Torontos Bürgermeister gibt Drogenkonsum zu

Rob Ford hat gestanden. Er habe vor rund einem Jahr die Droge Crack geraucht. Dies sei im «Vollrausch» passiert. Der Polizei liegt ein Video vor, das Ford beim Drogenkonsum zeigen soll. Einen Rücktritt lehnt der 44-Jährige ab.

Rob Ford gesteht Drogenkonsum (englisch)

1:49 min, vom 6.11.2013

Sechs Monate lang hat Torontos Bürgermeister Rob Ford seinen Drogenkonsum geleugnet. Jetzt hat er offen gestanden, Crack geraucht zu haben.

«Ja, ich habe Crack geraucht», räumte der 44-Jährige in Toronto ein und gab sich zugleich reumütig: «Ich weiss, dass ich alle hier in der Stadt in Verlegenheit gebracht habe, und das wird mir auf ewig leidtun», sagte der Bürgermeister. «Was ich getan habe, war ein Fehler.» Nach seinem Geständnis fühle er sich nun, «als wenn tausend Pfund von meinen Schultern gefallen wären». Seiner Familie habe er «aus Scham» nie vom Vorfall erzählt.

Polizei soll Beweisvideo veröffentlichen

Wann genau er Crack geraucht habe, könne er nicht sagen, erklärte Ford, wahrscheinlich aber «vor ungefähr einem Jahr» und «im Vollrausch». Er wolle, dass die Polizei das Video öffentlich macht, damit er selbst und jeder andere in der Stadt «den Zustand sehen kann, in dem ich war».

Die Polizei hatte der Justiz in der vergangenen Woche 500 Seiten Ermittlungsakten und Videos übergeben. Diese hat die Polizei nach der Festnahme mehrerer Drogendealer beschlagnahmt. Mindestens eines soll Ford zeigen, wie er in einem als Drogenhöhle bekannten Haus mit einer Glaspfeife Crack raucht.

Kein Rücktritt

Fords Gegner fordern, dass der in Verruf Geratene zurücktritt. Er habe Kanadas grösste Stadt «zum Gespött der Welt» gemacht und in einen «Zirkus» verwandelt. Davon aber will Rob Ford nichts wissen und lässt ausrichten: «Ich liebe meinen Job. Ich liebe diese Stadt. Und ich liebe es, das Geld der Steuerzahler zu sparen», sagte er.

Der allem Anschein nach auf einem Video festgehaltene Drogenkonsum und die politischen Debatten über entsprechende Gerüchte hatten sechs enge Mitarbeiter Fords ihren Job gekostet, darunter seinen Stabschef.