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Islamist tötet Polizeichef
Aus Tagesschau vom 14.06.2016.
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International «Terror-Akt»: Islamist tötet in Frankreich Polizisten-Ehepaar

In einem Pariser Vorort hat ein Mann einen Polizisten und dessen Partnerin umgebracht. Kurz nach der Tat schwor der 25-Jährige in einem Video der Terrormiliz IS die Treue – und rief andere Muslime zu Anschlägen an der Fussball-EM auf.

Während der Fussball-Europameisterschaft ist der Terror nach Frankreich zurückgekehrt. Ein wegen Terrorismus vorbestrafter Mann, der sich zur Terrormiliz Islamischer Staat (IS) berief, brachte im westlichen Umland von Paris einen Polizisten und dessen Partnerin um. Dies sei «zweifellos ein Terrorakt», sagte Präsident Hollande. Die Opfer seien «feige von einem Terroristen ermordet worden».

Dreijähriger Bub in Sicherheit

Der Angreifer hatte am Montagabend einen 42 Jahre alten Kriminalkommissar vor dessen Haus erstochen. Dabei soll er nach Zeugenberichten «Allahu akbar» (arabisch für: Gott ist gross) gerufen haben. Danach verschanzte er sich im Gebäude.

Audio
Paris: Die Geiselnahme war politisch motiviert
01:48 min, aus Rendez-vous vom 14.06.2016.
abspielen. Laufzeit 01:48 Minuten.

Als Spezialkräfte das Haus gegen Mitternacht stürmten und den Mann erschossen, fanden sie die Leiche der Lebensgefährtin des Polizisten. Sie war Sekretärin in einem Kommissariat. Der dreijährige Sohn blieb unversehrt, stand aber unter schwerem Schock.

Video mit Aufruf zu Anschlägen an EM

Die Verhandlungen mit dem Täter hätten kein Ergebnis gebracht, weswegen der Befehl zur Erstürmung des Hauses gegeben worden sei, sagte der Sprecher. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bezeichnete die Geiselnahme als Tat eines ihrer Aktivisten.

Unmittelbar nach der Tat rief der islamistische Attentäter in einem Internet-Video zu weiteren Anschlägen während der Fussball-EM auf. «Wir werden aus der EM einen Friedhof machen», sagte er in dem auf Facebook veröffentlichten Video nach Angaben eines Dschihadismus-Experten, der das inzwischen gelöschte Video gesehen hat. Der Täter habe in dem Video zudem dem Chef der Terrormiliz IS, Abu Bakr al-Bagdadi, seine Treue geschworen.

Liste mit weiteren Zielen

Das Video sei im Haus des getöteten Paares aufgenommen worden, während sich dessen Kind noch darin aufgehalten habe. «Er sagt, einen Polizisten und seine Frau getötet zu haben», berichtete der Experte. Bei dem getöteten Attentäter ist zudem eine Liste mit Zielen gefunden worden, auf der Polizisten, Journalisten und Rapper verzeichnet waren, sagte der Pariser Staatsanwalt François Molins. Innenminister Bernard Cazeneuve sagte darauf, es gehe nun darum, mögliche Komplizen zu finden.

Dier Ermittler nahmen nach der Attacke drei Männer aus dem Umfeld des Angreifers in Gewahrsam. Es handle sich um Männer im Alter von 27, 29 und 44 Jahren, sagte Molins.

Attentäter war vorbestraft

Der 25-jährige Franzose war wegen Anschlagsplanungen vorbestraft. Er sei 2013 wegen Zugehörigkeit zu einem Ableger einer französisch-pakistanischen Dschihad-Gruppe verurteilt worden, hiess es aus französischen Ermittlerkreisen.

Er sei mit sieben anderen Verdächtigen vor Gericht gestanden und habe eine dreijährige Haftstrafe erhalten, von denen sechs Monate auf Bewährung ausgesetzt waren. Der Vorwurf lautete damals, er habe mit der Gruppe «Terroranschläge vorbereiten» wollen.

Die Attacke genau sieben Monate nach den Pariser Terroranschlägen vom 13. November fällt mit der Fussball-EM zusammen, die aus Furcht vor Anschlägen massiv geschützt wird. Weder französische Politiker noch die Polizei haben jedoch bisher einen Zusammenhang zwischen der Attacke und dem Fussballturnier hergestellt. Innenminister Bernard Cazeneuve sprach von einem «abstossenden Terrorakt».

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11 Kommentare

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  • Kommentar von paul waber  (sandokan)
    Man ist nirgends mehr sicher, Versammlungen sind Risikofaktoren, die Angst geht um, es wird geschossen und gebombt....Es herrscht wohl Krieg in Europa...
  • Kommentar von Beppie Hermann  (Eine rechte Grüne)
    Ich frage mich manchmal, ob solche Attentate nicht zurückgingen, wenn Medien diesen Leuten nicht tage- und wochenlang in aller Welt derart detailliert Beachtung schenken, Meldungen von Hinrichtungen im Netz sofort gesperrt würden. Es scheint Kettenreaktionen zu geben.
  • Kommentar von Klaus Kreuter  (Klaus Kreuter)
    Wenn es denn nicht so traurig wäre, man kann nur noch staunen über das was sich da abspielt. Bekannt, im Kittchen und dann wieder raus. Oh Politiker was seid ihr denn alle für Pfeifen?
    1. Antwort von Peter Isler  (SchweizerQualität)
      Und Ihnen geht jegliches Verständnis für unsere Rechtssprechung ab. Man kann doch nicht jede "möglicherweise, vielleicht" gefährliche Person für immer in den Knast sperren..?! Das geht einfach nicht! Unsere Ahnen haben sich ihre Persönlichkeitsrechte mit Toten teuer erkauft. Und jetzt wollen Sie alle Rechte wieder aufgeben..?