Zum Inhalt springen

Nukleare Aufrüstung «Trump hat das Prinzip der Atomabschreckung nicht begriffen»

Trump will die USA wieder zur führenden Atommacht machen. Ob seinen Worten auch Taten folgen, ist fraglich.

Legende: Audio Eine nukleare Aufrüstung brächte den USA militärisch gar nichts abspielen. Laufzeit 4:48 Minuten.
4:48 min, aus SRF 4 News aktuell vom 24.02.2017.

US-Präsident Donald Trump will atomar aufrüsten. Die USA müssten wieder «ganz nach oben» kommen, erklärte er in einem Interview. Es ist allerdings sehr unwahrscheinlich, dass er seinen Worten auch Taten folgen lässt.

Falls er es täte, würde das von Ex-Präsident Barack Obama unterzeichnete New-Start-Rüstungsabkommen mit den Russen sofort hinfällig. Damit wären jegliche Chancen dahin, die Beziehungen zwischen den USA und Russland zu verbessern. Eine nukleare Aufrüstung der USA würde Trumps erklärtem Ziel, das Verhältnis mit Moskau zu verbessern, komplett zuwiderlaufen.

Prinzip der Abschreckung nicht begriffen

Die Aussage des Präsidenten deutet eher darauf hin, dass er das Konzept der nuklearen Abschreckung noch gar nicht richtig begriffen hat.

Mit Verteidigungsminister James Mattis und Sicherheitsberater Herbert Raymond McMaster stehen in Trumps Kabinett nun mindestens zwei militärisch erfahrene und vernünftige Leute an Spitzenpositionen. Man kann daher hoffen, dass sie dem Präsidenten das Abschreckungsprinzip beibringen werden.

Nicht die Zahl der Sprengköpfe zählt

Dabei spielt es militärisch überhaupt keine Rolle, ob ein Land 100, 120 oder 150 Mal vernichtet werden könnte. Im Gegensatz zum traditionellen Waffenarsenal, wo Aufrüstung zu mehr Kampfkraft führt, geht es bei den Atomwaffen nicht um deren Einsatz, sondern um die Drohkulisse.

Mit ihrem Waffenarsenal signalisieren die Atommächte, bei einem nuklearen Angriff, mit vernichtender Wirkung zurückschlagen zu können.

Dazu braucht es aber nicht 7000 nukleare Gefechtsköpfe, ein paar Hundert würden genügen. Man könnte im atomaren Bereich daher massiv weiter abrüsten, und trotzdem die Drohkulisse aufrechterhalten.

Fredy Gsteiger

Portrait von Fredy Gsteiger

Der diplomatische Korrespondent ist stellvertretender Chefredaktor bei Radio SRF. Vor seiner Radiotätigkeit war er Auslandredaktor beim «St.Galler Tagblatt», Nahost-Redaktor und Paris-Korrespondent der «Zeit» und Chefredaktor der «Weltwoche».

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

67 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Karl Paul (Karl Paul)
    Es handelt sich um eine Milchbüchleinrechnung, welche Trump nicht verseht, offensichtlich nicht verstehen kann. Man wird ihn aber aufklären und dann wird er das Gegenteil von dem behaupten, was er jetzt sagt. Schuld an seinem Unwissen und der Kehrtwende seiner Meinung tragen dann selbstverständlich die fiesen Medien und nicht er.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Ch. Helfenstein (Ch. Helfenstein)
    Wenn man sich die Auswirkung von Tschernobyl oder Fukushima vor Augen hält, im ersten Fall bis im Südschwarzwald/ Elsass spürbar, spielt es eigentlich keine Rolle wer wieviel Atomwaffen hat. Drückt eine der beleidigten Leberwürste auf den Knopf, war es das. Dummerweise ist die Erde rund und alles wird vom Winde verweht. Die einzige Frage ist dann der Zeitpunkt und Ort. Da kann einer sich kurz über den "Sieg" freuen, vor dem Lichter löschen weltweit.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Maligan Jury (jury maligan)
    Ein typisches Beispiel vom arrogantem Journalismus: "Man kann daher hoffen, dass sie dem Präsidenten das Abschreckungsprinzip beibringen werden". Was sollen solche Berichte eigentlich bewirken? Immer noch schockiert von der "falschen" Wahl?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Marcel Kuriger (Marcel Kuriger)
      Wer sonst, als seine Berater, könnten denn dem Polit-, Militär-, Volkswirtschafts-, Finanz-, Bildungs-, Gesundheits-Amateur etwas beibringen veruchen?
      Ablehnen den Kommentar ablehnen