Terror-Drohung gegen Einkaufszentren

Einkaufsmeilen in westlichen Ländern werden offenbar zum Zielgebiet von Terroristen. Die US-Regierung ist besorgt wegen jüngster Drohungen von Islamisten. Auch Ladenpassagen in Kanada, London und Paris sollen im Fadenkreuz radikaler Gruppen sein.

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Bildlegende: Jüngste Drohungen gegen Einkaufszentren sind eine neue Phase im Terrorismus, betont US-Heimatschutzminister Johnson. Keystone

Die US-Regierung hat sich besorgt über einen mutmasslichen Aufruf somalischer Islamisten zu Anschlägen auf Einkaufszentren im Westen geäussert.

Jeder Aufruf einer terroristischen Organisation zu einem Angriff auf einen konkreten Ort müsse ernst genommen werden, sagte Heimatschutzminister Jeh Johnson dem Sender CNN.

Auch Paris und London genannt

Er reagierte damit auf ein Video, das der radikal-islamischen Al-Schabaab-Miliz zugeschrieben wird. Darin werden offenbar Anhänger im Ausland aufgefordert, Anschläge auf Einkaufszentren wie den Mall of America im US-Bundesstaat Minnesota und den West Edmonton Mall in Kanada zu verüben. Genannt werden auch die Oxford Street in London und Standorte in Paris.

2013 hatte Al-Schabaab die Verantwortung für einen Angriff auf ein Luxus-Einkaufszentrum in Nairobi übernommen. Damals wurden 67 Menschen getötet. Die Al-Shabaab-Miliz verbreitet in Somalia Angst und Schrecken und verübt auch in Nachbarländern wie Kenia Anschläge. Seit Jahren kämpfen die Extremisten für einen sogenannten Gottesstaat am Horn von Afrika.

Neue Phase der Bedrohung

Die jüngste Erklärung der Islamisten spiegle eine neue Phase der globalen terroristischen Bedrohung wider, in der Gruppen wie Al-Schabaab oder der Islamische Staat (IS) öffentlich «unabhängige Akteure» in deren Heimatländern dazu aufriefen, Anschläge zu verüben, sagte Johnson. Er sei sehr besorgt über die ernste potenzielle Bedrohung, die von solchen «unabhängigen Akteuren» in den USA ausgehe.

Johnson riet Besuchern des Mall of America, besonders vorsichtig zu sein. Er räumte allerdings ein, dass den Behörden kein aktueller Anschlagsplan bekannt sei. Es gebe keinen Grund dafür, das Einkaufszentrum nicht zu besuchen, teilte das Ministerium wenig später mit. Die Sicherheitsmassnahmen seien verbessert worden.

Kanadas Behörden prüfen Video

Ein Sprecher der nationalen Polizei Kanadas sagte, die Behörden prüften das Video. Derzeit gebe es aber keine Hinweise auf eine konkrete oder unmittelbare Bedrohung für Kanadier. Der Mall of America und der West Edmonton Mall, die zu den weltweit grössten Einkaufszentren ihrer Art zählen, teilten mit, zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen zu treffen.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

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