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International Ukraine zieht Truppen von der annektierten Krim ab

Die Ukraine beugt sich dem russischen Druck und zieht ihr Militär von der Krim ab. Derweil besucht der russische Verteidigungsminister die annektierte Halbinsel. Seine Truppen haben zuvor den letzten ukrainischen Stützpunkt eingenommen.

Legende: Video Die Ukraine zieht ihre Streitkräfte von der Krim ab abspielen. Laufzeit 00:47 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 24.03.2014.

Nach dem international kritisierten Anschluss der Krim hat der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu als erstes Moskauer Regierungsmitglied die Halbinsel besucht. Er machte sich ein Bild von den militärischen Einrichtungen vor Ort.

Der Minister habe mehrere Militäreinrichtungen inspiziert, meldete die Agentur Interfax. Demonstrativ ernannte Schoigu den übergelaufenen ukrainischen Marinechef Denis Beresowski zum Vizekommandanten der russischen Schwarzmeerflotte.

Schoigu ordnete zudem an, alle Waffen und sonstige Militärgüter in den ehemals ukrainischen Stützpunkten zu sichern. Mit der moskautreuen Führung der Krim besprach er den Ausbau der Infrastruktur der Flotte.

Turtschinow will Angehörige «in Sicherheit bringen»

Die Ukraine hat zuvor ihr Militär komplett von der Schwarzmeerhalbinsel abgezogen. Die Truppen würden ins Kernland verlegt, sagte der ukrainische Übergangspräsident Alexander Turtschinow nach einer Sitzung des Nationalen Sicherheitsrates in Kiew, wie örtliche Medien berichteten.

Ausserdem habe das Gremium beschlossen, die Angehörigen der Soldaten in Sicherheit zu bringen. Dies gelte für «alle, die heute unter Druck ihre Häuser verlassen müssen», sagte Turtschinow.

Russen nehmen ukrainischen Stützpunkt ein

Am Morgen hatten russische Soldaten mit Hilfe von schwerem Militärgerät sowie Kampfhubschraubern auf der Krim einen der letzten ukrainischen Stützpunkte eingenommen. 60 bis 80 ukrainische Soldaten seien festgenommen und der Kommandant mit einem Helikopter fortgebracht worden, teilte der ukrainische Armeesprecher Wladislaw Selesnjow auf Facebook mit.

Zudem versuchten Bewaffnete, das Minensuchschiff «Tscherkassy» in ihre Gewalt zu bekommen, wie Selesnjow berichtete. Bereits in den vergangenen Tagen hatten russische Truppen Dutzende ukrainische Schiffe, darunter das einzige U-Boot, aufgebracht sowie zahlreiche Militäreinrichtungen auf der Krim übernommen.

Russland hatte sich die ukrainische Teilrepublik am Freitag ungeachtet internationaler Proteste einverleibt, nachdem sich die Bevölkerung in einem umstrittenen Referendum mehrheitlich für den Beitritt zur Russischen Föderation ausgesprochen hatte.

Ukraine kappt Stromversorgung

Die neuen Machthaber der Krim werfen der Ukraine vor, die Stromversorgung zu kappen. Nur etwa 50 Prozent des vereinbarten Lieferumfangs komme im Moment auf der Krim an, sagte Vizeregierungschef Rustam Temirgalijew in Simferopol.

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6 Kommentare

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  • Kommentar von S. Fuchser, Zug
    Imperialstisch ist nicht wenn man die Bevölkerung fragt zu wem sie gehören will. Imperialistisch ist wenn man die Regierung eines Staates, welcher "bankrott" ist, zwingt Hilfsgelder anzunehmen (IWF), dabei aber mit Sanktionen droht, z.B. mit einem Beitritt zur Organisation (EU) und übernahme deren Gesetze. Das ist der heutige Imperialismus.
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  • Kommentar von Juha Stump, Zürich
    Wer hätte das noch vor kurzem gedacht, dass Russland, einst selbst ernannte Hochburg des Anti-Faschismus, sich selber zur Hochburg des Faschismus verändert? Wer das nicht erkennt, sollte schleunigst aufwachen. Ich bin schon jetzt gespannt, wie am 8. Mai, wenn sie in Moskau den Endsieg von 1945 immer noch bombastisch und orgastisch feiern, als Zusatzgeschenk auch noch der Anschluss der Krim zelebriert wird - aber fast ohne westliche Gäste. - So, jetzt dürft ihr wieder losheulen.
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    1. Antwort von S.Röthlisberger, Aargau
      Viele hier sind ja begeistert von Putin. "Der bietet den Iperialisten EU und USA die Stirn!". Dummerweise ist die Annektion der Krim halt auch imperialistisch....
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    2. Antwort von Hans Weiler, St. Gallen
      Dasselbe trifft ja mindestens im gleichen Mass auch auf die (Amerika hörigen) westlichen vor Freiheit strotzenden Feudalsysteme zu. Hören Sie sich dazu das auf srf verfügbare Interview mit Cornel West an. "Es kann nicht sein, was nicht sein darf" gehört zu den verbreitetsten Abwehrmechanismen der menschlichen Psyche.
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    3. Antwort von Eddy Dreier, Burgdorf
      Als es einen Unterschied zwischen West und Ost gäbe. Nur Kriegstreiber und Propagandisten sähen Unterschiede! Und Beide sind hier nicht willkommen!
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    4. Antwort von E. Waeden, Kt. Zürich
      Natürlich gefällt es der EU & Amerika nicht, wenn ihnen ein anderes Land Paroli bietet. Bisher konnten diese praktisch ungehindert überall ein- & durch marschieren. Hatten Narrenfreiheit. Ohne "Fan" von Putins Politik zu sein, aber hier hat er richtig gehandelt. Unsere Politiker könnten sich daran ein Beispiel nehmen. Die EU ist zu machthungrig geworden. Irgend jemand musste sie endlich stoppen. Putin hat es getan.
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