Tropensturm hat Mexikos Festland erreicht

Sturm «Ingrid» ist in der Nähe vom Ort La Pesca in Mexiko angekommen. Zwei zeitgleiche Tropenstürme haben bisher mindestens 34 Menschen in den Tod gerissen. Tausende mussten fliehen.

Überschwemmungen bei Oaxaca (ohne Kommentar)

1:04 min, vom 16.9.2013

An der Ostküste von Mexiko hat Hurrikan «Ingrid» das Land in der Nähe von La Pesca erreicht. Mit 100 Stundenkilometern fegt er übers Land, begleitet von heftigem Regen. Die Behörden hatten an der Ostküste bereits mehr als 6000 Menschen in Sicherheit gebracht, nachdem zwei Flüsse über die Ufer getreten waren.

«Ingrid» ist allerdings nicht alleine. Auch Tropensturm «Manuel» treibt sein Unwesen in der Gegend. Beide Stürme rissen bisher mindestens 34 Menschen in den Tod. Die Stürme verursachten Überschwemmungen und Erdrutsche, wie der Zivilschutz und das Rote Kreuz mitteilten.

Fünf Menschen kamen demnach in Acapulco im Bundesstaat Guerrero durch den Einsturz einer Mauer ums Leben. Sechs Angehörige einer Familie starben in der Hafenstadt, als ihr Haus bei einem Erdrutsch verschüttet wurde.

Laut Puento kamen in Guerrero zudem eine Frau, ein Mann und ein Kind durch Erdrutsche ums Leben. Ein Vertreter des Zivilschutzes von Guerrero, Constantino Gonzales Vargas, berichtete zudem von einem Unfall, bei dem sechs Insassen eines Kleintransporters auf regennasser Strasse getötet wurden.

«Manuel» herabgestuft

In Guerrero wurden nach Angaben des Zivilschutzes mehr als 2000 Menschen in Sicherheit gebracht, davon allein 500 in Acapulco, wo das Wasser in einigen Vierteln einen Meter hoch stand. Mehr als 20'000 Haushalte waren ohne Stromversorgung.

Der Hafen und der Flughafen von Acapulco wurden geschlossen. In Guerrero musste zudem die Autobahn, die Mexiko-Stadt mit Acapulco verbindet, wegen Erdrutschen und Überschwemmungen gesperrt werden. Am Sonntagabend wurde «Manuel» zu einem tropischen Tief herabgestuft.

Ölplattformen evakuiert

Im Bundesstaat Veracruz wurden mindestens 20 Brücken durch die Wassermassen beschädigt und mehr als 70 Dörfer von der Aussenwelt abgeschnitten. Es galt die höchste Alarmstufe. Die staatliche Ölgesellschaft Pemex teilte mit, dass im Golf von Mexiko aus Sicherheitsgründen drei Ölplattformen evakuiert wurden.

Juan Manuel Caballero vom Nationalen Wetterdienst sprach von einer «ungewöhnlichen Situation». Nie zuvor sei Mexiko 24 Stunden nach einem Tropensturm von einem Hurrikan getroffen worden. Insgesamt waren 20 der 32 mexikanischen Bundesstaaten von den Stürmen betroffen.

Im zentralen Bundesstaat Hidalgo ertranken nach Angaben des dortigen Zivilschutzes eine Krankenschwester und ihr Fahrer, als ihr Auto von einem über die Ufer tretenden Fluss mitgerissen wurde. Eine Frau starb in dem Bundesstaat bei einem Erdrutsch.

Drei Menschen, darunter ein 16-Jähriger, wurden durch einen Erdrutsch im Bundesstaat Puebla getötet. Nach Angaben von Zivilschutz-Chef Puente gab es auch im südlichen Bundesstaat Oaxaca einen Todesfall im Zusammenhang mit dem Unwetter.