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International Syrische Regierungstruppen erobern Palmyra zurück

Assads Armee hat eine Gegenoffensive der Terrormiliz IS abgewehrt und kontrolliert aktuell rund ein Drittel der Stadt. Die syrischen Regierungstruppen rücken nun gemäss Menschenrechtlern mit aller Macht auf das Zentrum von Palmyra vor.

Legende: Video IS unter Druck aber noch keine Niederlage abspielen. Laufzeit 2:06 Minuten.
Aus Tagesschau vom 26.03.2016.

Syrische Regimetruppen haben in der Schlacht um das historische Palmyra eine Gegenoffensive der Terrormiliz IS zurückgeschlagen und kontrollieren nun gut ein Drittel der Stadt. Unterstützt durch russische Luftschläge habe das Militär mindestens drei Stadtbezirke im Westen und Norden eingenommen, berichteten die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte sowie die staatliche Nachrichtenagentur Sana.

Den Menschenrechtlern zufolge rücken die Einheiten von Präsident Baschar al-Assad mit aller Macht auf das Zentrum von Palmyra vor – so stark wie nie seit Beginn der gesamten Offensive seit Anfang März.

Zuvor hatte der Islamische Staat (IS) die Regierungseinheiten in heftigen Kämpfen und mit Autobomben zeitweise an den Stadtrand zurückgedrängt.

Vor fast einem Jahr viel die Stadt in die Hände des IS. Die Rückeroberung ist nicht nur von symbolischen Charakter, sondern ist auch von strategischer Bedeutung, sagt Sicherheitsexperte Roland Popp gegenüber SRF. «Palmyra ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt. Wenn man die Stadt unter Kontrolle hat, gibt sich auch die Möglichkeit in den Osten des Landes vorzudringen.»

IS auf dem Rückzug

Generell droht der IS in den umkämpften Gebieten in Palmyra und in Mossul im Irak an Einfluss zu verlieren. Vor allem die Gebietsverluste in Syrien führt Popp auf die Unterstützung Russlands zurück.

«Vor Jahren konnten die syrischen Strebkräfte knapp die Fronten halten, mit dem Eingreifen Russlands konnten sie den IS wieder wirkungsvoll zurückdrängen.» Dies sei vor allem auf die Unterstützung aus der Luft zurückzuführen.

Empfindliche Niederlage – aber noch keine Wende

Bei der Schlacht um Palmyra flogen die russischen Kampfjets etwa 40 Einsätze und zerstörten rund 160 Stützpunkte der Gotteskrieger. Mehr als 100 Terroristen seien dabei getötet sowie Munitionsdepots und Panzer zerstört worden, berichtete die oppositionsnahen Beobachtungsstelle für Menschenrechte.

Von einer Wende im Kampf gegen den IS zu sprechen, sei noch verführt. Noch immer kontrolliere der IS verschiedene Gebiete um Rakka.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Ursula Schüpbach (Artio)
    "Syrische Regierungstruppen erobern Palmyra zurück". Wahnsinnig originell. Und was war eigentlich mit all den unbewaffneten Demonstranten, die Assad einst im Rahmen des arabischen Frühlings (wie andere Despoten auch) total unterdrückt hat? Der Assad ist schon längst gefangen wie einst Gaddafi in seinem eigenen System und wie andere Despoten der Welt auch. Von China bis nach Burundi reicht das Ding.
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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Das gibt mir einen gewaltigen Ruck in Richtung Hoffnung! Es wäre doch schön, wenn Syrien wieder den echten Syrern gehören würde. Dann könnten all die Menschen, die ihr Hab und Gut zurücklassen mussten, wieder in ihre Heimat zurückkehren. Hier wäre dann finanzielle Hilfe selbstverständlich. Ich würde mich für die vielen Syrer freuen, auch wenn eine harte Zeit des Aufbaus auf sie zu kommt. Ich glaube, dass in diesem Fall der Zusammenhalt und die Einigkeit unter diesem Volk sehr gross sein wird.
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    1. Antwort von Christian Szabo (C. Szabo)
      Selbst wenn der Konflikt in Syrien beendet wird, scheint die Spaltung im land sehr grross zu sein. Es könnte zu einer ähnlichen Spaltung wie in Jugoslawien kommen. Dagegen sprechen zwar handfeste Interesse verschiedener ausländischer Mächte. Über die Strategien der Grossmächte gibt es für mich kein klares Bild. Zu viele Interesse neutralisieren sich zum Teil.
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    2. Antwort von Franz Huber (R.)
      Wenn sie wenigstens im Inland eine Strategie hätten, wäre schon viel gewonnen. Die verschiedenen Interessen der Syrer versuchten sich seit einigen Jahren zu neutralisieren. Vielleicht wäre es in der Region auch mal Zeit für neue Grenzen und Länder.
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