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International Türkische Vertreter hetzen in der Schweiz gegen Erdogan-Kritiker

In der Schweiz hetzen von der Türkei bezahlte Imame und andere staatsnahe Vertreter der Türkei öffentlich gegen Anhänger der Gülen-Bewegung. In Zürich wohnte dem auch die türkische General-Konsulin bei. Dies zeigen Bild-Dokumente, die «10vor10» vorliegen.

Legende: Video «Erdogan-Anhänger hetzen in der Schweiz» abspielen. Laufzeit 4:35 Minuten.
Aus 10vor10 vom 29.07.2016.

«Ihr Terroristen von Fetullah Gülen: Euer Ende ist gekommen! Euer Ende ist gekommen! Nun gibt es kein Loch mehr, in dem ihr Euch verstecken könnt», rief Murat Sahin.

Der Geschäftsführer des Erdogan-nahen Vereins Union europäisch-türkischer Demokraten (UETD) in der Schweiz drohte einen Tag nach dem Putschversuch in einer Versammlung vor dem türkischen Konsulat in Zürich den Gülen-Anhänger. Das zeigen Recherchen von SRF.

Brisant: Dabei anwesend war auch die türkische General-Konsulin Asli Oral. Auf die gewaltaufrufende Rede angesprochen, sagt sie gegenüber «10vor10»: «Ich erachte diese Aussagen weder als gewalttätige Drohung, noch glaube ich, dass sie gegen den Rechtsstaat verstossen.»

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Legende: Am 16. Juli versammelten sich rund 200 Menschen in Zürich, um für den Staatspräsident Erdogan zu demonstrieren. Keystone

Zu den Diskussion rund um die Todesstrafe sagt sie: «Diese Forderung ist eine Meinung, die wir respektieren sollten.»

Politischen Gegnern der Galgen

Die UETD ist nicht die einzige Organisation, die sich aggressiv gegen Andersdenkende äussert: Ein Imam in Ostermundigen hat via Facebook ebenfalls dazu aufgerufen, die politischen Gegner an den Galgen zu bringen. Bezahlt wird er von «Diyanet», dem türkischen Religionsministerium.

Roland Rino Büchel, Präsident der aussenpolitischen Nationalratskommission, ist beunruhigt. «Das geht definitiv nicht», sagt er. Und fordert, dass die Vorkommnisse strafrechtlich untersucht werden.

72 Kommentare

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  • Kommentar von Christophe Bühler ((Bühli))
    Gleiches Recht für alle: Ostrom, Konstantinopel, neu Istambul, wüsste nicht wenn sich Schweizer dort jemals politisch betätigt hätten.
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  • Kommentar von Tumepeux Imiolsch (Tumepeux Imiolsch)
    Man kann den Erdogan toll finden oder nicht. Was mir mehr Probleme bereitet ist die Tatsache, dass dieser Mann auf demokratische Weise an die Spitze seines Landes gewählt wurde. Es ist das türkische Volk, dass Erdogan unterstützt auch was sein Benehmen gegen die Opposition im Lande betrifft. Dieses Türkei gehört nicht in die EU. Es ist nicht nur Erdogan, der nicht in ein liberales Europa gehört, es ist das Türkische Volk, das ihn gewählt hat und weiter unterstützt.
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  • Kommentar von Hans Bernoulli (H.Bernoulli)
    @P. Zurbuchen: Mit Ihnen einverstanden! Rechtsstaat respektieren! Aber sollte da die CH - immer im Rahmen des Gesetzes - nicht eindeutige Zeichen setzen? Also z.B. türkischen Diplomaten einbestellen, ev. ausweisen usw.? Was liegt im Rahmen der Gesetzgebung? Welche Anklagepunkte wären möglich: Aufwiegelung, Anstachelung zu Gewalt / Mord usw.? Die Gefahr besteht, dass die offizielle CH aus "diplomatischen" Gründen kuschelt - das wäre auch nicht im Sinne des Rechtsstaates.
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