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International Ukrainischer Regierungsgegner nackt und blossgestellt

Ein Video mit einem nackten und von Polizisten misshandelten Demonstranten sorgt in der Ukraine für Empörung. Die Opposition fordert jetzt internationale Vermittler.

Legende: Video Gewalt in der Ukraine abspielen. Laufzeit 02:23 Minuten.
Aus 10vor10 vom 24.01.2014.

Ein Regierungsgegner musste draussen in der Kälte nackt für ein Polizeifoto posieren. Das Video dazu sorgt nun für Empörung. Die Bilder zeigen einen zuvor offenbar verprügelten Mann. Auch im Video wird der Aktivist geschlagen und getreten.

Die ukrainischen Behörden haben die Echtheit des Videos bestätigt und kündigten eine Untersuchung des Falles an. «Das Innenministerium der Ukraine entschuldigt sich für die inakzeptablen Handlungen der Menschen in Milizuniformen», teilten die Behörden mit.

Keine Lösung durch Gespräche

Trotzdem will die Opposition jetzt Verstärkung: Oppositionspolitiker Vitali Klitschko hat internationale Vermittler gefordert. Präsident Viktor Janukowitsch versuche, sich «um den Preis von Blut und Destabilisierung an der Macht zu halten», sagte Klitschko in Kiew. «Er muss gestoppt werden.»

Ranghohe Vertreter etwa der EU sollten helfen, die festgefahrenen Gespräche zwischen Janukowitsch und seinen politischen Gegnern in Gang zu setzen, sagte der Ex-Boxweltmeister. Ein mehrstündiges Krisentreffen des Präsidenten mit Oppositionsführern war am Vorabend ergebnislos beendet worden.

Auch deshalb wollen die Regierungsgegner weitermachen: Sie weiten ihre Proteste aus und errichten neue Barrikaden in Kiew. Rund 1000 Demonstranten verliessen den zentralen Kundgebungsort rund um den Maidan-Platz und blockierten Zufahrtswege zum Amtssitz des Präsidenten.

Demonstranten machen weiter

Zudem wurde das Landwirtschaftsministerium besetzt. «Wir brauchen das Gebäude, damit sich unsere Leute aufwärmen können», zitierte die russische Nachrichtenagentur Interfax einen Demonstranten.

Bei Temperaturen vom minus 13 Grad füllten die Oppositionellen weitere Sandsäcke mit Schnee, um sie zu Wällen aufzuschichten. Vermummte Demonstranten standen mit erbeuteten Polizeischilden bereit, um ein mögliches Einschreiten der Sicherheitsbehörden abzuwehren.

Krise weitet sich aus

Auch aus anderen Regionen des Landes wurden Proteste gemeldet. So stürmten der Nachrichtenagentur Unian zufolge Bürger im westukrainischen Riwne die Regionalverwaltung und forderten die Freilassung von Demonstranten.

In Tscherkasni, rund 200 Kilometer südlich von Kiew, stürmten rund 1000 Demonstranten das Haupt-Verwaltungsgebäude der Stadt und besetzten zwei Etagen des Gebäudes.

Bei den Protesten in der ukrainischen Hauptstadt Kiew gab es bisher drei von den Behörden bestätigte Tote und Hunderte Verletzte.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von André Piquerez, ebikon
    dieser Vitali Klitschko wird mal Präsident der Ukraine!!!! hab so ein Gefühl dass der es bis ganz nach oben schafft, sobald der jetzige Präsident gestürzt ist...das wäre doch was: vom Box-Weltmeister zum Präsident....er hat wahrscheinlich riesigen Rückhalt von der ganzen Bevölkerung und auch vom Ausland...wäre eine gute Sache...
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  • Kommentar von Lucas Kunz, Sallneck
    Die Art der Berichterstattung in den westlichen Medien ist auch empörend. Da heisst es dann: "Bei Demonstrationen ..... wurden ... Personen getötet." Wurden diese "getötet"? Wenn Scharfschützen gezielt Zivilisten erschiessen, dann ist das MORD!
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    1. Antwort von Otto Würz, Winterthur
      Nicht, wenn die 'Zivilisten' Molotov-Cocktails auf Polizisten werfen. Dann ist es Notwehr.
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    2. Antwort von Markus Meier, Wallisellen
      Notwehr! Dass ich nicht lache - das meinst du ernst? Scharfschützen und Polizisten feuern auf Demonstranten und verprügeln sie - und das ist Notwehr. Wie zum Beispiel eben dieses Video, das sicher auch alles Notwehr ist.
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    3. Antwort von Otto Würz, Winterthur
      @Herr Meier: Wieso haben Sie es nötig, meine Aussage zu verdrehen? Ich habe konkret erklärt, in welchem Fall ich Notwehr als berechtigt ansehe. Dieses Video zeigt Ihnen, was ich meine: http://www.liveleak.com/view?i=911_1390295593 - Soll der Staat etwa tatenlos zusehen, wie Beamte der Gefahr schwerer Verletzungen ausgesetzt werden?
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