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International Türkei stellt Verhaftungsgesuch für Gülen an die USA

Die Türkei hat in den USA offiziell die Verhaftung des USA-lebenden türkischen Geistlichen Fethullah Gülen beantragt. Der türkische Präsident Erdogan macht Mitglieder der religiösen Bewegung der Gülen für den gescheiterten Putsch in der Türkei vor zwei Monaten verantwortlich.

Imam Fethullah Gülen.
Legende: Aus der heimlichen Fehde der beiden ehemaligen Verbündeten Gülen und Erdogan ist ein offener Machtkampf geworden. Keystone

Gülen in den USA

Gülen lebt seit 1999 in den USA. Bis zum Bruch 2013 war er ein enger Verbündeter von Erdogan. Seit dem Putschversuch geht die Türkei unter anderem gegen mutmassliche Anhänger des Predigers vor.

Das türkische Justizministerium hat von den USA offiziell die Festnahme des Predigers Fethullah Gülen gefordert, den Ankara für den Putschversuch von Mitte Juli verantwortlich macht. Ein entsprechendes Schreiben sei übermittelt worden, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu unter Berufung auf das Justizministerium.

Gegen den Prediger liegen bereits zwei türkische Haftbefehle vor. Wegen des Putschversuchs wurde Anfang August von einem Istanbuler Gericht ein Haftbefehl verlassen, ein anderer liegt aus dem vergangenen Jahr wegen «Gründung und Führung einer bewaffneten Terrororganisation» vor. Präsident Recep Tayyip Erdogan fordert immer wieder die Auslieferung Gülens. Die USA wiederum fordern von der Türkei Beweise, die belegen, dass Gülen verantwortlich für den Putschversuch ist.

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6 Kommentare

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  • Kommentar von James Klausner (Harder11)
    Gerne sähe man mal Stichhaltiges zu den Vorwürfen gegen Herrn Gülen. Der Zorn Erdogans fusst allein auf "Majestätsbeleidigung". Gülen hat sich erlaubt, Erdogan und seine Entourage öffentlich als Korrupt zu bezeichnen. Nun ist jede Hinterhältigkeit gut genug, um Gülen zum Verstummen zu bringen. Die Rolle als Sündenbock für den Putsch bietet sich da an.
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  • Kommentar von Philipp Etter (Philipp Etter)
    Hier geht es um weit mehr als Gülen. Mir scheint die Frage wichtiger, ob sich Erdogan mehr den Russen oder den Amerikanern zuwendet. Wenn die Amerikaner Gülen nicht ausliefern, könnte das durchaus auch Auswirkungen auf die NATO-Mitgliedschaft der Türkei haben. Ob es für ein Land, welches zusehends muslimischer wird von Nutzen ist, in der Nato zu verbleiben, wage ich zu bezweifeln.
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    1. Antwort von James Klausner (Harder11)
      Die Feindschaft zwischen Türken und Russen ist alt und vielschichtig, Erdogan wird sich NIE "den Russen zuwenden", wie Sie es nennen. Erdogan sucht den Platz der Türkei als Vormacht in der Region Nahost/Zentralasien, zur persönlichen Glorie. Dazu würde er sich mit jedem einlassen der gerade von Nutzen ist. Der IS beschäftigt die Kurden, der Flirt mit Putin betont sein strategisches Gewicht in der NATO. es geht nie um Heirat, sondern bloss um die Mitgift.
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  • Kommentar von Thomas Steiner (Thomas Steiner)
    Beweise wirds wohl nicht geben. Genauso gut möglich dass das ein Insidejob der AKP war.
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