Touristen sterben bei Terroranschlag in Ägypten

Erstmals seit 2009 haben Extremisten in Ägypten wieder einen Anschlag auf Touristen verübt. Eine Bombe wurde in der Nähe eines Busses gezündet. Dabei kamen drei Urlauber aus Korea sowie der Busfahrer ums Leben.

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Vier Tote nach Anschlag in Ägypten

0:56 min, aus Tagesschau vom 16.2.2014

Ein schwerer Schlag für die nach drei Jahren Demonstrationen und Unruhen ohnehin notleidende Tourismusbranche in Ägypten: Erstmals seit rund 5 Jahren wurden wieder Touristen Ziel einer Terrorattacke.

Der Anschlag ereignete sich nur etwa 500 Meter von der israelischen Grenze entfernt, beim Grenzübergang Taba. Das Innenministerium in Kairo erklärte, der Touristenbus sei vom Katharinenkloster im Süden der Sinaihalbinsel nach Israel unterwegs gewesen. Der Sprengstoffanschlag wurde verübt, während der Bus an dem Grenzübergang am Roten Meer wartete. Der vordere Teil des Fahrzeugs wurde von der Explosion zerfetzt. Mindestens vier Menschen starben.

Bei den Opfern handelt es sich nach Angaben aus Sicherheitskreisen um drei Urlauber aus Südkorea und den ägyptischen Busfahrer. Weitere 14 der insgesamt 30 koreanischen Fahrgäste wurden verletzt.

Der zerstörte Bus. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Der vordere Teil des Busses wurde von der Explosion zerfetzt. twitter.com/soliman91

Auf Twitter ist unterdessen eine Bekennerbotschaft aufgetaucht. In dem Text im Namen der Terrorgruppe Ansar Beit al-Makdis heisst es unter anderem: «Wir geben allen Staaten vier Tage Zeit, um die Ausreise ihrer Bürger aus dem Emirat Sinai zu organisieren – nach Ablauf dieser Frist werden sie für uns legitime Angriffsziele sein.» Ob die Botschaft echt ist, konnte zunächst nicht zweifelsfrei geklärt werden.

Widersprüchliche Angaben zum Tathergang

Nach dem Anschlag sind noch viele Fragen offen. Angehörige der Sicherheitskräfte machten am Montag widersprüchliche Aussagen zum Tathergang. Ein Polizeibeamter sagte, die Bombe sei unter dem Fahrersitz detoniert. Die Ermittlungen hätten ergeben, dass der Busfahrer auf dem Weg nach Taba mehrfach angehalten habe.

Es sei möglich, dass ein Putzmann bei einem Halt die Bombe im Bus versteckt habe. Aus der Polizeidirektion Süd-Sinai hiess es dagegen, ein Selbstmordattentäter sei vorne in den Bus eingestiegen und habe sich sofort in die Luft gesprengt.

Der Grenzübergang zu Israel. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Taba liegt direkt an der israelisch-ägyptischen Grenze am Roten Meer. Keystone

Vermeintlich sichere Badeorte

Die ägyptische Armee hatte nach dem Sturz von Präsident Mohammed Mursi im vergangenen Juli eine Offensive gegen islamistische Terroristen im Norden der Halbinsel gestartet. Die Badeorte Taba, Dahab, Nuwaiba und Scharm el Scheich, die im Süden des Sinai liegen, galten dagegen zuletzt als relativ sicher.

Bereits 2004 wurde in Taba ein blutiger Anschlag auf ein Hotel verübt. Damals starben 34 Menschen, darunter 12 Israelis. Zuletzt waren bei einer Explosion auf einem Basar in der Hauptstadt Kairo im Februar 2009 eine Französin getötet und mehrere andere Menschen verletzt worden.