Der neue US-Präsident Trumps Telefon-Diplomatie mit Putin, Merkel und Hollande

Das Wichtigste in Kürze

  • Donald Trump und Wladimir Putin sind sich einig über die Notwendigkeit eines Kampfes gegen den Terrorismus und den Islamischen Staat.
  • Angela Merkel und Trump betonen «fundamentale Bedeutung» der Nato.
  • Trump sagt Teilnahme am G20-Gipfel in Hamburg im Juli zu.
  • Merkel wird «bald» zu einem Besuch in Washington erwartet.
  • François Hollande erinnert Trump an demokratische Grundprinzipien und warnt for Protektionismus.

US-Präsident Donald Trump hat am Samstag seine Telefon-Diplomatie aufgenommen. Er sprach mit Russlands Präsident Wladimir Putin, Frankreichs Präsident François Hollande und der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Merkel und Trump wollen die bilateralen Beziehungen beider Länder weiter ausbauen. Darauf hätten sie sich am Telefon verständigt, teilte Merkels Sprecher Steffen Seibert mit.

Regierungssprecher Steffen Seibert

«Fundamentale Bedeutung» der Nato

Merkel und Trump seien sich einig gewesen, wie wichtig sowohl die deutsch-amerikanische Zusammenarbeit für die Sicherheit und den Wohlstand beider Länder seien, hiess es. Beide seien überzeugt, dass die «Nato sich den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts stellen muss und dass eine gemeinsame Verteidigung angemessene Investitionen in die militärischen Fähigkeiten und einen fairen Beitrag aller Verbündeten zur kollektiven Sicherheit erfordert», hiess es weiter. Hintergrund sind Trumps Forderungen nach höheren Verteidigungsausgaben der europäischen Verbündeten.

Weitere Themen waren die Lage im Mittleren Osten, in Nordafrika sowie die Beziehungen zu Russland und der Konflikt in der Ostukraine. Ob im Telefonat auch über die Aufhebung der Sanktionen gegen Russland gesprochen wurde, teilte Seibert nicht mit. Deutschland und Frankreich hatten zuvor klar gemacht, dass die EU-Sanktionen gegen Russland wegen des Ukraine-Konflikts erst bei Fortschritten beim Friedensabkommen von Minsk gelockert würden. Es wird spekuliert, ob Trump die US-Sanktionen gegen Russland aufheben könnte.

In dem Telefonat habe Trump auch seine Teilnahme am G20-Treffen in Hamburg im Juli zugesagt, teilte Seibert weiter mit. Trump habe «seine Freude ausgedrückt, sie bald in Washington zu begrüssen». Der Meinungsaustausch habe 45 Minuten gedauert, teilte Trumps Mediensprecher Sean Spicer mit.

Gemeinsamer Kampf gegen Terrorismus

Der russische Präsident Wladimir Putin sprach in seinem ersten Telefonat mit Trump über eine enge Kooperation und Absprache beim Kampf gegen die Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) und andere radikale Gruppen in Syrien. Laut dem Präsidialamt in Moskau sollen die Wirtschaftskontakte zwischen ihren Staaten wiederbelebt und die gegenseitigen Beziehungen stabilisiert werden.

Die beiden Politiker hätten auch über die Lage in der Ukraine gesprochen. Ausserdem seien sie übereingekommen, ein Treffen vorzubereiten, erklärte das Präsidialamt.

Demokratie und kein Protektionismus

Auch Frankreichs Staatspräsident François Hollande telefonierte mit Trump und forderte ihn auf, demokratische Grundprinzipien wie die Aufnahme von Flüchtlingen zu achten. Das teilte der Élysée-Palast mit. Hollande warnte vor den wirtschaftlichen und politischen Folgen einer protektionistischen Haltung: «Angesichts einer instabilen und unsicheren Welt ist die Abschottung eine Antwort ohne Ausweg».

Der Kampf gegen den Terrorismus sei eine Priorität für Frankreich und die USA. «Der Präsident der Republik hat seine Entschlossenheit bekräftigt, die in Irak und in Syrien geführten Einsätze fortzusetzen», hiess es in der Erklärung.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Eine Woche Trump als US-Präsident

    Aus Tagesschau vom 28.1.2017

    Donald Trump ist seit einer Woche US-Präsident. Eine Bilanz. US-Präsident Donald Trump hat ein Dekret unterzeichnet: Für die nächsten vier Monate sollen keine Flüchtlinge mehr in die USA einreisen dürfen. Und muslimische Besucher aus verschiedenen Ländern – in den nächsten drei Monaten unerwünscht.

  • Mit lauten Tönen gegen Trump

    Aus Echo der Zeit vom 22.1.2017

    Allein in Washington versammelten sich am Samstag Hunderttausende, vor allem Frauen, um gegen den frisch eingesetzten Präsidenten Donald Trump zu demonstrieren. Da ist also viel Wille, sich gegen Trumps Politik zu wehren.

    Aber welche Möglichkeiten hat denn die Opposition, ausserhalb und im Parlament? Reportage und ein Gespräch.

    Ruth Wittwer und Beat Soltermann