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International Syrien-Treffen in Lausanne ergebnislos beendet

Die Gesprächsrunde zwischen den USA und Russlands zur Lage in Syrien ist unter Beteiligung mehreren Regionalmächte in Lausanne nach gut fünf Stunden beendet worden. Konkrete Ergebnisse wurden nicht erzielt. Derweil sterben die Bewohner von Aleppo unter den Bomben.

Legende: Video Keine Ergebnisse bei Syrien-Treffen in Lausanne abspielen. Laufzeit 01:20 Minuten.
Aus Tagesschau Spätausgabe Wochenende vom 15.10.2016.

Zehn Tage nach dem Abbruch der bilateralen Gespräche zwischen Russland und den USA sind in Lausanne neue Beratungen über Syrien ergebnislos zu Ende gegangen. Mit am Tisch sassen auch Vertreter mehrerer Staaten aus der Region. Über konkrete Ergebnisse nach der rund fünf Stunden dauernden Unterredung wurde bislang wenig bekannt.

Sergej Lawrow und John Kerry am Gesprächstisch.
Legende: Russlands Aussenminister Sergej Lawrow (L) und sein US-Amtskollege John Kerry (R) erzielten keine Ergebnisse. SRF / EBU

Russlands Aussenminister Sergej Lawrow wurde von russischen Nachrichtenagenturen mit den Worten zitiert, es seien weitere Kontakte in naher Zukunft vereinbart worden. Zudem seien bei dem Treffen einige «interessante Ideen» besprochen worden. Alle Seiten hätten sich zudem dafür ausgesprochen, baldmöglichst einen «politischen Prozess» in Syrien zu beginnen.

US-Aussenminister John Kerry erklärte, es habe sich in Lausanne um «ein sehr offenes Brainstorming» gehandelt. Dabei habe es neue Ideen gegeben, aber auch «schwierige Momente voller Spannungen».
Kerry sprach von Konsens «vieler Staaten bei Schlüsselfragen», vor allem darin, dass der Konflikt beendet werden solle. Man wolle nun möglichst schnell die noch verbleibenden «Lücken füllen», was zu einer «Roadmap für politische Gespräche» führten könnte.

Fortsetzung der Gespräche am Sonntag in London

Über den Verlauf und allfällige weitere Ergebnisse der Gespräche will US-Aussenminister John Kerry am Sonntag in London seine Amtskollegen aus Grossbritannien, Frankreich und Deutschland informieren.

Legende: Video Alexandra Gubser zu den Erwartungen der Gespräche abspielen. Laufzeit 01:55 Minuten.
Aus Tagesschau vom 15.10.2016.

An den Beratungen im Hotel Beau Rivage Palace in Lausanne nahmen unter anderem die Spitzendiplomaten der Türkei, Saudi-Arabiens und Katars teil. Diese Länder unterstützen ebenso wie die USA Rebellengruppen in Syrien. Auch der Iran war vertreten, der neben Russland zu den wichtigsten Stützen des syrischen Machthabers Baschar al-Assad gehört. Mit am Tisch sassen zudem die Aussenminister des Iraks, Ägyptens und Jordaniens sowie der UNO-Sondergesandte für Syrien, Staffan de Mistura.

Russlands Vize-Aussenminister Gennadi Gatilow sagte vor dem Treffen, Moskau bestehe auf eine Entflechtung von Terroristen und moderater Opposition in dem Bürgerkriegsland. «Das Wichtigste ist, die russisch-amerikanische Vereinbarung vom 9. September zu bestätigen. Darin geht es etwa um die Stabilisierung von Aleppo. Davon weichen wir nicht ab», sagte Gatilow. «Und wir unterstützen auch weiterhin die Initiative von Staffan de Mistura über das Herausführen der Kämpfer aus Aleppo. Die Realisierung könnte zur Normalisierung der Lage beitragen», ergänzte er.

Russische Präsenz im Mittelmeer

Unterdessen machte sich der russische Flugzeugträger «Admiral Kusnezow» auf den Weg ins Mittelmeer. Wie das Verteidigungsministerium in Moskau mitteilte, wird er begleitet von mehreren grossen Kriegsschiffen. Gemäss dem Ministerium soll der einzige Flugzeugträger Russlands, der noch aus Sowjetzeiten stammt und sonst in Murmansk stationiert ist, auf «moderne Bedrohungen wie Piraterie und den internationalen Terrorismus» reagieren.

Legende: Video Drohnenflug über dem Osten von Aleppo abspielen. Laufzeit 00:54 Minuten.
Aus News-Clip vom 11.10.2016.

«Sehr heftige» Angriffe auf Aleppo

Vor den Gesprächen in Lausanne am Samstag ist die umkämpfte Grossstadt Aleppo laut Aktivisten erneut heftig aus der Luft angegriffen worden. Syrische und russische Kampfflugzeuge flogen in der Nacht zum Freitag dutzende Angriffe auf Rebellenviertel im Ostteil der Stadt.

Die «sehr heftigen» Angriffe hätten mehrere Stadtviertel Ost-Aleppos getroffen und bis zum Vormittag gedauert, berichtete die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte.

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29 Kommentare

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  • Kommentar von Peter Nietlispach (Gapeni)
    Alle klagen wegen den vielen Toten der Bevölkerung in Aleppo, wo die bösen Russen verursachen! Aber alle schauen weg, Aleppo ist schon von der IS dann von den Rebellen bombardiert worden und damals hatte es noch tausende von Einwohner gehabt und da hat niemand geschrien und die Toten gezählt !!!! Ist immer was anderes wenn die bösen Russen angreifen! Was mich ärgert, die USA darf Irak überfallen, Millionen von Menschen töten und die UNO ....macht nichts, schaut zu!!! Gerechtigkeit??
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  • Kommentar von Ch. Helfenstein (Ch. Helfenstein)
    Wie sollte auch ein Abkommen zustande kommen? Putin hat keinerlei Interesse an einem Frieden, er will mit aller Macht Assad an eben dieser halten. Mit dem Angriff auf den Hilfskonvoi haben Putin und Assad den Beweis geliefert. Offensichtlich haben einige vergessen, dass Assad den Krieg begann, mit der Ermordung seiner Bevölkerung, welche friedlich gegen ihn demonstrierte. Zu behaupten eine grosse Mehrheit der Syrer wolle Assad, ist zumindest gewagt.
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  • Kommentar von Susanne Lüscher (Lol)
    Was nicht anders zu erwarten war. Der Westen lügt hier, dass sich die Balken biegen. Z. B. Hilfskonvoi: Die Radardaten zeigen eindeutig, dass der Hilfskonvoi von einer Drohne aus beschossen wurde, die vom NATO-Stützpunkt im türkischen Incirlik aus los geflogen war. Die geleakten Mails von H. Clinton beweisen, dass die USA den IS und andere Gruppen in Syrien finanziert haben. Das wichtigste allerdings ist, was die Syrier wollen und dies ist nun einmal mit grosser Mehrheit Präsident Assad.
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    1. Antwort von Ch. Helfenstein (Ch. Helfenstein)
      @S.Lüscher; Woher haben Sie Radardaten einer Drohne? Auf Satellitenbildern sind Flugzeuge zu erkennen, welche den Konvoi beschiessen. Warum sollte der Westen den Konvoi unter Beschuss nehmen? Dadurch wurden Lebensmittel zerstört welche im Osten von Aleppo benötigt wurden. Ein Interesse daran hat Assad und damit Putin, um die Bevölkerung auszuhungern. "Wer nicht für mich ist, ist mein Feind".
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