Trump trifft Parteigrössen der Republikaner

Donald Trump will für die Republikaner ins Weisse Haus ziehen. Doch wollen die Republikaner das überhaupt? Bei einem Treffen will der Immobilien-Mogul die Unterstützung der Parteigrössen einholen.

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Annäherung der Republikaner und Trump

0:59 min, aus Tagesschau vom 12.5.2016

Donald Trump ist der Kandidat mit den meisten Delegiertenstimmen im Präsidentschaftswahlkampf der Republikanischen Partei. Nun ist er mit führenden Vertretern seiner Partei in Washington zusammengekommen.

Vor allem der Vorsitzende des Abgeordnetenhauses, Paul Ryan, hatte sich zuletzt sehr reserviert über den schrill auftretenden und politisch wenig versierten Multimilliardär geäussert. Er könne ihm bisher noch nicht die Unterstützung zusichern, hoffe aber, dass dies in Zukunft möglich sein werde, hat Ryan erklärt.

Trumps Politik nicht republikanisch

Beim Establishment seiner eigenen Partei ist Trump wegen seiner Persönlichkeit, aber auch wegen seiner politischen Standpunkte unbeliebt. Er will den Mindestlohn erhöhen, internationale Handelsabkommen aufkündigen, hingegen die von Präsident Barack Obama eingeführte Krankenversicherung nicht abschaffen. Alles Positionen, die vor allem der konservative Flügel der Republikaner nicht teilt.

Keine Unterstützung von George W. Bush

Grosse Teile der Partei befürchten, dass Trumps Kandidatur negative Auswirkungen haben könnte: Nicht nur auf die Chancen der «Grand Old Party» bei der Präsidentschaftswahl am 8. November, sondern auch auf die Kongresswahlen. Im Senat und im Abgeordnetenhaus verfügen die Republikaner derzeit über eine Mehrheit.

Mehrere führende Politiker haben bereits ihre Teilnahme am Nominierungsparteitag im Juli in Cleveland, Ohio, abgesagt. Andere prominente Republikaner, etwa der frühere Präsident George W. Bush und sein Bruder Jeb Bush, haben angekündigt, Trump nicht zu wählen.

Peter Düggeli zur gegenseitigen Abhängigkeit

1:10 min, aus Tagesschau vom 12.5.2016

Gegenseitige Abhängigkeit

Mit dem Treffen von Trump mit Vertretern der Republikanischen Partei ist wohl die Einsicht gereift, dass man sich gegenseitig braucht, sagt SRF-Korrespondent Peter Düggeli. in Washington: «Die Partei braucht Trump, weil er ihr Kandidat sein wird und weil Trump so viele neue Wähler in die Partei gebracht hat. Aber auch Trump braucht die Republikanische Partei, weil sie ein grosses Netzwerk und Geld hat.»

Derzeit stünden Geldgeber aber noch auf der Bremse. Trump werde bis zu 1,5 Milliarden Dollar brauchen, um gegen Hillary Clinton eine Chance zu haben. Wegen dieser gegenseitigen Abhängigkeit werde Trump aber nicht über Nacht plötzlich ein treuer Parteisoldat, sagt Düggeli. «Er wird weiter provozieren, um seine Wähler zu halten. Aber er wird vermutlich weniger gegen die Parteileitung poltern und ein bisschen mehr gegen Hillary Clinton.»

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Trump räumt ab, Clinton tut sich schwer

    Aus Tagesschau vom 11.5.2016

    Während Donald Trump Sieg um Sieg feiert, wird Hillary Clinton von ihrem demokratischen Gegenspieler Bernie Sanders gebremst. Dieser gewinnt bei den Vorwahlen in West Virginia. Insgesamt liegt Clinton aber immer noch weit vor Sanders.

  • FOKUS: Donald Trump als Kandidat gesetzt

    Aus 10vor10 vom 4.5.2016

    Nach seinem Sieg im US-Bundesstaat Indiana steht Donald Trump als republikanischer Präsidentschaftskandidat so gut wie fest. Nun richtet er seinen Kampf gegen die stärkste Gegnerin aus dem demokratischen Lager: Hilary Clinton. Im «10vor10»-Studio analysiert Politologe James W. Davis die Ausgangslage.

  • FOKUS: Trump – ohne Programm zum Sieg?

    Aus 10vor10 vom 4.5.2016

    Seinen Erfolg feiert Donald Trump mit den immer selben Worten: «Make America great again.» Doch wie genau er die USA wieder gross machen will, das ist nicht bekannt. Ein konkretes Programm hat der Multi-Milliardär bislang nicht präsentiert. Kann er der Demokratin Hillary Clinton bei der Wahl trotzdem gefährlich werden?

  • Cruz steigt aus – Weg frei für Trump

    Aus Tagesschau vom 4.5.2016

    Donald Trump gilt als gesetzter Kandidat der Republikaner. Dies nicht zuletzt, dank seines Siegs über den ärgsten innerparteilichen Konkurrenten Ted Cruz. Das Rennen um die amerikanische Präsidentschaft dürften somit Donald Trump und Hillary Clinton unter sich ausmachen. Einschätzungen von USA-Korrespondent Peter Düggeli.