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International Todesstrafe für den «Boston-Bomber»

Zwölf Wochen hat der Prozess gegen Dschochar Zarnajew die Stadt Boston in Atem gehalten. Nun steht das Todesurteil gegen den Marathon-Attentäter fest. Damit drohen ein vielleicht jahrelanges Berufungsverfahren und weitere schmerzhafte Tage für viele Hinterbliebene.

Legende: Video Todesurteil für den «Boston-Bomber» abspielen. Laufzeit 01:52 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 16.05.2015.

Am Ende ging alles ganz schnell. Nur etwa 14 Stunden Beratungszeit brauchten die Geschworenen in Boston, um über das Schicksal des Bombenlegers Dschochar Zarnajew zu entscheiden.

Mehr als zwei Jahre nach dessen Terroranschlag auf den traditionsreichen Marathon in der US-Metropole mit drei Toten und 260 Verletzten steht das Strafmass fest: Zarnajew soll per Giftspritze hingerichtet werden.

Kurz vor der Verkündung ist die Stimmung Berichten aus dem Saal zufolge angespannt. Still kehren Staatsanwälte, Verteidiger und Beobachter an ihre Plätze zurück, als fest steht, dass die zwölfköpfige Jury ihre Entscheidung gefällt hat. «Das einzige Geräusch ist das Tastatur-Geklapper der Journalisten. Unheimlich», twittert ein Reporter des «Boston Globe».

Vertreter aller Seiten, die von dem schwersten Anschlag auf US-Boden seit dem 11. September 2001 betroffen sind, nehmen im Saal Platz, darunter auch der zuständige FBI-Agent und die Eltern des achtjährigen Jungen, der bei der Explosion ums Leben kam. Auch Polizeichef Ed Deveau ist da, der keinen Tag des viel beachteten Prozesses verpasste.

Legende: Video Todesstrafe für Boston-Bomber abspielen. Laufzeit 01:52 Minuten.
Aus Tagesschau Nacht vom 15.05.2015.

Zarnajew nimmt das Urteil ruhig entgegen

Zarnajew sitzt wie im Verlauf des gesamten Prozesses ruhig an seinem Platz, flankiert von seinen Verteidigerinnen Judy Clarke und Miriam Conrad. Der 21-Jährige trägt wie gewohnt ein Hemd mit Kragen und ein dunkles Jackett, wie Reporter berichten.

Als die Geschworenen den Saal betreten, übergibt eine Jury-Vertreterin dem Gerichtsbediensteten einen Umschlag, der ihn an Richter George O'Toole weiterreicht. Zarnajew steht nun, blickt nach unten und faltet seine Hände. Die Geschworenen scheinen ihn nicht direkt ansehen zu wollen.

Und dann folgt das Strafmass. Zarnajew soll mit einer Giftspritze hingerichtet werden, weil er zwei Menschen mit der von ihm abgestellten Schnellkochtopf-Bomben tötete. Das dritte Opfer starb durch den Sprengsatz seines älteren Bruders Tamerlan.

Die Geschworenen entscheiden sich dagegen, Zarnajew auch wegen der Tötung des Polizisten Sean Colliers zum Tode zu verurteilen. Letztlich reichte aber Einigkeit der Jury in einem von 17 Anklagepunkten, auf denen die Todesstrafe stand. Insgesamt war der Amerikaner tschetschenischer Abstammung in 30 Punkten angeklagt.

Nicht nur Erleichterung

Wer glaubt, die Stadt atme nun erleichtert auf, liegt falsch. Nicht nur die Eltern des getöteten Achtjährigen hätten darauf gedrängt, von einer Hinrichtung Zarnajews abzusehen. Denn nun dürfte ein womöglich jahrelanger Berufungsprozess beginnen, der das blutige Grauen jenes 15. April 2013 immer wieder ins Bewusstsein der Bewohner von Boston rücken wird.

Massachusetts' Gouverneur Charlie Baker sieht das anders: «Ich hoffe, dies entspricht irgendeiner Art von Abschluss für all diejenigen, die von dieser Tragödie betroffen sind.»

Er habe selbst eine Frau und drei Kinder, sagt der Republikaner, der die Todesstrafe an sich unterstützt und auch im Fall des Boston-Bombers dafür plädierte. «Wenn Sie am falschen Ort zur falschen Zeit am falschen Tag stehen», könnten sich die Dinge auf eine so schreckliche Weise entwickeln, wie man es nie für möglich gehalten habe.

Die Meinung einer Überlebenden des #Bostonbombing

Auch aus Sicht der US-Regierung kehrt nun Gerechtigkeit ein. Der Attentäter habe einen fairen Prozess bekommen, sagt Staatsanwältin Carmen Ortiz. Zarnajew habe «kalt und gefühllos einen Terroranschlag verübt», teilt Justizministerin Loretta Lynch mit. Kein Strafmass könne das Leid der Opfer lindern. «Aber die höchste Strafe ist eine angemessene Ahndung für dieses schreckliche Verbrechen.»

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49 Kommentare

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  • Kommentar von Anna Zingaro, Aarau
    Ich verstehe nicht warum das Urteil erst in 10 Jahren Rechtskräftig sein soll. Beim Diktator Nicolae Ceausescu in Rumänien ging es doch auch schneller. Das heisst, Urteil empfangen und dann gleich raus zur Vollstreckung.
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  • Kommentar von Sandra Herrman, Stuttgart
    Wer sich bereits damals näher mit dieser Tat befasst hat konnte sehr schnell erkennen, dass es sich hierbei um eine false-flag-Aktion handelte(u.a. Blackwaterleute in beigen Uniformen, mit Kunstblut Blutlachen simuliert, Hausdurchsuchungen von Paramilitärs). Die vermeintlichen Attentäter waren nur besonders nützliche und dümmliche Idioten für die Herrschenden, um gewisse Beschlüsse zu rechtfertigen und ein bestimmtes Bild in die Köpfe der Menschen zu festigen. Klingt zwar etwas hart ist aber so.
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    1. Antwort von K. Berger, Fribourg
      Frau Hermann, Sie verbringen zu viel Zeit im Internet
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    2. Antwort von Björn Christen, Bern
      @Herrman - Sie sollten sich Ihre 'false flag' dorthin stecken, wo die Sonne nicht scheint. Hören Sie bitte auf, die Opfer dieses Terror-Moslems mit paranoidem Verschwörungsnonsens zu beleidigen!
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    3. Antwort von Björn Christen, Bern
      @Herrman - Hören Sie bitte auf, die Opfer dieses Terror-Moslems mit paranoidem 'False Flag'-Verschwörungsnonsens zu beleidigen!
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    4. Antwort von Sandra Herrman, Stuttgart
      @K. Berger: Für Leute wie Ihnen verbringe ich klar zu viel Zeit im Internet, jedoch habe ich mich zur damaligen Zeit ausgiebig mit diesem Thema beschäftigt und komme unter Berücksichtigung all dieser Informationen eben zu diesem Schluss. Mich interessiert das Ausmass wie man auf diesem Planeten verheizt wird. Und das ist auch gut so. Das ist nun mal die Quintessenz eines selbstständigen und eigenverantwortlichen Denkens und Handelns auf multidimensionaler Ebene => sei du selbst die Veränderung.
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    5. Antwort von Sandra Herrman, Stuttgart
      @B.Christen: Bei all berechtigter Kritik an der religiösen Ideologie wie dem Islam, sollten Sie einmal beachten, dass es die selbsternannte Elite mit ihren Vasallen sind, die dieses Problem künstlich erzeugen. Die Politclowns werden i.d.R. vom Stimmvolk immer wieder aufs Neue gewählt. Solche Leute wie Sie machen es sich sich viel zu einfach und gehen den Herrschenden auf den Leim wie die Zugewanderten im Allgemeinen.Ob z.B. Deutsches Reich,Iran,Irak,Russland,Syrien,Libyen alles dasselbe Prinzip.
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    6. Antwort von Björn Christen, Bern
      @Herrman - Sie müssen sich wohl unheimlich klug vorkommen, solchen Mist zu verzapfen. "mit Kunstblut Blutlachen simuliert"?! Schauen sie sich mal die vielen Bilder direkt nach dem Attentat an, von Menschen die verwundert am Boden liegen, anstatt hier Absurditäten wie 'Kunstblut-Blutlachen' zu propagieren. Lächerlicher Aluhut-Fraktion-Schwachsinn!
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    7. Antwort von R. Haechler, AG
      Frau Hermann - sehr viele hier wissen ja nicht einmal das WTC im freien Fall zusammengestuertzt ist ... Und dann gibt es immer noch viele glauben die offizielle Version, es war aufgrund von Feuer .... Diese Nummer ist um einiges groesser als Boston - Herr BC gehoert auch dazu und bestimmt weiss er es besser als ueber 1000 Architekten und viele andere Spezialisten ... So never mind ... Jeder kann glauben was er will ...
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  • Kommentar von R. Haechler, AG
    ... es gibt auf youtube so viel Beweismaterial das aufzeigt, dass das ganze nichts anderes als ein "Drill" war - Case Closed. Jeder kann jedoch das/dem glauben was/wem er will. MSM glaube ich schon lange nicht mehr :)
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