Ukrainische Armee zieht Kriegsgerät aus Pufferzone ab

Langsam verebbt das Feuer. In der ukrainischen Krisenregion hat die Armee damit begonnen, die mit den Separatisten vereinbarte Pufferzone einzurichten. 350 OSZE-Beobachter sollen verhindern helfen, dass im ostukrainischen Pulverfass erneut die Funken sprühen.

Eine Katze ruht auf einem Treppengeländer. Hinter ihr ist eine zerschossene Fassade und ein verbarrikadiertes Fenster zu sehen. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Wie friedlich es in der Pufferzone bleiben wird, hängt auch von den OSZE-Beobachtern ab. Reuters

Laut eines Sprechers der ukrainischen Armee bereiten die Streitkräfte die Räumung der mit den Separatisten vereinbarten Pufferzone in der Ostukraine vor. Das ermögliche es, schweres Kriegsgerät aus dem Gebiet abzuziehen, sagte der Militärsprecher am Montag in Kiew.

«  Wir sind bereit, alles zu tun. »

Andrej Purgin
Separatistenführer

Zwar seien trotz des Anfang des Monats vereinbarten Waffenstillstands in den vergangenen 24 Stunden zwei Soldaten getötet worden. Der Artilleriebeschuss der Rebellen habe aber weiter abgenommen, und von russischer Seite gebe es keinen Beschuss mehr.

Vertreter der Separatisten und der Regierung in Kiew hatten unter Vermittlung der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) am Samstag ein ensprechendes Memorandum unterzeichnet.

Portrait des Separatistenführers Andrej Purgin. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Separatistenführer Purgin will den OSZE-Beobachtern die Arbeit erleichtern. Keystone

Darin wurde neben der Einrichtung der 30 Kilometer breiten demilitarisierten Zone auch eine Kontrolle durch die OSZE vereinbart. «Wir sind bereit, alles zu tun. Das Wichtigste ist aber, dass niemand diese Arbeit stört», sagte Separatistenführer Andrej Purgin.

Noch alles offen am Wochenende

Für die Überwachung der am 5. September in Minsk vereinbarten – aber immer wieder gebrochenen – Waffenruhe will die OSZE das Konfliktgebiet nach russischen Angaben in fünf Zonen einteilen.

Vorgesehen seien dafür insgesamt etwa 350 Beobachter in den Gebieten Donezk und Lugansk, sagte der russische OSZE-Botschafter Andrej Kelin in Wien. Am Wochenende hatte das ukrainische Militär erklärt, es werde weiter beschossen, und hatte den Abzug von Artillerie und gepanzerten Fahrzeugen noch abgelehnt.

Keine Waffen von der Nato

In den monatelangen Kämpfen haben die ukrainischen Regierungstruppen grosse Materialverluste erlitten. Präsident Petro Poroschenko sagte am Sonntagabend, im ostukrainischen Kampfgebiet seien bis zu 65 Prozent der Armee-Ausrüstung zerstört worden. «Es ist nicht möglich, allein mit militärischen Mitteln zu gewinnen», fügte er hinzu.

Nato-Mitglied Polen erklärte sich zu Waffenverkäufen an das Nachbarland bereit. Verteidigungsminister Tomasz Siemoniak sagte dem Privatsender Zet, wenn die Ukraine Waffen kaufen wolle, sei Polens Rüstungsindustrie nur zu gerne bereit, diese zu liefern. Die Nato als Organisation will die Ukraine nicht mit Waffen versorgen. Ihren Mitgliedsländern hat die Allianz aber Lieferungen freigestellt.