

Es droht eine Hungersnot

Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) warnte unterdessen, dass immer mehr Menschen im Land von Hunger und Elend bedroht seien. Fast jeder vierte Einwohner des jüngsten Staates der Welt sei direkt betroffen.

«Wir sind zutiefst besorgt über die Gewalt in Teilen des Landes und die Vertreibung von Südsudanesen sowohl innerhalb des Landes als auch über die Grenzen in Nachbarstaaten», sagte UNHCR-Sprecherin Melissa Fleming.

Gute Nachrichten hat lediglich das Kinderhilfswerk «Save the Children». Mehr als 400 Kinder seien seit Ausbruch des Bürgerkrieges wieder mit ihren Familien vereint worden. Allerdings seien noch rund 8800 Kinder getrennt von ihren Eltern.

5 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Künzi (Unbestimmt)
    Furchtbar, irgenwie haben die ganzen Konflikte auch etwas mit dem Nil zu tun. Der englische Abetuerer Levison Wood ging sogar zu Fuss durch den Sudan und Südsudan mitten durch den Krieg. https://youtu.be/gTjbzcqhGpg
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  • Kommentar von Christophe Bühler ((Bühli))
    Die Schweiz hat sich für den unabhängigen Südsudan stark gemacht! Bei uns muss jeder der einen Hund hat einen Hundekurs absolvieren; die dort unten haben automatische Waffen ohne Kurs, bekommen von der Schweiz Entwicklungshilfe die versandet und können bestimmt nicht mal die Gebrauchsanweisung der Waffen lesen, wetten.
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  • Kommentar von M. Jaeger (jegerlein)
    Und die Waffen werden mit unseren 3 Milliarden Entwicklungshilfe-Geldern finanziert.
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    1. Antwort von robert mathis (veritas)
      Die Vergabe der Gelder für Entwicklungshilfe darf nicht mehr so leicht gesprochen werden,es muss besser kontrolliert werden,es kann doch nicht sein dass MillionenFranken in diese Länder verschoben werden und am Ende bei der korrupten Regierung landen statt bei den Bedürftigen.
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