Taliban: «Offensive mit so vielen Opfern wie möglich»

Die radikalislamischen Taliban in Afghanistan haben wie in den Vorjahren ihre Frühjahrsoffensive begonnen. Ziel sei es, landesweit so viele Menschen wie möglich in ihre Gewalt zu bringen oder zu töten.

US-Soldat in Sarg. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Ziel der Offensive: möglichst viele ausländische Opfer. Keystone

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Tote Soldaten nach Absturz

Beim Absturz eines Flugzeuges der Internationalen Schutztruppe Isaf sind im Süden Afghanistans vier Nato-Soldaten ums Leben gekommen. Erste Berichte deuteten darauf hin, dass es zum Zeitpunkt des Absturzes keine «feindliche Aktivitäten» in der Region gegeben habe, so die Isaf. Die Nationalität der Opfer und der Absturzort sind unter Verschluss.

Von diesem Sonntag an wollen die Taliban auf «systematische und koordinierte Weise» gegen internationale Truppen, Militärflughäfen und Botschaften vorgehen, kündigten die Taliban an. Die sogenannte Frühjahrsoffensive ist Teil einer Strategie der Taliban. Mit einem Anschlag auf die Polizei hat sie begonnen. Drei Polizisten sind gestorben und zwei weitere wurden verletzt, als ihr Fahrzeug im Südosten des Landes in eine Sprengfalle geriet.

Im vergangenen Jahr starteten die Taliban ihre Frühjahrsoffensive mit einer Anschlagsserie. Damals relativierten die westlichen Truppen die Durchschlagskraft der Angriffe. Der Begriff Frühjahrsoffensive sei eine «Propagandahülse».
 
Der 28. April markiert den Sturz der Regierung von Mohammed Nadschibullah im Jahr 1992, dem früheren kommunistischen Präsidenten Afghanistans. Dies gilt als Beginn des Bürgerkrieges. Die Vereinten Nationen hatten in dieser Woche mitgeteilt, dass es in den ersten drei Monaten des Jahres 30 Prozent mehr Zivilopfer gegeben hat als im Vorjahreszeitraum.