Textilarbeiter in Bangladesch protestieren für mehr Lohn

Die Textilarbeiter von Bangladesch wollen mindestens doppelt so viel Lohn. Sie protestieren seit gestern auf den Strassen in Ashulia, in der Umgebung von Dhaka. Es gab mehrere Verletzte.

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Zweitgrösster Textilproduzent

Bangladesch ist nach China der zweitgrösste Produzent von Textilien weltweit. Die rund 4500 Fabriken im Land produzieren rund 80 Prozent aller Exporte des Landes. Deren Wert beläuft sich auf fast 25 Milliarden Franken jährlich.

In Bangladesch sind seit gestern Zehntausende Textilarbeiter für einen höheren Mindestlohn auf die Strasse gegangen. Sie fordern, dass ihr Mindestlohn von derzeit 3000 Taka (35 Franken) auf 8114 Taka (92 Franken) erhöht wird.

Tränengas und Gummigeschosse eingesetzt

Die Protestierenden blockierten in Ashulia, am Rande der Hauptstadt Dhaka, eine wichtige Durchgangsstrasse und warfen an drei Stellen mit Steinen, wie der Polizeioffizier Abdus Sattar sagte. Die Polizei habe Tränengas und Gummigeschosse in die Menge gefeuert.

Berichten lokaler Medien zufolge erlitten zahlreiche Menschen Verletzungen. Aus Sorge vor Übergriffen blieben rund 200 Textilfabriken geschlossen, wie der Verband der Textilhersteller und -exporteure mitteilte.

Während die Arbeiter mindestens 8000 Taka verlangen, schlug eine Kommission aus Arbeitergebern, Gewerkschaften und Regierungsvertretern jüngst 5300 Taka vor. Dies ist vielen Beschäftigten zu niedrig – der Verband der Hersteller und Exporteure dagegen weist den Vorschlag der Arbeiter als zu hoch zurück.