Ungeliebter Monarch Thailand hat wieder einen König

Sieben Wochen nach dem Ende der ältesten Regentschaft der Welt hat Bhumibols Sohn dessen Nachfolge angetreten.

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Thailand proklamiert den neuen König (unkomm.)

1:12 min, vom 1.12.2016

Das Wichtigste in Kürze

  • Ohne Pomp und Feiern hat Kronprinz Maha Vajiralongkorn sieben Wochen nach dem Tod seines Vaters formell die Thronfolge angetreten.
  • Die vom Fernsehen aufgezeichnete Zeremonie wurde mit einer einfachen Audienz des neuen Königs für Vertreter der Militärregierung besiegelt.
  • Die feierliche Krönung findet erst nach dem Ende der Trauerperiode für den verstorbenen König Bhumibol statt.

Fernsehansprache des ungeliebten neuen Königs

In Thailand ist die Thronfolge geregelt. Sieben Wochen nach dem Tod von König Bhumibol nahm dessen Sohn Maha Vajiralongkorn am Donnerstag die Einladung des Parlaments an, neuer Monarch des südostasiatischen Landes zu werden. Der 64-Jährige erklärte in einer im Fernsehen übertragenen Ansprache, er wolle seinem Volk dienen.

Der Kronprinz hat lange Zeit im Ausland gelebt und auch einen Wohnsitz in Deutschland. Nach Angaben der Regierung in Bangkok wird seine Krönung erst im kommenden Jahr stattfinden – nach der Einäscherung Bhumibols.

Der verstorbene Monarch war sehr beliebt und galt als einheitsstiftende Persönlichkeit in einem Land, das in den vergangenen Jahren immer wieder von Unruhen und Staatsstreichen erschüttert wurde. Sein Nachfolger, der offiziell Maha Vajiralongkorn Bodindradebayavarangkun heisst und auch Rama X. genannt werden wird, wird sich dieselbe Zuneigung des Volks erst noch erarbeiten müssen.

Zweifel an der Eignung als König

Offene Kritik gibt es kaum, sie wird in Thailand aber auch mit Gefängnisstrafen von bis zu 15 Jahren geahndet. Hinter vorgehaltener Hand wurden im Vorfeld
jedoch Zweifel geäussert, ob der Kronprinz wegen seines bisherigen Lebensstils für den Thron geeignet ist. Beobachtern zufolge dämpft seine Ernennung zum König aber dennoch Befürchtungen, dass dem Land nach dem Tod Bhumibols noch grössere Instabilität als schon in den Jahren zuvor droht.