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International Uefa-Chef Platini fordert Blatter zum Rücktritt auf

Der Präsident des Europäischen Fussballverbandes Uefa, Michel Platini, verlangt den Rücktritt von Sepp Blatter. Die Uefa wird den Fifa-Kongress vom Freitag nicht boykottieren, versagt Blatter aber ihre Unterstützung.

Legende: Video Platini fordert Blatters Rücktritt abspielen. Laufzeit 0:20 Minuten.
Aus News-Clip vom 28.05.2015.

Nach dem neusten Skandal um die Fifa platzt Uefa-Präsident Platini der Kragen: «Genug ist genug, wir wollen diesen Fifa-Präsidenten nicht mehr haben», sagte er an der Uefa-Medienkonferenz in Zürich.

«Ich habe ihm gesagt: Bitte verlasse die Fifa. Lass es sein», berichtete Platini von seiner Unterredung mit Blatter. «Es wäre ein Zeichen von Grösse gewesen.» Fussball sei wichtiger als Personalien. Doch Blatter habe ihm geantwortet: «Es ist zu spät. Ich kann nicht aufhören, nicht zu Beginn dieses Kongresses.»

Nachdem sich Fifa-Präsident Sepp Blatter am Donnerstagmorgen mit den Verbänden getroffen hatte, tagten die Delegierten des europäischen Fussballverbandes Uefa. Sie beschlossen, den Fifa-Kongress vom Freitag im Zürcher Hallenstadion nicht zu boykottieren.

Uefa wirbt für Prinz Ali

Die Uefa will aber zu grossen Teilen für Prinz Ali bin al-Hussein als neuen Präsidenten votieren. «Wir sind mehrheitlich und eindeutig für den Wechsel an der Fifa-Spitze und werden dafür am Kongress auch ein Stück weit kämpfen», sagte DFB-Präsident Wolfgang Niersbach als Mitglied des Uefa-Exekutivkomitees.

Insgesamt stimmen am Freitag 209 Fifa-Mitglieder ab, der Sieger braucht ab dem zweiten Wahlgang die einfache Mehrheit. Die Wahl ist geheim.

Uefa-Rückzug wird zum Thema

Sollte Blatter die Wahl erneut gewinnen, schliesst Platini einen Rückzug der europäischen Mannschaften aus allen Fifa-Wettbewerben nicht aus. An einer Sondersitzung rund um das Champions-League-Finale in Berlin werde man in der kommenden Woche «alle Möglichkeiten ins Auge fassen». Er wünsche aber nicht, dass es zu einem Rückzug komme.

Muss Blatter doch noch zittern?

Die bisher als sicher geltende grosse Mehrheit für die Wiederwahl von Amtsinhaber Blatter scheint zu bröckeln. Auch Australien hat inzwischen bekanntgegeben, für Prinz Ali zu stimmen. «Blatter kann geschlagen werden», gab sich Platini zuversichtlich.

Der Engländer David Gill will auf seinen Platz im Fifa-Exekutivkomitee verzichten, sollte Blatter gewählt werden.

Klar gegen Blatter Stellung bezogen

Die Spitze des europäischen Dachverbandes Uefa hatte sich am Mittwoch in bisher nicht gekannter Deutlichkeit gegen Fifa-Präsident Blatter positioniert und eine Verschiebung des Kongresses samt Wahlen gefordert. Der Verband erwog auch den Boykott der Veranstaltung. Uefa-Chef Michel Platini ist der ranghöchste Vertreter der Anti-Blatter-Koalition.

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35 Kommentare

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  • Kommentar von James Wright, Schaffhausen
    Ich bin überhaupt kein Fan von Sepp Blatter, aber was Platini hier abzieht, ist meines Erachtens völlig unsportlich und selbstsüchtig. Seinen Chef unter dem Schutzmantel der Medien öffentlich zum Rücktritt aufzufordern ist eine pure Kamikaze-Strategie. Platini, der selbst wohl mit Blatters Posten liebäugelt, wäre nach einer erneuten Wiederwahl Blatters aufgrund seiner plakativen Illoyalität nicht mehr tragbar. Wie blind und naiv muss man sein, zu glauben, dass mit Prinz Ali alles besser wird?
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  • Kommentar von Urs Keller, Binningen
    Auch Prinz Ali lässt sich die Kandidatur etwas kosten und so regiert in der FIFA der Mammon weiter wer immer auch an der Spitze ist. Es ist ein Machtkampf und war es schon immer, es werden Gelder und Subventionen dazu ein par Weltmeisterschaften vergeben auch nach Katar....
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  • Kommentar von M.Kaiser, Rebstein
    Leeres Geplapper , jetzt wo Blatter aus dem ärmlichen Verein FIFA ein blühendes Geschäft gemacht hat , kommen Leute aus allen Ecken mit Neid und Hass, die es besser wissen wollen , jedoch sie selbst haben nie etwas dazu beigetragen. Blatter wird weiter bis zur WM in Russland bleiben und dann intern seinen Nachfolger suchen und friedlich mit viel Applaus in den Ruhestand gehen .
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