Türkei interveniert mit Bodentruppen im Nordirak

Die Türkei wird nun auch mit Bodentruppen im Nordirak aktiv. Dabei handelt es sich laut der Regierung um eine befristete Operation. In den letzten Tagen hatte die Armee massive Luftangriffe gegen die PKK geflogen, mitunter im Irak.

Türkische Soldaten sichern mit Panzern einen Ort in den Bergen nahe der irakischen Grenze Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Türkische Soldaten in den Bergen unweit von Hakkari, einer türkischen Stadt nahe der irakischen Grenze. Keystone

Der Konflikt der Türkei mit der kurdischen Untergrundorganisation PKK weitet sich aus. Türkische Bodentruppen sind im Nordirak einmarschiert, wo die PKK verschiedene Stützpunkte hat.

Türkische Bodentruppen im Irak

1:05 min, aus Tagesschau vom 8.9.2015

Zwei Bataillone einer Spezialeinheit verfolgten zwei Rebellengruppen der PKK in dem bergigen Gebiet, wie die Nachrichtenagentur Dogan meldete. Sie würden aus der Luft von Kampfjets unterstützt.

Ein Militärsprecher sagte, es handle sich um einen kurzen Einsatz, um die Attentäter vom Sonntag zu fassen. Kurdische Kämpfer hatten am Sonntag Soldaten in der Türkei angegriffen, wobei 16 von ihnen ums Leben kamen.

Auch heute Dienstag wurden bei einem Bombenanschlag in der Osttürkei 14 Polizisten getötet. Am Tag zuvor hatte die Armee Angriffe gegen die PKK geflogen und nach eigenen Angaben mindestens 35 PKK-Kämpfer getötet.

Der Journalist Thomas sieht keinen grossen militärischen Sinn in der Intervention: «Damit soll vor allem die türkische Öffentlichkeit beruhigt werden. Den Türken soll gezeigt werden, dass Regierung und Armee alles tun, um die PKK zu bekämpfen.»

Seibert stuft auch nicht den militärischen Aspekt als beunruhigend ein: «Das Gefährliche ist, dass allmählich die Bevölkerung in die Konfrontationen hineingezogen wird. Es gibt stark nationalistische antikurdisch-geprägte Proteste.»

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel