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International Terroranschlag in Nizza: Was wir wissen und was noch unklar ist

Mindestens 84 Menschen sind in Nizza getötet worden, als ein Mann am französischen Nationalfeiertag mit einem Lastwagen in eine Menschenmenge raste. Viele Fragen sind offen. Ein Überblick:

Was wir wissen:

  • Am Donnerstagabend gegen 23 Uhr rast ein Mann mit einem Lastwagen in die feiernden Menschen auf der Flaniermeile Promenade des Anglais. Er kommt etwa zwei Kilometer weit. Die Promenade war für die Feierlichkeiten zum französischen Nationalfeiertag gesperrt.
  • Am Steuer des Lastwagens sitzt ein 31 Jahre alter Tunesier, der legal in Nizza lebte. Er war als Lieferant tätig und geschiedener Vater von drei Kindern.
  • Der Attentäter wird nach ersten Erkenntnissen als gewaltbereit, depressiv oder einfach still beschrieben. Er trank, nahm Drogen und war vorbestraft.
  • Kreise, die dem Islamische Staat (IS) nahestehen, machen die Terrormiliz für den Anschlag verantwortlich und bezeichnen den Attentäter als «Soldaten des IS».
  • Staatspräsident François Hollande spricht vo einem «terroristischen Charakter» der Tat. Auch Innenminister Bernard Cazeneuve nennt den Fahrer einen Terroristen. Premierminister Manuel Valls hält ihn für einen organisierten Islamisten.
  • Erste Ermittlungen weisen auf eine schnelle Radikalisierung hin. Er soll auch aufgehört haben, Alkohol zu trinken.
  • Der Attentäter hatte den Kühllastwagen gemietet und den Tatort an der Promenade des Anglais zuvor ausgekundschaftet.
  • Nach der Amokfahrt erschossen Polizisten den Fahrer. Auf Bildern sind Einschusslöcher in der Windschutzscheibe des Lastwagens zu sehen und auf Videoaufnahmen sind Schüsse zu hören.
  • Der Lastwagen hat nach Angaben der Präfektur Nizza eine Polizeisperre durchbrochen, die den Zugang zur Strandpromenade abriegelte.
  • Die Polizei hat mehrere Personen aus dem näheren Umfeld des Attentäters in Polizeigewahrsam genommen.
  • Mindestens 84 Menschen kommen ums Leben, darunter auch Kinder. Mehr als 300 werden bei dem Angriff verletzt, 18 schweben noch in Lebensgefahr.
  • Unter den Verletzten gibt es viele Kinder. Die Gesundheitsbehörden sprechen von mehr als 50.
  • Im Lastwagen werden der Führerschein des Fahrers gefunden sowie eine Kreditkarte auf seinen Namen und ein Handy.
  • MIttels SMS hat er kurz vor der Tat noch nach «mehr Waffen» gefragt.
  • Es gab keine Geiselnahme. Das französische Innenministerium widerspricht entsprechenden Medienberichten.
  • Präsident Hollande verlängert den Ausnahmezustand in Frankreich um drei Monate. Er hätte am 26. Juli enden sollen. Kabinett und Parlament beraten kommende Woche darüber.

Was wir nicht wissen:

  • Bisher ist nichts Konkretes über den Hintergrund der Tat bekannt. Laut Präsident Hollande ist «das ganze Land vom islamistischen Terror bedroht».
  • Trotz einer Erklärung des IS ist unklar, ob der Täter einen islamistischen Hintergrund hat, ob er psychisch gestört war und nur vom IS vereinnahmt wurde.
  • Auf der Strandpromenade befanden sich zum Zeitpunkt des Feuerwerks zum Nationalfeiertag rund 30'000 Menschen. Offensichtlich gab es ausser der Polizeisperre während der Feierlichkeiten keine erhöhten Sicherheitsvorkehrungen.

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81 Kommentare

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  • Kommentar von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
    In Frankreich ist man erstaunlich geduldig. Manchmal fragt man sich, ob es erst Pogrome geben muss, damit die Muslime in Frankreich merken, was sich da über ihnen langsam zusammenbraut, ausgelöst von Leuten aus ihrer eigenen Gruppe. Sind die alle blind und taub? Oder ist es ihnen einfach egal?
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  • Kommentar von Ursula Schüpbach (Artio)
    Auch ein bemerkenswerter Bericht. "Die Eltern der beiden jungen Jihad-Rekruten sind verzweifelt. Sie unternehmen alles, um ihre Kinder zur Rückkehr zu bewegen. Dazu nehmen sie die Hilfe der Organisation RATTA in Anspruch, abgeleitet vom Englischen «Rescue Association for Tunisian Trapped Abroad»." http://www.srf.ch/kultur/gesellschaft-religion/gebildet-und-wohlhabend-die-jihadisten-der-mittelschicht
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  • Kommentar von Nonov Urbiz (Nachtvogel)
    Ich bin beeindruckt. Neutrale Berichterstattung wie ich sie lange vermisst habe. Die Fakten erwähnt ohne ungerechtfertigte Schlüsse daraus zu ziehen. Bravo! Hier ist offenbar ein verwirrter Mensch in die falsche Kreise geraten. Passt in die IS-Vorgehensweise, labile Menschen für die eigenen Zwecke auszunutzen. Wenn man jetzt noch Artikel drüber schreiben könnte wie diese Vorgehensweise auch genau die Vorgehensweise der CIA usw. ist, wäre das super! :) Vielleicht sinds am Ende sogar dieselben!?
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