Timoschenko verzichtet für EU-Abkommen auf Ausreise

Die inhaftierte ukrainische Oppositionspolitikerin Julia Timoschenko verzichtet auf eine medizinische Behandlung in Deutschland. Im Gegenzug fordert sie den Abschluss des wichtigen EU-Vertrages. Diesen hatte die Regierung auf Eis gelegt.

Eine Frau auf einem Plakat wird in die Luft gehalten. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Julia Timoschenko: Verzichtet für eine Annäherung an die EU auf medizinische Behandlung in Deutschland. Keystone

Die kranke Julia Timoschenko liess aus der Haft verlauten, sie verzichte auf eine medizinische Behandlung in Deutschland, wenn die ukrainische Regierung wieder mit der EU über eine Annäherung verhandle.

«Wenn Sie sich zur Unterzeichnung des Abkommens entschliessen, werde ich am selben Tag die europäischen Anführer bitten, den Vertrag bedingungslos zu unterschreiben», betonte die Ex-Regierungschefin in einem Brief an Präsident Viktor Janukowitsch.

Demonstranten halten eine Fahne mit dem Bild Timoschenkos. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Demonstranten setzten sich für eine weitere Annäherung an die EU und für Julia Timoschenko ein. Keystone

Proteste für die EU-Annäherung

Nachdem die ukrainische Regierung den Stopp der EU-Annäherung beschlossen hat, haben zahlreiche Menschen in der früheren Sowjetrepublik protestiert.

«Zusammen können wir die Botschaft vermitteln, dass die Ukraine zu Europa gehören und ein demokratischer Staat sein wird», rief Oppositionspolitiker Vitali Klitschko den rund 2000 Protestierenden zu. «Zusammen können wir diese Regierung austauschen», sagte der Boxweltmeister.

Keine Lösung im Fall Timoschenko

Die Regierung hatte zuvor ein jahrelang ausgehandeltes Abkommen mit der EU über eine engere Zusammenarbeit und freien Handel eine Woche vor der geplanten Unterschrift auf Eis gelegt. Russland hatte mit Wirtschaftssanktionen gedroht.

Ausserdem scheiterte im Parlament erneut ein Gesetz über die Behandlung der in Haft erkrankten Oppositionsführerin Julia Timoschenko in Deutschland. Die EU, die USA und die Bundesregierung zeigten sich enttäuscht.

Proteste gab es unter anderem auch in Lwiw (Lemberg) und Iwano-Frankowsk im proeuropäischen Westen sowie in den Grossstädten Donezk und Charkow im russischsprachigen Osten.

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