Terror in der Türkei Türkische Regierung vermutet PKK hinter jüngstem Anschlag

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Noch hat sich niemand zur Tat bekannt

0:50 min, aus Tagesschau vom 17.12.2016
  • In der zentraltürkischen Stadt Kayseri hat sich am Morgen ein Terrorakt ereignet.
  • Bei einem Bombenanschlag auf einen mit Soldaten besetzten Bus kamen mindestens 13 Soldaten ums Leben.
  • Mindestens 56 weitere Menschen wurden verletzt – darunter sechs schwer.
  • Der Selbstmordattentäter soll die Autobombe neben dem Bus gezündet haben, als dieser vorbeifuhr. Die Bombe zerstörte den vorbeifahrenden Bus vollständig.
  • Zur Täterschaft ist bislang noch nichts bekannt. Dennoch vermutet die türkische Regierung die verbotene Arbeiterpartei PKK hinter dem Terroranschlag.

Der Vize-Ministerpräsident Numan Kurtulmus sagte, dass alle Anzeichen auf eine Urheberschaft der PKK hindeute. Die Untersuchungen seien aber noch nicht abgeschlossen. Daher sei es noch zu früh für eine endgültige Schuldzuweisung.

Erdogan: Alle Bürger seien im Visier

Nach dem erneuten tödlichen Anschlag auf Sicherheitskräfte sieht Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan derweil das gesamte Land im Visier von Terrororganisationen. Die Anschläge gälten nicht nur Soldaten und Polizisten, «sondern allen unseren 79 Millionen Bürgern», hiess es nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu in einer Mitteilung Erdogans.

Man wisse zudem, dass die Angriffe in Verbindung stünden mit den Entwicklungen in Syrien und im Irak, aber auch mit wirtschaftlichen «Schwankungen» in der Türkei. Die Terrorgruppen würden indes «im Geiste der nationalen Mobilmachung» bekämpft werden.

Doppelanschlag in Istanbul vor einer Woche

Bereits vor einer Woche wurden durch zwei Bombenanschläge in der Nähe eines Fussballstadions in Istanbul 44 Menschen getötet und über 100 weitere verletzt. Zum Doppelanschlag hatte sich damals eine Splittergruppe der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK bekannt. Als Reaktion darauf nahmen die türkischen Behörden mehr als 200 Politiker der prokurdischen Partei HDP fest.

In der Türkei verübte in den vergangenen Monaten aber auch die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) eine Reihe von Anschlägen. Im Juni wurden bei einem Selbstmordattentat im Istanbuler Atatürk-Flughafen 47 Menschen getötet, im August sprengte sich ein Attentäter auf einer kurdischen Hochzeit in Gaziantep im Südosten des Landes in die Luft und riss fast 60 Menschen mit in den Tod.