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International Türkei beschiesst Kurden in Syrien – erste türkische Opfer

Im Norden Syriens ist ein türkischer Soldat getötet worden, drei weitere wurden verletzt. Es ist der erste Bericht über türkische Opfer seit dem Start der türkischen Militär-Offensive am Mittwoch.

Legende: Video Türkei beschiesst Stellungen kurdischer Milizen in Syrien abspielen. Laufzeit 1:58 Minuten.
Aus Tagesschau Spätausgabe Wochenende vom 27.08.2016.
Karte
Legende: Die Region zwischen der Türkei und Syrien ist stark umkämpft. SRF

Eine Rakete habe einen türkischen Panzer getroffen, melden türkische Nachrichtenagenturen. Abgefeuert worden sei sie aus dem Gebiet der Kurdenmiliz YPG. Die türkische Armee habe ihrerseits Stellungen der YPG angegriffen, hiess es weiter. Kampfjets flogen ausserdem Angriffe gegen Einrichtungen der Terrormiliz «Islamischer Staat».

Gestern waren türkische Panzer tiefer in syrisches Gebiet vorgedrungen und hatten sich erstmals direkte Kämpfe mit den Kurden geliefert.
Die Türkei hatte ihre Offensive in Nordsyrien am Mittwoch gestartet. Mittlerweile sind nach türkischen Medienberichten mehrere Dutzend Panzer und fast 400 Soldaten dort im Einsatz.
Die Türkei will einerseits den IS bekämpfen, andererseits aber auch die syrischen Kurden der YPG zurückdrängen. Ankara fürchtet, dass an der türkischen Grenze ein Kurdenstaat entstehen könnte und die kurdische PKK in der Türkei von diesem profitieren würde.
Das Vorgehen der Türkei macht die Situation in Syrien noch komplizierter: Die YPG-Miliz wird von der Türkei bekämpft, aber von den USA unterstützt. Allerdings forderten zuletzt auch die USA einen Rückzug der Rebellen hinter eine Linie östlich des Flusses Euphrat.

Weit weg vom Frieden

Unterdessen haben sich die Aussenminister der USA und Russlands grundsätzlich auf Schritte zu einer Waffenruhe in Syrien verständigt. Offene Fragen sind allerdings noch zu klären. Experten beider Länder treffen sich in den kommenden Tagen in Genf.

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14 Kommentare

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  • Kommentar von m. mitulla (m.mitulla)
    Würde das Wort "Kurden" mit "Juden" ersetzt, wüsste jeder wie und wo das heutige Regime der Türkei einzuschätzen ist... Es soll Nordsyrien endlich wieder dem "grosstürkischen Reich" angeschlossen werden!
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    1. Antwort von Albert Planta (Plal)
      Die Kurden werden nicht erst seit Erdowahn unterdrückt, sondern schon von sämtlichen Regierungen seit Atatürk. Das mit dem "grosstürkischen Reich" gehört in das Reich der Fabeln. Die Juden hatten übrigens eine komplett andere Stellung im damaligen Reich als die Kurden.
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    2. Antwort von m. mitulla (m.mitulla)
      Ein kurzer Blick in die Geschichtsbücher würde Ihnen die Ausmasse des "Osmanischen Reiches", welches im 17.Jh. seine grösste Ausdehnung hatte, zeigen, A.Planta. Darin waren nicht nur der Irak und Teile Syriens eingeschlossen, sondern viele andere Gebiete, u.a. auch die heiligen muslimischen Stätten Mekka und Medina.
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  • Kommentar von Henri Jendly (Henri Jendly)
    Nichts desto trotz: Erdogan zeigt sein wahres Gesicht. Ein Heuchler vor dem Herrn.
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  • Kommentar von Christian Szabo (C. Szabo)
    SOHR ist eine einseitige Propaganda-Abteilung. Bitte mehr Qualität. Wann schafft es SRF wieder einmal, gut recherchierte Beiträge zu veröffentlichen statt vorgekauten, internationalen Einheitsbrei zum besten zu geben.
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    1. Antwort von Stefan von Känel (Trottel der feinen Gesellschaft)
      Das ist in der Tat unbegreiflich. Die SRG sägt mit diesem Verhalten am Ast, auf dem sie sitzt. Solche Dinge werden ein Faktor für ein Ja oder Nein bei der No-Billag-Initiative und ähnlichen Vorlagen in Zukunft sein. Gebührenfinanzierte Weiterverbreitung von gratis-Agenturmeldungen, die erwiesenermassen parteiisch sind, ist kein nachhaltiges Geschäftsmodell. So was mag früher noch funktioniert haben. Heute geht es nicht mehr.
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