Tränengas-Nebelmeer über Frankreichs Städten

Die Stimmung in mehreren französischen Städten ist geladener denn je. Bei Demonstrationen gegen Polizeigewalt eskaliert die Lage. Hintergrund ist der Tod eines Jungen vor einer Woche. Er war während einer Demo gegen ein Staudamm-Projekt durch eine Polizeigranate getötet worden.

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Heftige Zusammenstösse in Frankreich

1:06 min, vom 2.11.2014

Angespannte Lage in vielen französischen Städten. Am Samstag haben hunderte Menschen gegen Polizeigewalt demonstriert. Vielerorts ist die Lage dabei eskaliert – erneut.

Vor allem im westfranzösischen Nantes und im südfranzösischen Toulouse kam es zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei. Insgesamt wurden 34 Menschen festgenommen. Es gab den Behörden zufolge zahlreiche Verletzte.

Proteste richten sich auch gegen die Regierung

3:15 min, aus SRF 4 News aktuell vom 29.10.2014

Lage teils ausser Kontrolle

In den Innenstädten von Toulouse und Nantes geriet die Lage zeitweise ausser Kontrolle. Demonstranten griffen das massive Polizeiaufgebot mit Gegenständen an. Diese antworteten mit Tränengas.

Auch in Lille, Amiens, Bordeaux, Avignon, Montpellier, Brest und Saint-Brieuc protestierten die Menschen. Vielerorts wurden Scheiben eingeschlagen und Wände mit Parolen verschmiert.

Hintergrund ist der Tod eines 21-jährigen Umweltschützers vor einer Woche. Der Junge kam bei einer Demonstration nahe Toulouse gegen ein Staudamm-Projekt ums Leben. Getötet durch eine Polizeigranate.

In der Folge untersagte Innenminister Bernard Cazeneuve der Polizei den Einsatz von Granaten. Er wie auch Premierminister Manuel Valls verurteilten die Gewalt scharf.