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International Theresa May: «Ich bin keine, die das Scheinwerferlicht sucht»

Mit Ehrgeiz und Hartnäckigkeit hat Theresa May ihr Ziel verfolgt: Als Premierministerin hat sie es endlich bis an die Spitze geschafft. «Eiserne Lady im Wartestand» – so hat der «Independent» sie noch vor zwei Jahren beschrieben. Das Warten hat für die 59-Jährige jetzt eine Ende.

Sie ist Pfarrerstochter, hat Geografie studiert und bei der Zentralbank gearbeitet. Sie ist verheiratet und kinderlos, kocht und wandert gerne, Smalltalk mag sie nicht. – Sonst weiss man Privates wenig über Theresa May, obwohl sie schon sechs Jahre den Knochenjob als Innenministerin gemacht hat.

Typisch May. Privates bleibt Privat, da gibts Wichtigeres. Etwa ihre Vision als britische Premierministerin:

Seit fast hundert Jahren hat sich niemand mehr so lange im Innenministerium gehalten wie Theresa May. Vielleicht hat sie darum den Ruf als neue «Iron Lady»? Die Briten finden wohl zurecht: Sie ist die perfekte Frau, um mit Brüssel die Konditionen nach dem Brexit zu verhandeln.

May sagt von sich selber: «I know I'm not a showy politician». Sie gilt als stille Schafferin, neigt nicht zu Schnellschüssen, kann Krisen managen. Mitarbeiter beschreiben sie als kompetent, freundlich und sehr ehrgeizig.

Ausserdem mag sie Schuhe.

Natürlich: An den Schuhen soll man keine Politikerin messen. Aber an ihren Taten.

Lastwagen gegen die Immigration.
Legende: Die weltoffenen Londoner staunten nicht schlecht. Keystone

Im Sommer 2013 liess ihr Innenministerium zwei Lastwagen durch multikulturelle Gegenden Londons fahren. Die Aufschrift auf den Lastern: «Illegal in Grossbritannien? – Gehen Sie nach Hause oder ins Gefängnis».

May gilt mit ihrer Migrationspolitik als Hardlinerin. Um die Zahl der Einwanderer zu reduzieren, spielte sie gar mit dem Gedanken, die Europäische Menschenrechtskonvention zu kündigen.

Die Einwanderung wird die Knacknuss bei den Verhandlungen mit der EU sein: Einerseits will sie, dass die britische Wirtschaft auch nach dem Brexit Zugang zum EU-Binnenmarkt hat. Andererseits will sie das damit verbundene Recht auf Arbeitnehmerfreizügigkeit im Binnenmarkt nicht akzeptieren.

Ob sie das schafft? Man traut es ihr durchaus zu. Die Referenzen der 59-Jährigen sind jedenfalls ausgezeichnet: Neben des schwierigen Themen der Einwanderung profilierte sie sich auch bei Themen wie Terrorabwehr, Überwachung, Polizei, Kindesmissbrauch.

So streng und entschlossen, wie die Tochter eines anglikanischen Geistlichen unter dem kinnlangen, grauen Haar oft dreinschaut, scheint es gar nicht so abwegig, dass May die Brexit-Verhandlungen erfolgreich führen wird. – Denn jetzt mal ehrlich: Würden Sie sich mit dieser Frau anlegen?

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Kurt Meier  (Kurt3)
    Hat Frau May ein schweizer Gen irgendwo ? Schon wieder jemand der glaubt , der Marktzugang sei ohne PFZ zu haben . Nun es wird so kommen , dass die Firmen dahin ziehen ,wo der Markt ist. Oder wo produziert z.B. EMS- Chemie und Stadler- Rail für die EU ? Richtig . In der EU .
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    1. Antwort von Hans Haller  (panasawan)
      Einfach mal abwarten..., auch die EU wird sich dieser PFZ-Thematik ohnehin alsbald in anderer Form stellen müssen, ansonsten zerreisst sie sich selber.
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  • Kommentar von Kurt Meier  (Kurt3)
    " In UK illegally" inspiriert mich . In Portugal illegally sind tatsächlich viele Briten , wohnen in illegal gebauten Hütten , fahren mit britisch martrikulierten Schrottvans oder Pick- up's umher . Sie versuchen auch mit falschen Adressen Zugang zum portugischiesen Gesuntheitssystem zu erschleichen .
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  • Kommentar von S. Platter  (S.Platter)
    Echt jetzt, SRF? Ihr schreibt über ihre Schuhe? Ist das ein Gastbeitrag von Glanz und Gloria oder wird das bei männlichen Politikern, die in ein wichtiges Amt gewählt wurden, auch so gemacht? Sie schreiben hier über internationale Politik, aber der Bericht liest sich, wie wenn er für Kinder geschrieben worden wäre. Ich habe nichts gegen Humor, aber das hier wirkt auf mich lächerlich. Trauen Sie bitte ihrer Kundschaft was zu, sonst wird woanders gelesen!
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