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International Tempelberg nur auf Arabisch – Unesco provoziert Israel

Der Tempelberg in Jerusalem ist Juden und Muslimen heilig. In einer Abstimmung verschweigt die Unesco jedoch jegliche Beziehung des Judentums zu dem Heiligtum. Das löst Entsetzen bei den Israelis aus. Ihre Reaktion ist harsch.

Drei Männer mit Kopfbedeckung lehnen mit gesenkten Köpfen an der Klagemauer.
Legende: Die Klagemauer auf dem Tempelberg in Jerusalem ist das grösste Heiligtum der Juden. Getty Images

Der Tempelberg ist für die Juden die heiligste aller Stätten. Für Muslime ist er nach Mekka und Medina der drittheiligste Ort. Der Hügel in Jerusalem, zu dem auch die Klagemauer gehört, befindet sich im besetzten Gebiet und wird von einer jordanischen Stiftung verwaltet.

Eine unnötige Provokation

Eine Kommission der Unesco hat am Donnerstag eine von mehreren arabischen Ländern vorgelegte Resolution zu den israelisch besetzten Palästinensergebieten gebilligt. Die endgültige Abstimmung ist für nächsten Dienstag geplant.

In dem Text nennt die Kommission mehrfach den arabischen, aber kein einziges Mal den hebräischen Namen des Tempelbergs. Die Israelis sehen darin einen Versuch der Vereinten Nationen, symbolisch die historische, religiöse Verbindung zwischen ihrem Land und dem Tempelberg zu kappen.

Israel stoppt Zusammenarbeit mit Unesco

Jedenfalls ist der UNO-Text eine unnötige Provokation. Regierungschef Benjamin Netanjahu meint, es sei, als behaupte man, die Grosse Mauer gehöre nicht zu China oder die Pyramiden nicht zu Ägypten.

Israel will deshalb aus Protest in den zentralen Bereichen Bildung und Forschung nicht länger mit der Unesco zusammenarbeiten.

UNO mit antiisraelischer Schlagseite

Dies ist nur der jüngste Eklat im tumultösen Verhältnis zwischen Israel und den Vereinten Nationen. Auch zum UNO-Menschenrechtsrat ist Jerusalem wiederholt auf Distanz gegangen. Die Regierung wirft der Weltorganisation insgesamt und seit langem eine stark antiisraelische Schlagseite vor. Das trifft – trotz aller berechtigten Kritik am israelischen Besatzungsregime und dem Siedlungsbau – zu.

Es hängt primär damit zusammen, dass in der UNO das Lager der arabischen Länder und ihrer Unterstützer deutlich grösser ist als das proisraelische.

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41 Kommentare

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  • Kommentar von Christian Szabo (C. Szabo)
    Die Gründung Israels ist ein Stachel im Fleisch der Arabischen Welt, der gegen erbitterten Widerstand erfolgte. Das kleine Staatsgebiet kann ja nicht die Ursache für den Hass sein. Religion ist wie fast immer ein Vorwand, um persönliche Ziele zu rechtfertigen. Wäre Israel weg, würde der Streit praktisch ohne Unterbrich weitergehen. Die Nuklearwaffen Israels verhindern momentan noch verheerendere Gemetzel in Nahost. Aufklärung und Trennung von Staat und Religion könnte Frieden erleichtern.
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  • Kommentar von Erwin Jenni (ej)
    Die UNO ist schon lange nur noch eine Farce. Sie gehört endlich abgeschafft, denn was sie sich hier erlaubt, sprengt jeden Rahmen des erträglichen! Seit über 3000 Jahren weist Jerusalem eine mit dem Judentum verbundene Geschichte auf. Der Islam entstand ca. 600 n.Chr. Also, was soll diese Abstimmung? Nur eines: Provozieren!
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    1. Antwort von Esther Baumann (erez)
      Danke, Herr Jenni, Provokation ist der richtige Ausdruck. Judentum und Juden gab es lange bevor es den Islam und Moslems gab ! Christentum und Islam haben ihre Wurzeln im Judentum. Dieser latente Hass auf Juden ist deshalb unverständlich.
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  • Kommentar von Friedrich Straubinger (Friedrich)
    Vielleicht sollte die UNSECO erstmal das lesen. „A Brief Guide to al-Haram al-Sharif“ Verfasser: Oberster Muslimischen Rat in Jerusalem im Jahr 1924 „Der Platz ist einer der ältesten der Welt. Seine Heiligkeit stammt aus frühesten, vielleicht prähistorischen Zeiten. Seine Übereinstimmung mit dem Platz des Tempels von Salomon steht außer Zweifel. Das ist auch der Ort, an dem nach dem allgemeinen Glauben, ‚David einen Altar für den Herren baute und ihm Brandopfer und Heilsopfer darbrachte‘.“
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