Zum Inhalt springen

Syrien-Konflikt Syrische Armee nimmt Ost-Aleppo unter Artilleriefeuer

Das syrische Regime beschiesst den Ostteil der Stadt wieder mit schweren Waffen – und setzt die Evakuierungen aus.

Legende: Video Lage in Aleppo bleibt unübersichtlich abspielen. Laufzeit 2:12 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 14.12.2016.
  • Die Kämpfe im Ostteil Aleppos sind wieder aufgeflammt.
  • So soll das syrische Regime damit begonnen haben, den Ostteil der Stadt mit schweren Waffen zu beschiessen – mitunter durch Artilleriebeschuss. Zudem sollen Einheiten des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad mindestens 14 Granaten in die noch von Rebellen gehaltenen Strassenzüge abgefeuert haben. Das berichten die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte (SOHR), Aktivisten und die staatliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu.
  • Die russische Nachrichtenagentur Tass widerspricht mit Verweis auf das russische Verteidigungsministerium dieser Darstellung. Demnach hätten die Rebellen versucht, den Belagerungsring der syrischen Truppen zu durchbrechen. Der Versuch sei vereitelt worden.
  • Zudem soll die syrische Regierung alle Busse zurückgerufen haben. Diese standen zum geplanten Abzug der Rebellen aus dem umkämpften Ostteil der Stadt bereit.

Gestern hatte Russland noch mitgeteilt, nach der weitgehenden Einnahme von Ost-Aleppo habe die syrische Armee die Kampfhandlungen eingestellt – dies, um den Aufständischen und ihren Familien die Flucht aus Aleppo zu ermöglichen.

Türkei wirft Assad falsches Spiel vor

Der türkische Aussenminister Mevlüt Cavusoglu warf Syrien und seinen Verbündeten denn auch vor, die Vereinbarung über den Rebellen-Abzug und die Evakuierung von Aleppo zu hintertreiben. Daher sei es zu Verzögerungen bei den geplanten Evakuierungen gekommen. «Aus verschiedenen Richtungen kommt es zu Störfeuer. Bisher konnten die Evakuierungen nicht vollständig stattfinden.»

Deshalb werde er darüber mit dem russischen und iranischen Aussenminister sprechen. Die Vorbereitungen der Türkei für die Errichtung von Zeltlagern zur Aufnahme der Flüchtlinge aus Aleppo in der Türkei und Nordsyrien seien indes abgeschlossen.

Nach Angaben der Hilfsorganisation Ärzte der Welt sind noch rund 100'000 Menschen auf einem Gebiet von lediglich fünf Quadratkilometern im Osten der Stadt eingeschlossen. Bisher sind nach Angaben der oppositionsnahen SOHR bereits mehr als 130'000 Zivilisten aus Ost-Aleppo geflohen.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

16 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Andreas Krummenacher (Andreas Krummenacher)
    Ich möchte von allen Bloggern, die sich in Sachen Aleppo so sicher sind, mit allen Verweisen auf die amerikanischen Untaten, etc., nur einmal den Satz hören: Ich möchte, dass in Syrien Frieden herrscht und ich setze mich dafür ein, dass die Probleme politisch gelöst werden, und nicht mit Massenmord." Ich bin gespannt, wer den Mut hat, über seinen Schatten zu springen und diese Botschaft im Blog zu teilen. Friede den Menschen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Milan Darem (Mannausorient)
    Was werden die Historiker nach 50 Jahren über Syrienkrieg schreiben? Sogar wir hier, die Kommentatoren, betrachten die Dinge parteiisch, aus der Sicht EU, RU, USA, TR, İRAN, SA jenachdem wem wir uns nah fühlen. Tatsache ist dass Menschen töten damit die Welt eine neue Ordnung kriegt. Ich bin gespannt wie Mr Trump ab 20. Januar auf das Geschehen eingreifen wird. Entweder ist er fähig die Sache mit RU, Iran und Türkei zu lösen, oder vielleicht werden wir Hillary vermissen. Ich hoffe auf das erste.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Harald Buchmann (Harald_Buchmann)
    So exakte Berichterstattung wuerde man sich ueber Jemen wuenschen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Jonas Ammann (jonas.ammann)
      Sie sprechen etwas wichtiges an: Es ist ziemlich erstaunlich, dass man über den Jemen-Konflikt fast nichts hört, in der Schweiz jedenfalls. Über gewisse Konflikte wird systematisch geschwiegen. Für den neugierigen Bürger wäre aber interessant zu wissen: Weshalb eigentlich?
      Ablehnen den Kommentar ablehnen