Sensible Daten weitergegeben «Trumps Indiskretion könnte Geheimagenten in Gefahr bringen»

Trumps Weitergabe geheimer Informationen an Russland: SRF-Korrespondent Peter Düggeli erklärt, warum dies heikel ist.

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Widersprüchliche Angaben aus dem Weissen Haus

1:51 min, aus Tagesschau vom 16.5.2017

SRF News: Weshalb ist der Austausch dieser geheimen Informationen mit der russischen Regierung so brisant?

Peter Düggeli: Russland könnte aufgrund dieser Informationen möglicherweise herausfinden, mit welchen Partner-Geheimdiensten die USA im Nahen Osten zusammenarbeiten, welche Quellen und Agenten diese haben und welche Methoden sie anwenden. Deshalb könnten nun auch Agenten in Gefahr sein, die beispielsweise dem syrischen Regime ein Dorn im Auge sind.

Was man Russland preisgibt, gibt man auch dem syrischen Regime preis?

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Peter Düggeli

Porträt Peter Düggeli

SRF-Korrespondent Peter Düggeli arbeitet seit Sommer 2015 in Washington. Er ist seit 2010 bei SRF. Düggeli studierte an der Universität Freiburg Geschichte und Englisch und schloss sein Studium 1999 mit einem Lizenziat ab.

Es ist davon auszugehen. Russland hat in Syrien ein ganz ein anderes Ziel als die USA und steht hinter dem Kriegstreiber Assad, der Giftwaffen eingesetzt hat. Insofern macht es nicht viel Sinn, wenn die USA den Russen hochsensible Geheimdienstinformationen weitergibt.

Weiss man, worum es im Gespräch zwischen Donald Trump und dem russischen Aussenminister Sergej Lawrow ging?

Es gibt dazu keine gesicherten Informationen. Es gibt Gerüchte, wonach sich Trump mit Lawrow über die neuen möglichen Anschlags-Methoden der Terrormiliz IS unterhalten haben soll. Mögliche Anschläge mittels Notebook-Computern bereiten den Amerikanern Sorgen. Deshalb haben sie Laptops auf Flugverbindungen aus gewissen Ländern in die USA verboten. Man geht davon aus, dass als nächstes Fluggesellschaften aus Europa betroffenen sein könnten.

«Die Geheimdienste fühlen sich nicht ernst genommen»

2:22 min, aus Tagesschau vom 16.5.2017

Die Fehltritte von Präsident Trump häufen sich. Wie lange halten die Republikaner noch zu ihm?

Donald Trump hat immer noch einen grossen Teil der Republikaner hinter sich. Denn die Geheimdienste haben noch keine sogenannte «Smoking Gun» gefunden. Keinen «rauchenden Colt» als Nachweis also, dass Trump ein Gesetz gebrochen hätte.

Die Republikaner nehmen Trumps Fehltritte in Kauf, weil er für sie immer noch nützlich ist. Sie wollen jetzt nach acht langen Obama-Jahren endlich ihre politische Agenda durchdrücken. Es ist aber schon so, dass die Unterstützung bei der republikanischen Partei schwindet. Da ist zum Beispiel der einflussreiche republikanische Senator Bob Corker aus Tennessee, der letzthin gesagt hat, das Chaos im Weissen Haus sei besorgniserregend. Damit hat er sich klarer als auch schon gegen Trump geäussert.

Das Gespräch führte Christa Gall.