Türkei entsendet Soldaten in den Irak – Bagdad fordert Abzug

Die Türkei hat Truppen in die nordirakische Region Mossul verlegt, um dort irakische Soldaten im Kampf gegen die Terror-Organisation IS auszubilden. Der irakische Premier reagierte umgehend und kritisierte, die Türkei habe die Truppen ohne Rücksprache Bagdads entsandt.

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Bildlegende: Türkische Soldaten sollen die irakische Grenze überschritten haben. Keystone/Archiv

Mehrere Hundert türkische Soldaten sind laut Sicherheitskreisen in die nordirakische Region Mossul verlegt worden, um dort irakische Truppen auszubilden. Die Mitgliedsstaaten der gegen die Terrormiliz IS kämpfenden Koalition seien über den Schritt informiert.

Die Soldaten hätten sich bereits zuvor im kurdischen Teil des Irak aufgehalten, hiess es. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) brachte die Millionenstadt Mossul 2014 unter ihre Kontrolle.

Die Entsendung der türkischen Soldaten sei Teil von routinemässigen Ausbildungsübungen. Ein Bataillon habe die Region Mossul Baschika erreicht. Um wie viele Soldaten es sich genau handelt, wurde nicht mitgeteilt.

Bagdad kritisiert

Deren Aufgabe sei auch die Ausbildung kurdischer Peschmerga-Kämpfer. Die Türkei unterhält enge Beziehungen zum autonomen Kurdengebiet im Nordirak, die Kurdengruppen in Syrien werden dagegen als feindlich eingestuft.

Der Irak forderte den sofortigen Abzug der türkischen Truppen. In US-Regierungskreisen hiess es, die Truppenbewegung erfolge nicht im Rahmen der US-geführten Anti-IS-Koalition.

Die Entsendung der Einsatzkräfte sei ohne Zustimmung der Regierung erfolgt, hiess es in einer Erklärung des irakischen Ministerpräsidenten Hader al-Abadi. Es handle sich um eine «ernste Verletzung der irakischen Souveränität». Die Stationierung der Soldaten sowie mehrerer Panzer und Artilleriegeschütze sei «weder auf Bitten noch mit Genehmigung» Bagdads erfolgt.

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