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International Terror-Angst: Sotschi setzt auf totale Kontrolle

Bei Razzien nach den Terroranschlägen in Wolgograd hat die Polizei über 150 Menschen festgenommen. Eine heisse Spur haben die Behörden aber noch keine. Auch in der Olympiastadt Sotschi geht die Angst um: Durch totale Kontrolle sollen Terroristen dort in Schach gehalten werden.

Legende: Video Olympische Winterspiele: Angst vor Anschlägen abspielen. Laufzeit 1:45 Minuten.
Aus Tagesschau vom 02.01.2014.

Nach den Anschlägen im russischen Wolgograd hat die Polizei bei Razzien 150 Personen festgenommen. Bei den vor allem aus Zentralasien und dem Kaukasus stammenden Festgenommenen seien Waffen und Drogen gefunden worden, sagte eine Sprecherin des Innenministeriums. Viele der Arbeiter besässen zudem gefälschte Dokumente.

Eine heisse Spur haben die Sicherheitsbehörden derweil noch keine. «Die Suche nach den Drahtziehern verläuft mit Hochdruck», sagte die Sprecherin. Ermittler vermuten Islamisten aus dem Nordkaukasus hinter den Attentaten in Wolgograd. Die Extremisten hatten mit Bluttaten vor den Olympischen Spielen im Februar in Sotschi gedroht.

Polizisten steigen aus Auto
Legende: Verstärktes Sicherheitsaufgebot: Die Polizei patrouilliert in der Nähe des Olympiaparks. Reuters

Verdächtige werden überwacht

Präsident Wladimir Putin befürchtet, dass Extremisten sein Prestigeprojekt, die olympischen Winterspiele in Sotschi, sabotieren könnten. Durch totale Kontrolle sollen Terroristen in Schach gehalten werden.

Die Olympiastadt wird flächendeckend videoüberwacht, so SRF-Korrespondent Christoph Wanner in Moskau.

Während der Spiele werde die gesamte Kommunikation kontrolliert, gibt ein Geheimdienstmitarbeiter bekannt, der anonym bleiben will. «Wir werden uns vor allem auf die Leute konzentrieren, die uns durch Ermittlungen bekannt und verdächtig sind. Diese lassen wir vor und während der Winterspiele keine Sekunde aus den Augen.»

Der russische Geheimdienst spreche von akuter Terrorgefahr, so Wanner. Die drei jüngsten Bombenattentate in Wolgograd seien womöglich nur der Beginn einer grossen Anschlagsserie. In der Stadt würden fast täglich Anti-Terrorübungen durchgeführt. Extremisten sollten durch massives Auftreten der Spezialeinheiten eingeschüchtert werden.

Präsident Wladimir Putin hat den Hintermännern der Selbstmordanschläge Vergeltung angedroht. Die Menschenrechtsorganisation Memorial forderte Putin unterdessen zu einer «effektiven» Nordkaukasus-Strategie auf. Die bergige Vielvölkerregion brauche nicht nur Strenge, sondern auch ein auf Jahrzehnte angelegtes Programm, sagte Leiter Alexander Tscherkassow.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von S. Frss eulert, Himmingen
    Es gibt Indizien dafür, dass diese Sabotageakte durch westliche Geheimdienste von Georgien aus koordiniert und finanziert werden.
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  • Kommentar von D. Schmidel, St. Gallen
    Olympische Spiele sollten nur dort ausgetragen werden wo Demokratie und strickte Gewaltentrennung herrscht. Von Sotschi wird nichts gutes ausgehen. Die Sportwelt ist selbst dafür verantwortlich.
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  • Kommentar von A. Huber, Basel
    Videoüberwachung und die Kontrolle der gesamten Kommunikation kennen wir ja auch bei uns - dem Präventionsstaat sei "DANK"! Sotschi und die CH liegen in diesem Sinne sehr nahe beieinander - gell, liebe Nachrichtendienstler und "liberale" Politiker! Heutzutage wird SCHEINSICHERHEIT leider GENERELL wesentlich höher gewichtet als FREIHEIT - weltweit, flächendeckend! Unter dem Deckmantel der Terrorbekämpfung entstehen global totalitäre Strukturen, wie sie die Menschheit niemals zuvor je gesehen hat!
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    1. Antwort von E. Waeden, H
      @A. Huber: Dann fragen Sie doch einmal Angehörige von Opfern eines Terroranschlag wie hoch sie persönliche Freiheit gewichten! Und Freiheit bedeutet doch uns überall, ohne Angst vor einen Terroranschlag frei bewegen zu können & hingehen können wo wir wollen. Wenn dafür,u. a auch unsere Kommunikationsmittel überwacht werden, ist das ein sehr kleiner Preis, den wir für wirkliche Freiheit zahlen müssen.
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    2. Antwort von A. Huber, Basel
      @ E. Waeden, H: Terror muss mit aller Härte bekämpft werden. Aber NIEMALS, indem ALLE präventiv unter Generalverdacht, ihres freien Willen beraubt und versklavt werden! Die Unschuldsvermutung muss weiterhin gelten, sonst wird die Demokratie begraben. Erst auf konkreten Verdacht hin hat der Staat ganz gezielt gegen einzelne Terror-Verdächtige vorzugehen - mit aller Härte, mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln - aber niemals flächendeckend und zum voraus, wie es heute leider bereits geschieht!
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    3. Antwort von E. Waeden, H
      @ A. Huber: Diese Unschuldsvermutung gilt aber auch in Kaufhäusern, Bahnhöfen, öffentlichen Plätzen usw. wo wir alle durch Kameras überwacht werden! In Läden sei es, um Diebstähle zu reduzieren, somit sind wir alle Verdächtige & um unser Kaufverhalten zu studieren, auf Bahnhöfen usw. sei es um Übergriffe & Diebstähle möglichst zu verhindern. All das akzeptieren wir, ob von uns gewollt oder ungewollt.
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    4. Antwort von A. Huber, Basel
      @E. Waeden, H: Auch die Wirtschaft stellt uns zunehmend unter Generalverdacht und sammelt deshalb und aus Profitgier etc. massenhaft Daten über uns (Videoüberwachung, Kundenkärtchen, Online Shopping, cashless bezahlen usw.)! Und auch auf diese Daten greift der Staat unter dem Deckmantel der Terrorbekämpfung zu! Ich akzeptiere dies alles nicht, habe aber leider immer seltener die Möglichkeit, dieser ausufernden Präventivüberwachung und Ausspionierung auszuweichen. Deshalb engagiere ich mich hier!
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