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International Total verstrahlt – Wohin mit dem Atommüll?

440 Kernkraftwerke weltweit produzieren Atommüll. Bislang hiess die Lösung Zwischenlager. Endlager werden nun konzipiert. Über die Sicherheit der Endlagerung aber streiten die Experten. Sicher ist, der strahlende Schrott wandert unter die Erde.

350'000 Tonnen hochradiokativen Abfalls gibt es auf der Erde, glaubt die Internationale Atomenergiebehörde IAEA. Ganz genau weiss das die Behörde auch nicht. Abgesehen von der unklaren Menge, sorgt die offene Lagerungssituation der strahlenden Schrotts für Debatten zwischen Gegnern und Befürwortern der Atomenergie.

Legende: Video Kein Endlager für den Atomabfall abspielen. Laufzeit 2:08 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 30.10.2013.

Bislang werden die hochradiokativen Abfallprodukte in oberirdischen Zwischenlagern gehortet – eine periodisch befristete Lösung. In «simplen Lagerhallen», wie Stefan Füglister, Atom-Experte von Greenpeace, sagt. «Das ist natürlich keine Option für die Zukunft, denn Gebäude sind vergänglich», fügt er hinzu.

Gesucht wird deshalb die langfristige Lösung: ein Endlager. Eigenschaften: hundertprozentige Sicherheit – für immer oder wenigstens die nächsten zehntausend Jahre. Frühere Ideen wie eine Entsorgung im All oder in der Arktis sind inzwischen verworfen. Den Müll im Meer versenken – seit 1993 verboten. Die Lösung liege nun in der Tiefe der Erde, glauben die Experten. Unterirdische Salz-, Ton- und Granitschichten sollen geeignet sein, grösstmöglichen Schutz zu gewährleisten.

Trotz dieses Wissens, ein Endlager ist noch nicht gebaut. Horst-Michael Prasser vom Institut für Energietechnik der ETH Zürich glaubt den Grund zu kennen: Die Sorge vor der Unbewohnbarkeit ganzer Landstriche, wenn etwas schief gehe, habe zur Ablehnung vieler Standorte geführt. Eine solche Verstrahlung hält der Wissenschaftler aber für unrealistisch, «wenn es ordentlich gemacht wird». Nachteile beim Wirtsgestein könnten durch beständigere Materialien für die Abfallkanister kompensiert werden.

Ausserdem würde die Strahlung im Laufe der Jahre merklich zurückgehen, so Prasser. Die Öffentlichkeit ginge aber gemeinhin davon aus, dass der radioaktive Müll in hunderttausend Jahren noch mit der gleichen Intensität strahle wie am ersten Tag.

Der Greenpeace-Experte bewertet die Lage gegenteilig. «Möglichkeiten zu finden, die eine nachhaltige und sichere Lagerung der Stoffe garantiert» hält Füglister für ein «Ding der Unmöglichkeit». Er könne zwar die technischen Dinge nachvollziehen, was Gestein und Behälterdichtigkeit angeht, hält aber die Vorhersage gesellschaftlicher Entwicklungen anhand von Planungsskizzen für viel schwieriger. Und welche Lösung schlägt der Greenpeace-Experte vor? Keine. «Ich kenne die Lösung nicht», bekennt Füglister.

Schweizer Endlager ab 2035

Erste Länder haben nun begonnen, Endlager zu bauen. Finnland und Schweden präferieren die Granitlösung. Zwischen 2022 und 2025 dürfte dort die global erste Endlagerung starten.

Die Schweiz setzt auf Tonschichten. Laut der Nationalen Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) eignet sich im Besonderen der Opalinuston für eine Endlagerung radioaktiver Abfälle. In 300 bis 900 Metern Tiefe hat die Nagra sechs Standorte ausgemacht, die für eine Endlagerung in Frage kommen.

«Am Ende werden es ein oder zwei Lager sein», sagt die Sprecherin der Nagra, Jutta Lang, gegenüber «SRF News Online». «Nach optimistischen Schätzungen wird im Jahr 2035 das Lager für schwach- und mittelradiokaktiven Atommüll in Betrieb genommen. Das für hochradioaktiven Atommüll im Jahr 2050», ergänzt sie.

Radioaktiver Müll

Es gibt drei Atommüll-Kategorien: schwach-, mittel- und hochradioaktiv. Bei der Nutzung der Atomenergie zur Stromerzeugung wird er verursacht durch:

  • Gewinnung und Verarbeitung von Uran
  • Betrieb von Atomkraftwerken
  • Wiederaufarbeitung
  • Stilllegung von Atomanlagen
  • Umgang mit radioaktiven Abfällen

Weltweit gibt es laut IAEA 434 Kernkraftwerke in 30 Ländern.

32 Kommentare

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  • Kommentar von kari huber, surin
    Zum Lagern von 350'000 Tonnen Uran genügt ein Raum von 27 x 27 Metern, wenn 2 Meter hoch gestapelt wird (1m3 Wasser = 1 Tonne, 1 m3 Uran = 236 Tonnen). Kaum zu glauben, dass sich dafür keine Lagerstätte irgendwo auf der Welt findet. Es gibt doch riesige Flächen, die ganz oder praktisch unbewohnt sind.
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    1. Antwort von M Jaeger, Wildwil
      Es muss eben alles was mit Atom zu tun hat aufgebauscht und masslos übertrieben werden. Kernenergie hat wahrscheinlich von all den Energiegewinnungsarten am wenigsten Todesopfer gefordert. Man denke mal an die KohlenförderungDie Strahlenbelastung wird von den grünen Sekten und Katastrophisten verzerrt dargestellt. Da niemand mehr an den Teufel glaubt braucht der Mensch Ersatz, täglich im SRF geliefert. Atom- Klima- Wald- Ozon-; Sterben überall, nur die grünen Sekten sterben nicht aus...
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    2. Antwort von R.käser, Zürich
      @Huber und Jaeger, Ein Staudamm der bricht, ein Kohlebergwerk welches einstürzt ist für die betroffenen tragisch. Mit Rettungsmassnahmen und Aufräumarbeiten kann sofort und unkompliziert begonnen werden. Informieren Sie sich im Netz über Fukushima und zum Thema Halbwertszeit. Dann brauchen Sie noch einen Staat der 300'000 Jahre lang in der Lage ist das Gift im Schach zu halten. Hätten Sie Lust Steuern zu bezahlen für den Mist welcher die Römer gebaut hätten?
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  • Kommentar von R.käser, Zürich
    Also jetzt hat sich der sympathische Wasserfallen von der FDP zu Wort gemeldet. Ihre Art ist sehr gewinnend obwohl ich weit weg von der verlierer Partei FDP bin. Wenn es um Kernenergie geht haben Sie eine enorme Lücke! Hr. Wasserfallen die Dinger sind hoch gefährlich, unkontrollierbar im Störfall und verursachen einen Müll den wir nicht einmal für den schlimmsten Feind brauchen sollten. Wenn Sie bei den BKW Präsident werden wollen, dann geht dies heute auch ohne Sympathie zu veralteten Techniken
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    1. Antwort von Ernst Jacob, Moeriken
      Keine Angst, Herr Käser, Herr Wasserfallen wird, wenn die FP Pleite macht, wohl zur SVP wechseln, so quasi als Mittelländischer 'Fahnenräger und Balanceur' der heute noch herrschenden Zürichlastigkeit. Wenn er dann auch noch eine 'Kohlegrube' findet, die aber nicht einem Pfarrhaus entstammt, hat er sicher alle Chancen, auch wenn er vielleicht nicht ganz über Alles Bescheid weiss. Nehmen Sie ihm das nicht übel, und denken Sie nicht immer so pessimistisch, das Leben geht weiter, auch ihne Menschen
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  • Kommentar von Ernst Jacob, Moeriken
    Greenpeace-"Experten" bewerten die Lage immer gegenteilig, das ist nichts Neues. Aber wer schon nicht mal einen Lösungsansatz hat, sollte auch nicht Experte betitelt werden, das ist eine Abwertung von Personen, die auf irgend einem Gebiet echte Experten sind. Anstatt sich für eine zentrale Europ. Endlagerung einzusetzen, bastelt jedes Land etwas Eigenes und erhöht so zudem das Risiko, dass ein Unfall/Anschlag in jedem Land möglich wird. Der Aufwand und die Folgekosten werden so gigantisch sein.
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    1. Antwort von R.käser, Zürich
      @Jacob, was halten Sie von einer Europalösung wo der ganze Müll in Moeriken gelagert wird?
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    2. Antwort von Ernst Jacob, Moeriken
      @R.käser: Wir haben doch den MIst bereits, und irgendwohin muss er. Solange aber alle nur Strom konsumieren wie wdie Wilden, und keiner die Konsequenzen tragen möchte, pralagen wir noch in hundert Jahren darüber, was wohl zu tun sei. Die typische Schweizer Art, Probleme vor sich hin zu schieben, immer in der Hoffnung, sie würden sich von selber lösen, wenn man lange genug wartet und nichts tut. Ausser Schnorren und schnorren und schnorren...
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