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Abkehr von Obamas Klimapolitik Trump gibt grünes Licht für umstrittene Öl-Pipelines

Legende: Video «Trump genehmigt Bau von Öl-Pipelines» abspielen. Laufzeit 0:24 Minuten.
Aus 10vor10 vom 24.01.2017.

US-Präsident Donald Trump will zwei umstrittene Pipeline-Projekte wieder aufnehmen, die sein Vorgänger Barack Obama gestoppt hatte. Trump unterzeichnete entsprechende Anordnungen.

Um diese Pipelines geht es:

  • Es geht zum einen um die Erweiterung der 2010 in Betrieb genommenen Keystone Pipeline, die Öl aus der kanadischen Provinz Alberta auf die US-Märkte bringen soll. Präsident Obama hatte dieses Projekt vor einem Jahr gestoppt, aus Gründen des Klimaschutzes.
  • Die zweite Pipeline ist in North Dakota und soll Öl von den Tausenden Frackingbohrstellen in den Staat Illinois transportieren. Die geplante Route führt an einem Indianerreservat entlang.

Dass Trump nun wieder grünes Licht für die Pipelines gegeben hat, gehört zu seinem Konzept, alte fossile Energieträger zu befeuern. Es bedeutet klar eine Abkehr der Politik Barack Obamas, der im Zuge seiner Klimapolitik auf Erneuerbare Energien setzen und damit auch neue Erlösquellen für die US-Wirtschaft erschliessen wollte.

Indianer sorgen sich um heilige Stätten

Trump sticht mit seiner Entscheidung in ein Wespennest. Gegen beide Projekte hatte es monatelangen Widerstand gegeben. Für heftige Auseinandersetzungen hatte besonders die Dakota-Access-Ölpipeline gesorgt.

Indianer mit Fahnen und Trommeln.
Legende: Die Indianer wehren sich gegen die Dakota-Pipeline. Sie sorgen sich mitunter über die Verschmutzung ihres Wassers. Keystone/Archivbild

Nach erbitterten Protesten von Ureinwohnern und Umweltschützern hatte Obama die Amtsstellen dazu angewiesen, Alternativen für den Abschnitt unter dem Fluss Missouri zu suchen.

Die Sioux-Indianer wehren sich gegen das Projekt, weil die Öl-Leitung durch heilige Stätten auf dem Land ihrer Vorfahren verlaufen soll. Zudem befürchten die Ureinwohner eine Verseuchung ihres Trinkwassers durch Lecks in der Leitung.

Als Unternehmer hatte Trump kräftig in die Pipeline-Betreiberfirma ETP.N und eine Holding (Phillips 66) investiert.

54 Kommentare

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  • Kommentar von Jean-Philippe Ducrey (Jean-Philippe Ducrey)
    @Chauvet: Keine Ahnung von den USA, aber immer feste draufhauen.... Dabei: Die Fracking-Firmen in North Dakota beschäftigen rund 8000 Native-Americans. In den Kohleabbaugebieten in der Navajo Nation (teilautonome Republik in den Staaten AZ, UT, NM; 170'000 Einw.) leben rund 62% der Haushalte von der Ausbeutung der Kohleminen. Im Hopi Tribe (Arizona) sogar 94%. Obamas Windenergie-Programm hat dort viel grössere Sorgen hervorgerufen, aber solche Meldungen passen halt nicht zur SRF-Ideologie...
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    1. Antwort von Marcel Chauvet (xyzz)
      Natürlich hatte, folgt man einem Twittler oder Ihnen, auch Obama "keine Ahnung von den USA", als er Bau und Planung der Pipelines dort einstellte. Allerdings habe ich schon eine Ahnung was da läuft, wenn ein Trump, der selbst in diese Pipelines beträchtlich investiert hat, zwei Tage nach seinem Amtsantritt den Bau anordnet und natürlich möglichst bald für sich Rendite sehen will
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    2. Antwort von Jean-Philippe Ducrey (Jean-Philippe Ducrey)
      Tja, Chauvet... laut brüllen hilft nicht viel... Sie haben effektiv keine Ahnung. Erstens: Obama hat den Bau der Pipelines nicht eingestellt, denn das kann er als US-Präsident gar nicht. Obama hat lediglich als "Oberster Nationalpark Chef" das Recht, das Land des betroffenen Nationalparks (konkret Badlands N.P.) für die Pipeline nicht zur Verfügung zu stellen. Zweitens: Obama seinerseits hat persönliche Beziehungen zur Windindustrie.... und dafür wäre dann Land im N.P. gut genug gewesen...
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    3. Antwort von Marcel Chauvet (xyzz)
      @Ducrey:Sie beißen sich rechthaberisch an Formualitäten fest, die nichts an der Tatsache ändern: Barack Obama hatte diese Ölpipelines verhindert, Trump macht den Weg wieder frei, wobei er "kräftig in die Pipeline-Betreiberfirma ETP.N und eine Holding (Phillips 66) investiert" hat . Auch die Umweltregulierungen will Twittler verringern. So einfach ist die Wahrheit. Twittlers Interessenkollisionen werden eine endlose Geschichte der US-Justiz sein, „emoluments clause“ kommt noch erschwerend hinzu.
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    4. Antwort von Jean-Philippe Ducrey (Jean-Philippe Ducrey)
      @Chauvet: Nein, Obama hat diese Pipeline nicht verhindern können. Er hat den Bau unnötig verzögert und verteuert. Aber das ist schon alles.
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  • Kommentar von Laurent Christen (kritisch bleiben)
    Die Ironie in Trumps Handlungen ist immer wieder verblüffend. Da kommt dieser Mann daher, schimpft über Einwanderer und fremde Kulturen, und was macht er dann? Er pfeift auf das Recht und die Kultur der Native Americans - der einzigen Menschen in den USA, die nicht selbst von Einwanderer*innen abstammen. Da poltert er gegen Korruption in Washington, und dann begünstigt er als Präsident eine Firma, in die er als Unternehmer investiert hat. Welch unbezahlbare Realsatire!
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    1. Antwort von Reto Camenisch (Horatio)
      L.C. Sie haben Recht mit den Immigranten.... So sagen Sitting Bull und Crazy Horse zu Trumputin: 'You are against Immigration? When do you leave our country?'
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  • Kommentar von Marcel Chauvet (xyzz)
    Jetzt sieht es so aus, dass die Ghettos der paar Ureinwohner Nordamerikas, die nach ihrer Ausrottung durch die weißen Einwanderer noch übrig geblieben sind, aufgrund der Anweisungen Trumps gefährdet sind. Vor Twittler hat offensichtlich niemand Ruhe, er kennt keine Tabus. Er unterzeichnet die Dokumente und seine Speichellecker stehen daneben und machen gute Mine zum bösen Spiel.
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