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International Taliban greifen Ausländer in Kabul an

Mindestens 24 Menschen sterben bei einem Anschlag der Taliban auf ein Restaurant in Kabul. Unter den Toten sind viele Ausländer – die Welt reagiert mit Entsetzen.

Kaputtes Gebäude mit der Aufschrift «libanesisches Restaurant».
Legende: In diesem libanesischen Restaurant in Kabul wurden die überwiegend ausländischen Opfer getötet. Keystone

Ein verheerender Anschlag der Taliban in der afghanischen Hauptstadt Kabul mit 24 Toten hat am Samstag weltweit für Entrüstung gesorgt. Die Vereinten Nationen (UNO) und die Europäische Union (EU), deren Mitarbeiter unter den Opfern waren, verurteilten den Anschlag vom Freitagabend auf ein unter Ausländern beliebtes und stark gesichertes Restaurant auf das Schärfste. Auch der afghanische Präsident Hamid Karsai zeigte sich entrüstet, übte aber zugleich Kritik an den westlichen Verbündeten.

Scharfe Worte kamen von UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon. Solche Anschläge auf Zivilisten seien «völlig inakzeptabel» und ein «abscheulicher Bruch der internationalen Menschenrechte», sagte Ban. «Sie müssen sofort aufhören.»

Auch der UNO-Sicherheitsrat zeigte sich entsetzt. Das Gremium äusserte erneut seine tiefe Besorgnis über die Bedrohung, die die Taliban, das Terrornetzwerk Al-Kaida und andere bewaffnete Gruppen für die Bevölkerung, die afghanischen Sicherheitskräfte, die internationale Schutztruppe und die internationalen Hilfsorganisationen darstellten.

Zahlreiche Opfer aus westlichen Ländern

Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen reagierte ebenfalls entrüstet. «Solche wahllosen Terror- und Zerstörungstaten können niemals gerechtfertigt werden», sagte er. Die EU-Aussenbeauftragte Catherine Ashton versicherte, die EU werde das afghanische Volk weiter unterstützen.

Soldaten und Spezialisten sichern den Tatort vor dem Restaurant in Kabul.
Legende: Spuren des Anschlags vor dem libanesischen Restaurant. Er geschah zur Zeit, als viele Gäste beim Abendessen waren. Keystone

Bei dem Angriff starben nach Polizeiangaben insgesamt 24 Menschen – 13 Ausländer, acht afghanische Zivilisten sowie die drei Taliban-Angreifer. Unter den Toten sind nach Angaben des afghanischen Innenministeriums auch vier Frauen. Auch der Afghanistan-Vertreter des Internationalen Währungsfonds (IWF), der Libanese Wabel Abdallah (60), wurde nach Angaben von IWF-Chefin Christine Lagarde getötet.

Nach Angaben aus London, Kopenhagen und Brüssel waren auch zwei Briten sowie eine dänische Mitarbeiterin der europäischen Polizeimission Eupol unter den Todesopfern. Die US-Botschaft in Kabul bestätigte, dass «mindestens zwei amerikanische Privatpersonen» unter den Toten waren.

Karsai übt Kritik an der Nato

Angaben der Taliban, wonach Deutsche unter den Opfern seien, wurden nicht bestätigt. Die Taliban, die sich zu dem Anschlag bekannten, sprachen von insgesamt 37 Toten – «29 ranghohe ausländische Eindringlinge und acht afghanische Söldlinge». Angaben der Taliban zu Opfern waren in der Vergangenheit jedoch stets ungenau oder übertrieben.

Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid teilte mit, der Selbstmordanschlag habe gezielt Ausländern in der Stadt gegolten. Es habe sich um einen Vergeltungsschlag für ein «Massaker» in der Provinz Parwan in dieser Woche gehandelt. Dort waren nach Darstellung eines Mitarbeiters aus dem Büro von Präsident Karsai bei dem Nato-Luftangriff sieben Kinder und eine Frau getötet worden.

Mit Blick darauf forderte Karsai die Nato auf, genauer zwischen Freund und Feind zu unterscheiden. «Wenn die von den USA angeführten Nato-Truppen Partner und Alliierte der Afghanen sein wollen, dann müssen sie den Terrorismus bekämpfen», hiess es in einer Erklärung des Präsidenten. Er warnte davor, «Terroristen und Opfer» zu verwechseln, eine Anspielung auf zivile Opfer bei Einsätzen der internationalen Schutztruppe ISAF.

2 Kommentare

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  • Kommentar von B. Kerzenmacher, Frauenfeld
    Die Taliban sind nach wie vor die Brüder von Herrn Karzai, die mithilfe Pakistans und Saudi Arabiens aufrecht gehalten werden. Bald wird Saudi Arabien allerdings nur noch die "gekauften" Waffen an die Taliban liefern, um seine Ideologie weltweit schneller und wirksamer an den/die Mann/Frau zu bringen.
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  • Kommentar von Björn Christen, Bern
    Dieser Anschlag sollte auch noch die letzten westlichen Naivlinge wachrütteln, die bis anhin tatsächlich glaubten, mit den Taliban liesse sich über Frieden und Zusammenarbeit verhandeln. Vorallem Zeitgenossen wie die deutsche EKD-Vorzeige-Gutmenschin Margot "es ist besser mit den Taliban zu beten, als sie zu bombardieren" Käßmann, sollten endlich ihr Wolkenkuckucksheim verlassen und sich mit der Realität befassen.
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