Unicef sorgt sich um Frauen und Kinder in Homs

Homs im Westen Syriens ist seit Beginn des Bürgerkrieges besonders heftig umkämpft. Lange Zeit war die Stadt eine Hochburg der Rebellen, derzeit sind die Regierungstruppen auf dem Vormarsch. In der zerstörten Stadt sind vor allem Frauen und Kinder eingeschlossen.

Kinder spielen zwischen den Trümmern eines Hauses in Homs Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Spielen zwischen Trümmern: Kinder in Homs Reuters

Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (Unicef) schlägt Alarm: In der heftig umkämpften Stadt Homs im Westen Syriens seien Hunderttausende Frauen und Kinder eingeschlossen, heisst es in einer Mitteilung. Schlimm ist die Lage demnach vor allem im Stadtteil Al-Waer, wo sich nach Angaben von Unicef rund 400'000 Menschen aufhalten – vor allem Frauen und Kinder.

Lebensmittel gehen zur Neige

In der Gegend seien neue Kontrollposten eingerichtet worden, die die Versorgung der Eingeschlossenen immer schwieriger machten, heisst es in der Mitteilung weiter. Es gebe aus Al-Waer täglich Berichte über gewaltsame Zusammenstösse und Angriffe mit Raketen und Mörsern, wird Unicef-Chef Anthony Lake zitiert. Zwar gebe es in dem Viertel noch Wasser und Strom, «aber Gemüse, Milch und andere wichtige Lebensmittel werden immer knapper».

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Vorwürfe an die Rebellen

Vorwürfe an die Rebellen

Die Menschenrechtskommissarin der UNO, Navi Pillay, erhebt schwere Vorwürfe gegen die Rebellen in Syrien. Sie sollen mindestens 30 gefangene Regierungssoldaten erschossen haben. Pillay berief sich auf Analysen von UNO-Experten und Video-Material. Der Vorfall soll sich nach der Einnahme einer Ortschaft im Norden des Landes im Juli ereignet haben.

Unicef forderte alle Konfliktparteien auf, Hilfskräften einen sicheren Zugang zu den Menschen in Al-Waer zu gewähren. Die Eingeschlossenen müssten ausserdem die Möglichkeit bekommen, das Gebiet «in Sicherheit und Würde» zu verlassen, falls sie dies wollten.

Die Stadt Homs, lange Zeit eine Hochburg der Rebellen, ist seit Beginn des Bürgerkrieges besonders heftig umkämpft. In den vergangenen Monaten sind viele Menschen aus anderen Stadtteilen vor der Gewalt in anderen Stadtteilen nach Al-Waer geflohen. Sie sitzen dort nun fest.

Sorge um italienischen Jesuitenpater

Syriens Opposition sorgt sich unterdessen um einen italienischen Jesuitenpater, der seit dieser Woche im Rebellengebiet verschwunden ist. «Wir rufen alle Parteien, die mit dem Verschwinden von Pater Paolo Dall'Oglio zu tun haben, auf, sich sofort zu melden und ihn freizulassen», heisst es in einer Mitteilung des Oppositionsbündnisses Nationale Syrische Koalition.

Der italienische Geistliche hatte 30 Jahre lang in einem syrischen Kloster gelebt, wo er sich für den Dialog zwischen Christen und Muslimen einsetzte. Nach Beginn des Aufstandes gegen Präsident Baschar al-Assad wurde er wegen seiner regimekritischen Haltung offiziell ausgewiesen. Er wurde zuletzt in der nördlichen Provinz Al-Rakka gesehen, die von Islamisten-Brigaden kontrolliert wird.

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