Zum Inhalt springen
Inhalt

Überraschung in New York Diese Newcomerin lehrt Polit-Urgestein das Fürchten

Legende: Audio Primaries in New York: Überraschung bei den Demokraten abspielen. Laufzeit 03:47 Minuten.
03:47 min, aus SRF 4 News aktuell vom 27.06.2018.
  • Bei den US-Demokraten muss der erfahrene Politiker Joe Crowley eine Vorwahl-Niederlage gegen eine Politik-Newcomerin einstecken.
  • Crowley, seit 20 Jahren Abgeordneter für einen New Yorker Distrikt, verlor in seinem Wahlkreis gegen die 28-jährige Alexandria Ocasio-Cortez.
  • Die linksgerichtete Ocasio-Cortez stammt aus der Bronx und ist eine Anhängerin des früheren Präsidentschaftsanwärters Bernie Sanders.
Alexandria Ocasio-Cortez an einem Maschendrahtzaun
Legende: Alexandria Ocasio-Cortez, hier beim Protest gegen die Trennung von Familien an der Grenze. Imago

Momentan finden in verschiedenen US-Bundesstaaten Vorwahlen statt. Die Parteien entscheiden, wen sie im November ins Rennen um das Repräsentantenhaus und um einen Drittel der Sitze im Senat schicken. Die Demokraten hoffen, die Mehrheit im Repräsentantenhaus zurückzugewinnen.

Bei dieser Vorauswahl ist es in New York zu einer ziemlichen Überraschung bei den Demokraten gekommen. Eine Nachwuchspolitikerin löst einen etablierten Kongressabgeordneten ab. Die 28-jährige Alexandria Ocasio-Cortez hat Joe Crowley geschlagen – mit mehr als 57 Prozent der Stimmen.

Crowley sitzt seit fast 20 Jahren im Repräsentantenhaus. In der Zeit ist er zur Nummer vier der Fraktion aufgestiegen und gehört zum Establishment der Demokratischen Partei. Der 56-Jährige war zuletzt als Nachfolger der demokratischen Fraktionschefin Nancy Pelosi gehandelt worden.

Joe Crowley
Legende: Joseph Crowley, Joe genannt, verlor mit 15 Punkten Abstand auf seine junge Konkurrentin. Keystone

Das New Yorker Ergebnis der Vorwahlen sei wegweisend, kommentieren dies zahlreiche US-Medien. Crowley sei der erste etablierte Demokrat, der dieses Jahr eine Vorwahl verloren habe, schreibt etwa die «New York Times».

Vorbote für einen Linksruck?

Ocasio-Cortez steht politisch links von Crowley. Sie bezeichnet sich selbst als Sozialistin, als Progressive. Dass sie nun gewonnen habe, sei ein Zeichen dafür, dass unter Präsident Donald Trump der linke Flügel der Demokraten Aufwind erhalte, schätzt beispielsweise das US-Nachrichtenportal Axios.

Ich bin an einem Ort geboren, an dem deine Postleitzahl dein Schicksal bestimmt.
Autor: Alexandria Ocasio-Cortez

Die 28-Jährige hat im Herbst die Chance, die jüngste Frau zu werden, die je ins Repräsentantenhaus gewählt wurde. Es ist ihre erste politische Kampagne.

In einem ihrer Wahlkampfspots stellt sich Ocasio-Cortez als New Yorker Aktivistin mit puerto-ricanischen Wurzeln vor. «Ich bin an einem Ort geboren, an dem deine Postleitzahl dein Schicksal bestimmt.» Sie stamme nicht aus einer mächtigen Familie, sondern aus einer Arbeiterfamilie, so Ocasio-Cortez.

Warnung an andere Demokraten

Ihren Rivalen Crowley bezeichnete sie hingegen als abgehoben und elitär. Crowley lebe nicht in New York und schicke seine Kinder in Washington zur Schule, sagt sie in dem Video. «Es sind eben nicht alle Demokraten gleich.» Manche würden sich bezahlen lassen. Aber: «Die haben Geld, wir haben Leute», so Ocasio-Cortez. Diese Strategie hat offenbar funktioniert.

Hinzu kommt laut Meinung von Beobachtern: Crowley hat die Vorwahlen nicht ernst genug genommen. Statt selber an einer Debatte gegen Ocasio-Cortez anzutreten, schickte Crowley eine Vertretung. Seine Niederlage sei deshalb eine Warnung an andere etablierte Demokraten, schreibt das Newsportal Vox.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

10 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Liana Genrich (Eugine Calment)
    Es ist schwer für einen Anfänger, eine Karriere zu starten. Er braucht das Vertrauen der Bürger. Mal sehen, was daraus wird. In Amerika beginnen alle Firmen mit einem Logo: von Politikern, in der Wirtschaft, von Bürgern. Okasio-Cortez sollte über das Logo nachdenken. Beispiele hier: https://www.logaster.com.br/gallery/
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Benedikt Walchli (Benedikt Walchli)
    Verglichen mit Crowley steht Cortez politisch extrem links, d.h. sie ist ein klarer Sozialist! Genau das wird den Dems in Zukunft vermehrt passieren, was Regan als voriger Demokrat gesagt hat: "Nicht ich habe die Demokratische Partei verlassen, sondern sie hat mich verlassen".
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Walter Wieser (Walt)
    Die alteingesessenen Demokraten haben keine Agenda,keinen Plan, keine Vorschlaege, nichts zu bieten. Alles was sie im Moment machen ist Trump bashing. So haben Leute mit einem schlechten Plan immer noch mehr Chancen gewaehlt zu werden. (Lieber ein schlechter Plan als gar keinen.....). Wenn sie dann im November auf die Republikaner, die Libertarians und die independent treffen sieht die Sache wesentlich anders aus. Bye, bye Democrats.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen