Um jedes Wort hart gerungen

Im fünften Weltklimareport der UNO ist jedes Wort auf die Goldwaage gelegt worden. Trotzdem dürfte er wieder für hitzige Debatten sorgen. Auch der Klimarat IPCC selbst steht unter Beschuss.

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Schweiz spielt wichtige Rolle

Am fünften IPCC-Bericht über die Grundlagen des Klimawandels hat die Schweiz wesentlichen Anteil. Zusammen mit China hat unser Land die Co-Leitung inne, deren Büro befindet sich in Bern. Zudem haben Schweizer Forscher wichtige Beiträge geliefert. Etwa zum Schmelzen des Grönlandeises oder den Einfluss von Sonne, Wolken und Aerosolen auf das Klima.

Was Hunderte von Forschern in vier Jahren zur weltweiten Klimaentwicklung zusammengetragen haben, findet sich im jüngsten Bericht des Uno-Klimarats IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) mit Sitz in Genf. Beim Bericht vom Freitag handelt es sich um den insgesamt fünften Hauptbericht des Gremiums seit dieses 1990 zum ersten Mal den Stand der Forschung zur Klimaveränderung zusammentragen hat.

Entscheidungsgrundlagen liefern

Der 1988 gegründete IPCC betreibt selbst keine Forschung. Hunderte von Wissenschaftlern fassen vielmehr die Erkenntnisse der Klimaforschung zuhanden von Regierungen und Politikern zusammen. Die Berichte sind eine wichtige Grundlage für die politischen Klimaverhandlungen.

Was das Gremium am Freitag veröffentlichte, ist erst eine Kurzfassung von 30 Seiten aus dem insgesamt 2000-seitigen Werk. Dessen Publikation ist für Montag geplant. Der erste Teil des dreiteiligen Berichts findet jedoch am meisten Beachtung in der Öffentlichkeit, weil er sich mit den naturwissenschaftlichen Erkenntnissen zum Klimawandel befasst. So enthält er dieses Mal etwa Schätzungen zum Anstieg der Meeresspiegel wegen der verstärkten Eisschmelze.

Publikation in Tranchen

Mensch ist verantwortlich

0:13 min, aus Tagesschau am Mittag vom 27.9.2013

Teil zwei (Auswirkungen der Klimaveränderung) und drei (Möglichkeiten, den Klimawandel zu bremsen) folgen nächsten Frühling. Den Abschluss der Publikationen bildet ein zusammenfassender Report im Oktober 2014. Diese weiteren Teile des fünften Weltklimaberichts sorgen in den Medien meist für wenige Schlagzeilen.

2077 peinliche Fehler gemacht

Aufsehen erregte der IPCC vor allem mit seinem dritten (2001) und vierten (2007) Klimabericht, in dem er Aussagen über die künftige Klimaveränderung machte. Sie sind immer noch eine wichtige Basis für die Diskussion um die globale Erderwärmung. Negative Berühmtheit erlangte der letzte Bericht, weil er nachweisbar Fehler über das Tempo der Gletscherschmelze im Himalaya enthielt. Das war Wasser auf die Mühlen der IPCC-Kritiker, welche die Berechnungen zur Klimaveränderung anzweifeln.

Auf Kritik reagiert

Der Weltklimarat liess seinen vierten Bericht daraufhin von externen Forschern überprüfen. Das führte auch zu einer Reform des mehrstufigen Entstehungsprozesses eines Klimaberichts.

Doch die Kritik am IPCC und seinen Berichten ist nicht verstummt: Sie seien mit den Jahren immer länger geworden und beim Erscheinen teilweise schon veraltet, weil die Forschung rasch Fortschritte mache. Der Klimarat hat bereits reagiert und seine Mitglieder dazu aufgerufen, Vorschläge für die künftige Arbeitsweise einzureichen.